Hannover testet großflächig 16 Leuchtentypen auf Praxistauglichkeit in Hannovers Stadtteil List
Bereits Anfang 2009 hatten die Stadtbeleuchter bei enercity mit dem hannoverschen LED-Praxistest aufhorchen lassen (LED = Licht emittierende Dioden). Die innerstädtische Installation von vier Leuchtentypen fand in der Fachöffentlichkeit großen Anklang. Mit dieser Initiative sammelte Hannover für die Beurteilung der neuen Technik wichtige Erfahrungen. Das Projekt zeigte, dass mit gerichtetem LED-Licht sich auch im Vergleich zur bestmöglichen herkömmlichen Beleuchtung Energie einsparen lässt - insbesondere bei Ausnutzung der verbesserten Lichtsteuerungsmöglichkeiten.
Inzwischen bietet die Leuchtenindustrie modifizierte, teils deutlich verbesserte LED-Leuchten an. Seit Februar 2011 setzt die in einem regelrechten „LED-Park“ deshalb 16 unterschiedliche Fabrikate in Hannovers Stadtteil List ein. Insgesamt 73 Leuchten stellten Hersteller kostenfrei zur Verfügung und können mit einem 45 Minuten-Rundgang komplett besichtigt werden.
Beim LED-Projekt II gelten wieder die bewährten Vorgaben, so etwa die Wahl serienreifer Produkte renommierter Hersteller mit zurückhaltender Formgebung und moderatem Produktpreis. Über den rein alternativen Einsatz von LED-Technik hinaus rücken nun auch weitere Anforderungen der praktischen Stadtbeleuchtung in den Fokus. Im neuen LED-Projekt haben wir eine Vielfalt städtischer Beleuchtungsaufgaben (Gehweg, Wohnstraße, Fußgängerzone, Platz, Verkehrsstraße, Fußgängerüberwege) praxisgerecht gelöst. Je nach Einsatzzweck sind bei der Ausleuchtung unterschiedliche Lichtqualitäten sowie bei Hauptverkehrsstraßen oder Überwegen sogar besondere, strenge Verkehrssicherheitsstandards einzuhalten. Außerdem werden unterschiedliche Möglichkeiten der zeit- und leistungsbezogenen Lichtsteuerung (Dimmtechnik) mit LED aufgezeigt.
Zur intensiven energietechnischen Analyse der Einsätze gehören auch lichttechnische Berechnungen für jede Straße, um eine DIN-gerechte Beleuchtung zu erreichen. Darüber hinaus wird die Wirkung des LED-Lichts auf den Stadtraum als neues Thema hinzukommen. Lichtwirkung und ästhetische Fragestellungen zum LED-Einsatz in Hannover werden unter der Leitung des Lichtdesign-Experten Prof. Dr. Paul Schmits von der HAWK Hildesheim im Zuge einer Diplomarbeit untersucht.
Die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von LED-Technik ist derzeit zwar noch nicht besser als die in Hannover weitgehend eingesetzte hocheffiziente Natriumdampflampentechnik, aber die LED-Technik weist, wie allein die letzten zwei Jahre zeigten, eine rasante Entwicklung auf. Das Angebot an LED-Leuchten vervielfachte sich und die nun zweite Generation hat teilweise verbesserte Eigenschaften. Im LED-Projekt II werden sogar bei der Ablösung moderner Natriumdampf-Lampentechnik etwa 37 Prozent Energie eingespart.
Die LED-Leuchten sind nahezu wartungsfrei, vibrationsfest und umweltfreundlich, da sie kein Quecksilber enthalten. Neben ihrer guten Lichtbündelung haben sie auch den für den Außen- und Nachteinsatz interessanten Vorteil, dass ihr Lichtstrom bei Kälte zunimmt (bei Rückgang von 20 auf 0 Grad Celsius erhöht sich der Lichtstrom um etwas 15 Prozent). Eine umfassende technische Präsentation des aktuellen LED-Projekts finden Sie hier.
Ein weiteres innovatives Projekt zum Thema Beleuchtungstechnik stellen wir Ihnen im Artikel "Innovative Lampentechnik lässt die Marktkirche erstrahlen" vor.
Hintergrund-Information zur Straßenbeleuchtung in Hannover:
Energiesparen ist in der Straßenbeleuchtung nicht zuletzt aufgrund der Klimaschutzdiskussion ein wichtiges Thema. Vielerorts wurden in den letzten Jahrzehnten jedoch die Investitionen in eine Erneuerung der Anlagen und die Umstellung auf energieeffiziente Lichtsysteme hinausgeschoben. Veraltete Anlagen und unerschlossene Energiesparpotentiale sind die Folge. Hannover schlug hier einen anderen Weg ein: bereits frühzeitig wurde damit begonnen, die Anlagen kontinuierlich zu erneuern und auf moderne Lampen- und Leuchtentechnik umzustellen. Die Straßenbeleuchtung Hannovers weist heute vorbildliche Effizienzwerte auf.
Seit 1980 wurde die Gesamtanschlussleistung trotz eines gestiegenen Anlagenbestandes um über 36 Prozent gesenkt. Die durchschnittliche Anschlussleistung der rund 58.800 von enercity in und um Hannover betriebenen Leuchten wurde 2007 unter den magischen Wert von 100 Watt pro Leuchte gedrückt. Im nächsten Jahr wird das Ziel erreicht, ausschließlich hocheffiziente Lampentechnik in Betrieb zu haben. Sämtliche Quecksilberdampf-Hochdrucklampen werden damit schon weit vor dem im Jahr 2015 bevorstehenden EU-Verbot durch Natriumdampf-Hochdrucklampen ersetzt sein. Mit einer Fortsetzung der erfolgreichen Erneuerungsstrategie und durch den verstärkten Einsatz intelligenter Regel- und Steuerungstechnik wird der Strombedarf auch zukünftig weiter gesenkt.
LED Rundgang in der List
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Infoblatt LED-Projekt II Hannover
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Kurzpräsentation LED II Inbetriebnahme
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LED-Projekt Hannover
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