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Stromverbrauch: Vom Sommer zum Winter

Die Wetterlage verlieren Fachleute von enercity niemals aus den Augen. Grund: Die Witterung fließt als Faktor in ihre Lastprognosen für den Strombedarf ein. Für die Sommermonate haben sich die Stadtwerke Hannover inzwischen auf ein verändertes Verbraucherverhalten eingestellt. Denn nicht nur kühle Witterung wirkt sich auf den Energiebedarf aus. Klettern die Temperaturen im Juli und August in die Höhe, wächst der Bedarf an Abkühlung in der Stadt. Dabei verzeichnen nicht nur die hannoverschen Eisdielen Absatzspitzen. Auch der Stromverbrauch steigt mit der Hitze deutlich an. Seit einigen Jahren beobachten die Stadtwerke Hannover diese Entwicklung an heißen Sommertagen - eine Tendenz, die es bis Mitte der 90er noch nicht gab. Die Ursache für den Trend ist der zunehmende Einsatz von Lüftungs- und Klimatisierungsanlagen. Und das sowohl im Gewerbe als auch in Privathaushalten.

Inzwischen nähert sich der Verbrauch an Sommertagen schon dem Bedarf im kühlen und dunklen Winter an. Konkret sind die Spitzenlastwerte bei hohen Temperaturen verglichen mit dem Volumen vor zehn Jahren um bis zu 30 auf durchschnittlich 570 Megawatt gestiegen. Die Netzlasten haben sich um nennenswerte fünf Prozent erhöht. Bei intensivem Einsatz von Kühlungs-Technik im Sommer messen die Stadtwerke Hannover heute bereits bis zu 90 Prozent der Höchstlast, die im Winter mit 630 Megawatt auftritt.

Erfahrungswerte zeigen, dass sich der höhere Strombedarf nicht am ersten Tag einer Hitzeperiode einstellt, sondern vielmehr erst schrittweise im Lauf der Zeit erreicht wird. Dabei macht sich der größere Verbrauch dann nicht nur mittags bemerkbar, wenn die Sonne im Zenit steht. Bis in die Nacht hinein transportieren Lüftungsanlagen Wärme aus den Gebäuden.

Zwar ist die Zunahme des Strombedarfs bei sommerliche Hitze durchaus deutlich, jedoch trifft der veränderte Bedarf die Stadtwerke Hannover nicht unvorbereitet. Und auch die natürlich vorhandene Helligkeit spielt eine Rolle für den Verbrauch. So können schon dunkle Wolken den hannoverschen Stromverbrauch kurzfristig um bis zu 15 Megawatt für Beleuchtung in die Höhe treiben.

Bei plötzlich einsetzenden Sommergewittern, die zu einer raschen Dunkelheit führen, lässt sich der Verbrauch schwerer kalkulieren. Sprungartig kann die Netzlast bis zu 30 Megawatt nach oben gehen. Die zusätzlich nötige Energiemenge produzieren die Stadtwerke Hannover dann durch Ausnutzung von Lastreserven in den Kraftwerken, ergänzt durch Regelenergie aus dem Verbundnetz.

Ein Drosseln von Kraftwerken, so wie es 2003 in Frankreich erforderlich wurde, wäre in Hannover heute auch bei lang anhaltender Hitze nicht notwendig. Damals musste der Betrieb von Kraftwerken reduziert werden, weil die ohnehin hohe Temperatur des Flusswassers durch weitere Entnahme und Wiedereinleitung von Kühlwasser zu sehr angestiegen wäre.

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Frau an einem Zeitungsständer