enercity baut die Nutzung von Biomasse und Biogas weiter aus. Die erneuerbaren Energieträger erfüllen viele der heute wichtigen Kriterien für eine ökologische und zugleich wirtschaftliche Strom- und Wärmeversorgung. Denn Biomasse und Biogas verbrennen CO2-neutral, was dem Klimaschutz zugute kommt. Biomasse wird hauptsächlich in Form von Holzhackschnitzeln und Pellets genutzt. Als Brennstoff werden diese vor allem in Heizwerken verwertet. Biogas wird hauptsächlich in Blockheizkraftwerken eingesetzt zur Produktion von Wärme und Strom. Die Stadtwerke Hannover wollen jedoch noch einen Schritt weiter gehen und Biogas in das Erdgasnetz einspeisen. Die regionale Verfügbarkeit von Biomasse und Biogas schafft ein Stück Unabhängigkeit von Importen, zusätzlich stärkt der Einsatz die Wirtschaft vor Ort.
Mit zahlreichen Holzfeuerungsanlagen demonstrieren die Stadtwerke Hannover bereits seit einigen Jahren, dass der Einsatz von Biomasse sich bewährt. Im Wasserwerk Fuhrberg hat enercity seine erste Holzhackschnitzelanlage mit 550 kW Wärmeleistung installiert. Betrieben wird die Anlage mit sogenanntem Schwachholz aus der Region. Außerdem versorgt enercity im Rahmen von Wärme-Contracting seit Oktober 2002 in Marienwerder mit einer vollautomatischen Holzpellet-Heizanlage knapp 20 mehrgeschossige Wohnblocks mit Nahwärme. Die Heizzentrale (Pelletkessel 540 kW, Gasheizkessel 2.700 kW) spart gegenüber einer mit Öl oder Gas betriebenen Anlage fast 45 Prozent des klimaschädigenden Gases CO2 ein. Aber auch in der Industrie ist „Holzwärme“ von enercity begehrt: Bei dem Kehrmaschinenhersteller Bucher-Schörling in Hannover-Linden ist – ebenfalls im Rahmen eines Wärme-Contractings – ein Holzhackschnitzelwerk in Betrieb. Die Anlage mit einer Leistung von 900 kW verwertet Altholz. Die größte Anlage ist das gemeinsam mit E.ON Kraftwerke betriebene Biomassekraftwerk Landesbergen. Es hat eine elektrische Leistung von 20 MW und bietet die Option, 30 MW Wärme auszukoppeln. Die CO2-Einsparung dieses Kraftwerkes: rund 120.000 Tonnen pro Jahr.
Mit der Übernahme des auf Wärme-Contracting und Biomasse-Anlagen spezialisierten Dienstleisters Danpower GmbH im März 2006 setzt enercity auch bundesweit auf diese umweltschonende Energieerzeugung. Herausragende Projekte sind das Biomasse-Heizkraftwerk im sächsischen Schöneck (Einsatz der ORC-Technologie) und die im Bau befindliche Biogasanlage in Wolgast an der Ostsee.
Für Herbst 2007 plant enercity die Eröffnung eines Vertriebshofes für Biomasse-Brennstoffe (Holzhackschnitzel, Pellets, Holzscheite) auf dem Betriebsgelände des Gemeinschaftskraftwerks Hannover (GKH) in Stöcken. Das im Rahmen des EU-Programms „Concerto“ gestartete Projekt „HolzenergieCenter“ soll die vorhandenen Holzerntepotenziale der Stadtwerke-Wälder besser nutzen und vermarkten. Das Center wird zunächst jährlich rund 3.000 Tonnen Holzscheite und 17.000 Tonnen Holzhackschnitzel absetzen. Die Rohstoffe hierfür stammen in erster Linie aus den Stadtwerke-Forsten im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld. Den Wäldern wird entsprechend dem Prinzip der Nachhaltigkeit nur so viel Holz entnommen, wie im gleichen Zeitraum nachwächst. Außerdem werden an dem Standort in Stöcken voraussichtlich rund 10.000 Tonnen Holzpellets vermarktet. Zielgruppen des Vertriebskonzepts sind Gewerbe, Industrie, Schulen und Verwaltung, aber auch Privatpersonen. Die Kunden des HolzenergieCenters können sich den klimaneutralen Brennstoff ins Haus liefern lassen oder kleine Mengen direkt mitnehmen. Das enercity-HolzenergieCenter soll die Nutzung nachwachsender Ressourcen der Region fördern.
Neuland beschreitet enercity wiederum mit der Biogaseinspeisung in Ronnenberg. Dort wird enercity Biogas aus einer von Landwirten betriebenen Biogasanlage auf Erdgasqualität aufbereiten und anschließend in das eigene Erdgasnetz einspeisen. Der offizielle erste Spatenstich für das Projekt erfolgte im Sommer 2007, das sogenannte Bio-Erdgas soll ab 2008 eingespeist werden. Die Biogaseinspeisung in Ronnenberg hat Vorbildcharakter: Erstmalig in Deutschland verkaufen Landwirte das selbsterzeugte Biogas einem Energieversorger, der es dann auf Erdgas-Qualität aufbereitet und anschließend an seine Kunden weitervermarktet. Darüber hinaus wird in Ronnenberg voraussichtlich zum ersten Mal in Norddeutschland aufbereitetes Biogas direkt in ein Erdgasnetz eingespeist.
Geplant ist die Produktion von rund 300 Kubikmetern Bio-Erdgas pro Stunde. Die jährliche Gesamtproduktionsmenge von 2,4 Millionen Kubikmetern Erdgas deckt den Wärmeenergiebedarf von durchschnittlich 1.400 Einfamilienhäusern.