Hannover, 13. März 2013

Jahresergebnis der Stadtwerke Hannover AG liegt unter Vorjahresniveau

Unter schwierigen Marktbedingungen zeigt das zurückliegende Geschäftsjahr eine stabile Entwicklung auf Basis der Unternehmensstrategie K2020. Das Jahresergebnis von 114,4 Millionen Euro liegt planmäßig um rund 5 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die Ergebnisbeiträge der Kraftwerke sind aufgrund der schwachen Strompreise bei steigenden Kosten für die eingesetzten Energierohstoffe zurückgegangen. Dabei ist die Stromproduktion auf insgesamt circa 6 TWh gestiegen (Vorjahr circa 5,6 TWh).

Für den in 2010 erworbenen Anteil am Kraftwerk Mehrum wurde eine Wertberichtigung von 20 Millionen Euro durchgeführt, die die gesunkenen Ertragsaussichten konventioneller Kraftwerke widerspiegelt.

Der Unternehmensumsatz von rund 2,6 Milliarden Euro ist um 3,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang ist die Reduzierung der Erlöse aus Handelsgeschäften.

In den Sparten Strom und Gas wurde der Vertriebsabsatz an Endkunden im Wesentlichen durch das bundesweite Geschäft gesteigert (Strom um circa 170 GWh auf circa 5.630 GWh; Gas um circa 80 GWh auf circa 6.300 GWh).

Der Fernwärmeabsatz in Hannover wurde um 6,2 Prozent auf 1.294 GWh gesteigert. Es wurden circa 20 MW Anschlussleistungen neu akquiriert.

Die vereinnahmte Thüga-Dividende liegt bei 46 Millionen Euro.

Der bundesweit agierende Contracting-Bereich ist weiterhin auf Wachstumskurs. Der Umsatz ist um circa 50 Millionen Euro auf 225 Millionen Euro gestiegen. Der Ergebnisbeitrag beträgt rund 13 Millionen Euro. Die Contracting-Töchter betreiben circa 1.800 Anlagen bundesweit und setzen insgesamt 1,6 TWh Wärme ab, das entspricht dem Wärmeverbrauch von rund 250.000 Haushalten.

Mit dem Erwerb der Wärmeversorgung AS Võru Soojus durch Danpower wurde das Energiedienstleistungsgeschäft erstmals in einem Auslandsmarkt erweitert.

Die enercity-Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen deckt aktuell rund 60 Prozent des Strombedarfs der hannoverschen Haushaltskunden bilanziell ab. Die regenerative Stromerzeugung wurde im Wesentlichen auf Basis von Biomasse und Biogas um 100 GWh auf 492 GWh gesteigert.

Die enercity-Gewinnabführung liegt mit 101,7 Millionen Euro auf Plan. Rund 81,7 Millionen Euro führt enercity über die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (VVG) der Landeshauptstadt zu. Die Konzessionsabgabe beträgt 41,2 Millionen Euro.

„Unter schwierigen Marktbedingungen haben wir unser Geschäft 2012 erfolgreich durchgeführt. Durch die schwachen Strompreise stehen die Kraftwerke wirtschaftlich unter Druck. Daher liegt das Unternehmensergebnis leicht unter dem des Vorjahres. Im Vertriebsgeschäft haben wir unser Absatzvolumen für Strom, Gas und Fernwärme gesteigert.

Die Strategie, auf überregionale Wachstumsfelder zu setzen, zahlt sich weiterhin aus. Das Geschäftsfeld Contracting und unsere Beteiligungen, wie zum Beispiel Thüga, leisten einen zunehmenden Beitrag zum Geschäftsergebnis“, kommentiert Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, das zurückliegende Geschäftsjahr. „2012 konnten wir die regenerative Stromerzeugung substantiell auf circa 60 Prozent des Strombedarfs unserer hannoverschen Haushaltskunden steigern. Die Erzeugungsbasis ist im Wesentlichen Biomasse/Biogas.“

enercity wird auch in den folgenden Geschäftsjahren an dem im Unternehmenskonzept K2020 aufgezeigten strategischen Unternehmensentwicklungsprozess festhalten, um sich erfolgreich gegenüber den Herausforderungen zu positionieren, so Feist weiter. „Das ordnungspolitische, regulatorische und wirtschaftliche Umfeld der Energieversorgung wird auch zukünftig durch massive Umbrüche gekennzeichnet sein. Insbesondere der Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit Einspeisevorrang in die Netze wird zunehmend belastende Auswirkungen auf die Eigenerzeugung in unseren Kraftwerken haben“, blickt Feist in die Zukunft.

Die Fakten im Überblick

Die Umsatzerlöse sinken von 2,74 Milliarden Euro um circa 3,7 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro. Dieser Rückgang ist durch eine Abnahme der Erlöse aus Handelsgeschäften. begründet.

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) beträgt 2012 147,8 Millionen Euro (Vorjahr: 155,8 Millionen Euro).

Das Unternehmensergebnis (Summe aus Gewinnabführung, Ausschüttung auf Genussscheinkapital und Rücklagenzuführung) sinkt um 6,3 Millionen Euro von 120,7 Millionen Euro im letzten Jahr auf 114,4 Millionen Euro in 2012.

Mit 101,7 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung an die Anteilseigner um 1,6 Millionen Euro über der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 100,1 Millionen Euro. Davon entfallen auf die VVG 81,7 Millionen Euro, auf die Region Hannover 0,7 Millionen Euro und auf die Thüga 19,3 Millionen Euro. In die Gewinnrücklagen des Unternehmens fließen 9,0 Millionen Euro aus dem Unternehmensergebnis ein. Das Genussscheinkapital wird mit 3,7 Millionen Euro verzinst. Die Konzessionsabgabe an die Städte und Gemeinden im Netzgebiet der Stadtwerke Hannover AG beläuft sich auf 41,2 Millionen Euro (Vorjahr: 41,6 Millionen Euro). Die Wertschöpfung in der Stadt und den Umlandgemeinden beträgt rund 391,3 Millionen Euro (396,8 Millionen Euro im Vorjahr).

Der Gesamtstromabsatz ist im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 14,1 Prozent auf 20.377 GWh gesunken. Ursächlich für den Rückgang waren die im Vergleich zum Vorjahr um 19,1 Prozent niedrigeren Handelsmengen. Dagegen konnte der Absatz an Endkunden (Haushalts- und Industriekunden) im Konzessionsgebiet um 7,9 Prozent und der Absatz außerhalb des Konzessionsgebietes um 7,0 Prozent gesteigert werden.

Der Gesamtgasabsatz konnte um 2,4 Prozent auf 23.688 GWh gesteigert werden. Der Absatz an Endkunden innerhalb des Konzessionsgebietes konnte um 6,9 Prozent und der Absatz an Endkunden außerhalb des Konzessionsgebietes um 59,8 Prozent gesteigert werden. Der Zuwachs liegt unter anderem in der Erhöhung des Absatzes an die Tochtergesellschaften Danpower und enercity Contracting Gesellschaft begründet.

Der Wasserabsatz liegt mit 40,9 Millionen Kubikmetern auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 40,9 Kubikmeter).

Der Fernwärmeabsatz in Hannover ist um 6,2 Prozent auf 1.294 GWh (Vorjahr: 1.219 GWh) gestiegen. Der Anstieg liegt zum einen im Fernwärmeausbauprogramm von enercity und der Neuaufnahme von Versorgungsstellen begründet und ist zum anderen witterungsbedingt. Der Wärmeabsatz der Contracting-Gesellschaften liegt bei 1,6 TWh.

Die Anzahl der Beschäftigten beträgt 2.593 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Stichtag 31.12.2012 (2.587 Mitarbeitende im Vorjahr).

Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2012 im Überblick

  • Mit Wirkung zum 26. Juni 2012 wurde der Konzessionsvertrag Gas für das Gebiet Hemmingen-Westerfeld bis zum Jahr 2029 erfolgreich verlängert.
  • Der Aufsichtsrat von enercity hat am 8. August 2012 in seiner Sitzung einer Erhöhung des Strompreistarifes um 8,8 Prozent und des Gaspreistarifes um 4,7 Prozent sowie einer Preiserhöhung für Wasser um 3,1 Prozent zum  1. Oktober 2012 zugestimmt.
  • Die Danpower hat am 23. August 2012 100 Prozent der Anteile der kommunalen Wärmeversorgung der AS Võru Soojus in Estland übernommen. In Verbindung mit dem Anteilserwerb wurde am 24. August die erste ausländische Niederlassung in der estischen Hauptstadt Tallinn eröffnet.
  • Seit dem 13. Dezember 2012 ist enercity an der neu gegründeten Gasnetzgesellschaft Laatzen-Nord mbH mit 49 Prozent beteiligt.
  • In seiner Sitzung am 17. Dezember 2012 hat der Aufsichtsrat von enercity die Verlängerung der Verträge aller drei Vorstandsmitglieder beschlossen.
  • Die durchgeführte Modernisierung und Erweiterung der GuD-Anlage im Heizkraftwerk Linden konnte 2012 nahezu abgeschlossen werden.

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Themen finden Sie im Internet unter www.enercity.de/presse

In unserer Videobotschaft enercity Positionen blicken die enercity-Vorstände Michael Feist, Jochen Westerholz und Harald Noske auf das Geschäftsjahr 2012 zurück: http://youtu.be/GnyFS9GDxVk

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