Mit einer befristeten Vollfinanzierung haben die Stadtwerke die Fortsetzung einer Studie gesichert, die sich mit dem Schicksal von Zwangsarbeitern – Männern und auch vielen Frauen – in Hannover befasst. Damit haben die Historikerinnen Irmtraud Heike und Janet Anschütz die Möglichkeit, ihr Projekt fortzuführen.
Die Arbeit der Forscherinnen beleuchtet ein dunkles Kapitel von Hannovers Stadtgeschichte: Über 60.000 Menschen aus besetzten Ländern wurden im Laufe des Zweiten Weltkrieges nach Hannover deportiert und dort zur Arbeit gezwungen. Praktisch alle größeren Betriebe profitierten davon – eine Tatsache, an die sich viele Unternehmen heute nur widerstrebend erinnern lassen. In den rund 500 über das Stadtgebiet verteilten Lagern fanden viele Internierte den Tod. Auch in Hannovers Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken – seinerzeit die Städtischen Betriebswerke – waren während der letzten Kriegsjahre Zwangsarbeiter im Einsatz, wie der Historiker Olaf Grohmann bereits 1991 in der von ihm erstellten Chronik der Stadtwerke erwähnte.
Im von Bomben zerstörten Gaswerk mussten italienische Militärinternierte und Zwangsarbeiter aus besetzten Gebieten im Osten Trümmer beseitigen. Zur Reparatur starker Bombenschäden am Wasserleitungsnetz wurden sie 1944 auch ans Wasserwerk Grasdorf „entliehen“. Im Elektrizitätswerk arbeiteten Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten. Durch die Arbeit der beiden Historikerinnen konnten inzwischen konkrete Erkenntnisse zu einzelnen Schicksalen und verschiedenen Lagern, in denen Zwangsarbeiter der Städtischen Betriebswerke interniert waren, gewonnen werden.
Im Jahr 2000 hat die Stadtwerke Hannover AG als Rechtsnachfolger 600.000 Mark in den Entschädigungsfonds der Deutschen Wirtschaft eingezahlt, dessen Mittel überlebenden Zwangsarbeitern zugute kommen.
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Projekt "Hannoversche Lager"
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