Hannover, 22. März 2013

Netzwerk für sauberes Wasser

Über 20 Partner des regionalen Wasserkreislaufs schaffen zum Weltwassertag im enercity-Wasserwerk Grasdorf ein Symbol für ihr Zusammenwirken

Wir drehen auf und es kommt einfach aus dem Hahn – täglich, in hoher Qualität und der gewünschten Menge. An vielen anderen Stellen der Welt ist ein solcher Komfort unvorstellbar.

Wie aber sieht die Welt hinter unserem Wasserhahn aus? Wer wirkt alles dabei mit, dass bei uns Trinkwasser wie gewohnt zuverlässig zur Verfügung steht?

Über 20 Institutionen, Firmen und weitere Partner des regionalen Wasserkreislaufs treffen sich für eine einmalige Aktion am Internationalen Weltwassertag, dem 22. März 2013, im Wasserwerk Grasdorf. Getreu dem diesjährigen Motto „Wasser und Zusammenarbeit“ kommen so erstmals alle regionalen Partner, vom Ressourcenschutz, der Wassergewinnung, über die Verteilung bis hin zur Nutzung des Trinkwassers und Behandlung des Abwassers an einem Ort zusammen. Gemeinsam wollen sie das umfangreiche Netzwerk rund um das Wasser für die Öffentlichkeit sichtbar machen. Die allein heute anwesenden Akteure geben einen plastischen Eindruck über die Komplexität der Bewirtschaftung von Wasserressourcen.

Zur Visualisierung des Netzwerks dient ein großer Kreis aus Laubbäumen vor dem Wasserwerk. Dabei steht jeder Baum für eine Rolle beziehungsweise Institution im Wasserkreislauf. Entlang der Zusammenhänge und Kooperationen werden jeweils die Bäume mit farbigen Bändern verbunden, deren Akteure im Prozess zusammenarbeiten. So entsteht ein umfangreiches Geflecht, welches die vielfältige Zusammenarbeit auf dem Weg vom Regentropfen bis zur Nutzung als Trinkwasser anschaulich darstellt.

Die verwendeten Linden, Buchen und Ahorne dürfen anschließend als Dankeschön und Erinnerung an diesen Tag des Wassers mitgenommen werden. Da sich die beste Grundwasserqualität unter Laubbäumen bildet, pflanzt enercity eine „Kopie“ dieses Baumkreises anschließend in seinen Grundwasserschutzwald im Fuhrberger Feld. Damit entsteht gleichzeitig eine neue thematische Station auf dem dortigen Trinkwasser-Erlebnispfad.

Dr. Stephan Kohl, Betriebstechnik-Ingenieur im enercity-Wasserwerk Elze-Berkhof sagt in seiner Begrüßung der mitwirkenden Akteure: „Unsere jahrzehntelange gute Partnerschaft und Zusammenarbeit ist die Basis für das selbstverständliche, aber doch kostbare Gut Wasser. Stellvertretend für alle Menschen, die für sauberes Wasser sorgen und das Trinkwasser von enercity nutzen, private wie gewerbliche Kunden, wollen wir zeigen, wie komplex die Bereitstellung einer klaren Sache wie Wasser sein kann“.

Die Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Tjark Bartels, und der Stadt Laatzen, Thomas Prinz, sind als Vertreter der Standortgemeinden der enercity-Wasserwerke mit dabei. „Die Menschen in den Städten und Gemeinden der Region Hannover können sich darauf verlassen, eine sichere Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser zu haben. Unsere Schutzgebiete der Wassergewinnung bieten zudem attraktive Naherholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung“, sagt Prinz. „Seit gut 100 Jahren liefern wir aus der schönen Wedemark sauberes Wasser nach Hannover – das macht uns stolz“, betont Bartels.

Stellvertretend für die zahlreichen Akteure des nachhaltigen Grundwasserschutzes schildert Mathias Eberle vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: "Wir freuen uns, dass durch die finanzielle Förderung einer grundwasserschutzorientierten Zusatzberatung für die Landwirtschaft sowie der land- und forstwirtschaftlicher Grundwasserschutzmaßnahmen ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der zukünftigen Wasserqualität und -quantität geleistet wird. Eine Reihe von Behörden des Landes und der Region Hannover, die Land- und Forstwirtschaft, Ingenieurbüros und Labore sowie nicht zuletzt Naturschutzverbände wirken als Qualitätsmanagement-Netzwerk am Prozess der Trinkwassergewinnung mit. Dieses Treffen hier hilft, dies stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Entlang der gesamten Wasser-Prozesskette setzten sich bei der Aktion auch eine Reihe weiterer Vertreter von Leitungsbauunternehmen über Versorgungsnetzbetreiber, bis hin zum Installationshandwerk, das den Wasserhahn beim Kunden montiert, in Szene.

Familie Paarmann aus Grasdorf stellt sich exemplarisch für die rund 650.000 Menschen, die in der Region täglich enercity Wasser nutzen, dazu. Sie selbst wissen sehr gut, worum es geht, denn Lothar Paarmann hat jahrelang als Leiter im Wasserwerk Grasdorf gearbeitet und seine Frau geht jeden Tag, bei Wind und Wetter, im artenreichen und gut geschützten Wassergewinnungsgebiet der Leine-Masch spazieren.

Helmut Lemke von der Stadtentwässerung Hannover betont: „Wir am Ende der Kette möchten zum Umgang mit dem Wasser zuhause daran erinnern, Abwasser nicht zusätzlich durch unnötige Verunreinigungen, wie fehlgeleiteten Hausmüll, zu belasten. Das gilt besonders für Einträge wie Medikamente und chemische Haushaltsreiniger, die trotz eines hohen technischen Aufwandes in Klärwerken nur schwer aus dem Abwasser entfernt werden können“. 

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Er wurde in der Agenda 21 der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro vorgeschlagen und von der UN-Generalversammlung beschlossen. Seit seiner ersten Ausführung hat er erheblich an Bedeutung gewonnen. Als regionaler Wasserversorger veranstaltet enercity regelmäßig Aktionen am Tag des Wassers.

Mehr zum Thema Wasser finden Sie in der neuen Broschüre „Trinkwasser von enercity“ unter Wasserbroschuere.pdf

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Hintergrund-Information zum enercity-Trinkwasser

42 Millionen Kubikmeter Wasser: Das entspricht etwa dem 30-fachen Inhalt des Maschsees – und genau der Menge, die enercity jedes Jahr als Trinkwasser an rund 650.000 Menschen im Raum Hannover liefert.

Im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld, in den Wasserwerken Elze-Berkhof und Fuhrberg sowie im Wassergewinnungsgebiet Grasdorf, werden fast 95 Prozent davon gefördert. Der Rest wird aus den Talsperren der Harzwasserwerke GmbH bezogen.  Grundlage für die hervorragende Wasserqualität sind auch die umfangreichen Grundwasserschutzaktivitäten der Stadtwerke Hannover AG. Hier lebt das Unternehmen Nachhaltigkeit par excellence.

Über ein rund 2.200 Kilometer langes Rohrnetz wird das Wasser an die Kunden verteilt. Eine Vielzahl von Absperreinrichtungen, Hochbehältern (zum Beispiel auf dem Lindener Berg) und Druckerhöhungsanlagen sorgt dafür, dass das Wasser jederzeit in der gewünschten Menge beim Kunden ankommt, und zwar mit nahezu konstantem Wasserdruck. Das Netz von enercity endet am jeweiligen Hausanschluss mit einem geeichten Zähler.

Das Wasser von enercity unterschreitet die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung in allen Parametern. Zur Gewährleistung der hohen Qualität des Trinkwassers werden pro Jahr mehrere Tausend Proben in den Wasserwerken und im Netz genommen und analysiert. Das enercity Trinkwasser ist bedenkenlos zu genießen. Es weist ein ausgewogenes Mineralienverhältnis auf und ist zudem sehr nitratarm (aktuelle Jahresanalysewerte unter www.enercity.de). Der enercity-BesucherService bietet Führungen in die Wasserwerke und Wassergewinnungsgebiete an (Telefon: 0511/430-2607).

In den beiden über 30.000 Hektar umfassenden Wasserschutzgebieten arbeitet das Unternehmen seit über 20 Jahren intensiv mit der örtlichen Landwirtschaft zusammen, um Einträge in das Grundwasser zu mindern. Ein bereits über 15 Jahre bestehendes Pflanzprogramm im Fuhrberger Feld zielt im Forstbereich auf den Waldumbau von Nadelgehölzen zu wertvollem Laubwald ab. Besonders Buchen lockern mit ihren tiefgründigen Wurzeln den Boden auf. So kann der Waldboden das Wasser wie ein Schwamm aufsaugen, um es dann gleichmäßig an tiefere Schichten abzugeben. Laubbäume, die anders als Nadelbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen, verdunsten im Winter auch deutlich weniger Wasser. Jedes Jahr pflanzen die Förster im Fuhrberger Feld rund 650.000 Laubbäume und gestalten damit Schritt für Schritt die bestehenden Nadelwälder um.

Die Trinkwasser-Erlebnis-Pfade Fuhrberg und Grasdorf vermitteln das Entstehen des Trinkwassers.

Der rund acht Kilometer lange Naturpfad im Fuhrberger Feld, das mit 30.400 Hektar zu den größten Grundwasserschutz- und Wassergewinnungsgebieten in Deutschland zählt, lässt sich zu Fuß in etwa zwei bis drei Stunden erkunden. Der Trinkwasser-Erlebnispfad startet und endet am Parkplatz an der Landstraße L 310 kurz hinter Fuhrberg Richtung Celle. Der Wegeplan „Dem Trinkwasser auf der Spur“ kann unter http://www.enercity.de/publikationenals pdf heruntergeladen werden – oder direkt über diesen Link: wassererlebnispfad_fuhrberg.pdf.

Foto-Download zum Wassererlebnis-Pfad im Fuhrberger Feld
PIN-Code: CEC3C https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=CEC3C

Der rund vier Kilometer lange Wassererlebnispfad im rund 2.700 ha umfassenden Wassergewinnungsgebiet Grasdorf lässt sich gut in rund. 1, 5 Stunden begehen. Im Vordergrund dieses stadtnahen Lehrpfades steht der Wunsch, den Besuchern die Einzigartigkeit des Biotops „Leineaue“ näher zubringen und den Zusammenhang zwischen Zielen der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und der Naherholung darzustellen. Landschafts- und Naturerleben sollen die Grundlage für den Besucher bilden.