Hannover, 28. Mai 2013

Elektroautos - Batteriespeicher für die Energiewende

Fahrer von Elektroautos für eine wissenschaftliche Studie gesucht

Welchen Beitrag können die Akkus in Elektroautos zukünftig zur Energiewende leisten? So lautet eine der zentralen Fragen im Niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität. Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojektes „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“ sucht die enercity Contracting GmbH gemeinsam mit ihren Forschungspartnern Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos aus der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg (möglichst aus dem Großraum Hannover und Braunschweig) für einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch. Es können sowohl private Nutzer/-innen als auch Gewerbetreibende teilnehmen, die Elektroautos in ihren Unternehmensfuhrpark einbinden.

Im Rahmen des Feldversuches sollen die Elektroautobesitzer/-innen ab Herbst 2013 zu ihrem Fahrverhalten befragt werden und eine neue Lademöglichkeit testen. Ein weiteres Ziel ist die Erprobung von verschiedenen Abrechnungsmodellen für Ladestrom unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei besteht für die Teilnehmer/-innen an der Studie auch – bei entsprechendem systemstabilisierendem Ladeverhalten – die Möglichkeit, finanzielle Erträge bis zu 1.000 Euro zu erwirtschaften.

Die im Projekt gesammelten Erkenntnisse werden genutzt, um die Einbindung von erneuerbaren Energien in das Stromnetz weiter voran zu treiben. Somit leistet jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Energiewende.

Das Projekt „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“ ist eines von rund 30 Projekten im Schaufenster Elektromobilität der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. Es wird mit knapp einer Million Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert.

Weitere Informationen zum niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität: www.metropolregion.de/emobil

Link zur Presseinformation anlässlich des Projektstarts:
enercity.de/sp/presse/2013_01_31_E_Autos als Energiespeicher_und_virtuelle_Kraftwerke

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Weitere Informationen unter: www.schaufenster-elektromobilitaet.org

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Hintergrundinformationen zum Projekt „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“

Batterien von Elektroautos als Zwischenspeicher für regenerativ erzeugte Energien sind seit langem im Gespräch. Denn das Auftreten von Wind- oder Sonnenenergie unterliegt starken Schwankungen und fällt auch nicht immer mit dem benötigten Verbrauch von Stromkunden zusammen. So ist es nicht selten, dass zum Beispiel nachts ein großes Stromkontingent an Windstrom vorliegt, das aber keine Abnehmer findet. Oder in den Morgen- und Abendstunden eine erhöhte Stromnachfrage existiert, die nicht mit erneuerbaren Energien vollständig gedeckt werden kann. Diese Schwankungen stören das benötigte Gleichgewicht von Stromerzeugung und -verbrauch und stellen Energieversorger vor neue Herausforderungen. Für den Aus- und Umbau des Stromnetzes müssen deswegen intelligente Stromspeicherlösungen gefunden werden, damit regenerativ erzeugter Strom auch effizient genutzt werden kann. Eine Möglichkeit zur Stromspeicherung und zum kurzfristigen Ausgleich von Stromschwankungen, die sich gerade in der Erforschung befindet, bieten die Batterien von Elektroautos.

Mit dem Projekt „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“ wird im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten „Schaufenster Elektromobilität“ untersucht, inwieweit eine zusätzliche Nutzung der Batterien von dezentral verteilten Elektrofahrzeugen einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems zu leisten vermag. Das Projektkonsortium besteht aus der enercity Contracting GmbH, einem Unternehmen der Stadtwerke Hannover AG, dem Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik (IEH) an der Leibniz Universität Hannover und dem Institut für Transportation Design (ITD), einer Forschungseinrichtung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. An der Schnittstelle zwischen Energiesystem und Elektrofahrzeug angesiedelt, konzentriert sich das Projekt neben technischen Fragestellungen zudem auch auf die Akzeptanzforschung. Ziel der Akzeptanzforschung ist es, die jeweiligen Nutzeranforderungen zu ermitteln und für zukünftige Entwicklungen und Geschäftsmodelle nutzbar zu machen.

Detaillierte Informationen zu den Projektpartnern erhalten Sie unter:
www.iee.uni-hannover.de
www.transportation-design.org