Hannover, 03. September 2013

Feuerwache bekommt Fernwärme

Bau neuer Fernwärmeleitung zum Weidendamm bis Ende 2013

Die in Bau befindliche Feuer- und Rettungswache am Weidendamm wird zukünftig mit 500 kW Leistung durch Fernwärme versorgt. Der Fernwärmeausbau am Weidendamm dient dort perspektivisch auch weiteren Gebäuden. Deshalb verlegt enercity in der Nordstadt über die Kopernikusstraße eine neue, 600 Meter lange Fernwärmeleitung (Kunststoffmantelrohr/KMR DN 150/250 mm). Die Baumaßnahme startet am 9. September 2013 und wird voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern. Die Investition in die neue Leitung beträgt rund 670.000 Euro.

Die Leitung schließt an der Kreuzung "Am Kleinen Felde / An der Lutherkirche" an das bestehende Netz an und verläuft von dort durch die Straße "An der Lutherkirche" nach Osten, quert den Engelbosteler Damm und verläuft anschließend in der Kopernikusstraße weiter nach Osten. An der Kreuzung mit dem Weidendamm biegt die Leitung nach Norden ab und verläuft dort auf dem Neubaugrundstück bis in das Gebäude.

Vorbehaltlich der verkehrsbehördlichen Genehmigung sind folgende Regelungen geplant: die Kopernikusstraße wird verengt auf den zwei südlichen Fahrspuren weiterhin beidseitig befahrbar sein, aber jeweils nur einspurig. Die beiden nördlichen Fahrspuren werden von der Baustelle beansprucht. An der Lutherkirche wird es eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Westen (zur Kirche) geben. Die Haltestelle der Buslinie 200 in Richtung Engelbosteler Damm muss entsprechend den Tiefbauarbeiten verlegt werden.

Fernwärmebaustellen sind meist aufwändiger als andere Leitungsprojekte. Beispielhafte Fotos von den Fernwärmearbeiten (am Friedrichswall im Juli 2013) finden Sie hier:

PIN-Code: SM2H7
https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=SM2H7

Die neu anzuschließende Feuer- und Rettungswache Weidendamm der Berufsfeuerwehr Hannover wird mit Förderung des enercity-Fonds proKlima im Passivhausstandard errichtet. Die Passivhausbauweise wird in dem für den dauerhaften Aufenthalt vorgesehenen Obergeschossen und dem Kopfbau umgesetzt, wo die Verwaltungs-, Personal-, Seminar- und Ruhebereiche liegen. Die im Erdgeschoss befindlichen Fahrzeughallen sind aufgrund der sehr niedrigen Raumtemperaturanforderung davon ausgenommen. Der Bezug der neuen rund
6.100 Quadratmeter umfassenden Wache ist zum 1.Juli 2014 geplant.
http://www.proklima-hannover.de/aktuelles/2013

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Hintergrund-Information zum Fernwärmeausbauprogramm:

Das enercity-Fernwärmeausbauprogramm für Hannover ist ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Klima-Allianz 2020, der insgesamt zu einer CO2-Minderung von rund 65.000 Tonnen pro Jahr führen soll. In der ersten Phase bis zum Jahr 2015 sollen jährlich 15 MW neue Wärmeleistung ans Netz genommen werden. Im Jahr 2012 wurden überplanmäßig mehr als 16 MW neu angeschlossen, darunter mehrere wohnungswirtschaftliche Projekte und das Friederikenstift in der Calenberger Neustadt. Das seit 1962 bestehende Fernwärmenetz hat in Hannover inzwischen eine Länge von 302 Kilometern.

Die Ausbaustrategie setzt vor allem auf Verdichtung der Anschlüsse entlang der bereits bestehenden Leitungsstränge. Der Neubau von Trassen macht wirtschaftlich immer erst bei großen Kunden Sinn. Ab 2016 wird mit einer Verlangsamung der Neuanschlussrate auf 13 MW jährlich gerechnet. Mit dem Jahr 2020 sollen insgesamt 900 MW Anschlussleistung und rund 30 Prozent Anteil am Wärmemarkt erreicht sein.

Als wichtiger Baustein der Energiewende gelten die Energieeffizienz und die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung. Städte mit einem Fernwärmenetz wie Hannover können die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme im großen Stil nutzen. In konventionellen Kraftwerken auf der grünen Wiese lassen sich im besten Fall nur rund 50 Prozent der eingesetzten Energie zur Stromerzeugung nutzen und die entstehende Wärme geht verloren. In den innerstädtischen Heizkraftwerken von enercity sind in Winter-Spitzenzeiten durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme Wirkungsgrade bis zu 89 Prozent möglich.

Daten und Fakten zur Fernwärme:

  • Länge Fern-/Nahwärmeleitungen in Hannover: 305 Kilometer (einschließlich Nahwärme-Inseln // entspricht etwa der Entfernung Hannover - Köln)
  • 80 Prozent unterirdisch, 19 Prozent in Kellern und 1 Prozent oberirdisch verlaufend
  • Anschlussleistung aller Wärmeabnehmer: 882 MW (davon 12 MW Nahwärme)
  • Fernwärmezähler im Netz: 3.681 (darunter viele in Mehrfamilienhäusern von Wohnungsgesellschaften)
  • Wärmeabgabe (inkl. Nahwärme): 1.457 GWh (davon 38 GWh Nahwärme)
  • Erzeugung: drei einspeisende Heizkraftwerke; ein einspeisender Industriekunde
  • Pumpe mit maximaler Förderleistung (Gemeinschaftskraftwerk Hannover-Stöcken): 2.600 Kubikmeter/Stunde
  • Umwälz- und Druckerhöhungspumpen im Netz der enercity Netzgesellschaft mbH: 46 (14 Druckerhöhungsstationen)
  • Maximale Vorlauftemperatur (Winter) 120 Grad Celsius (Rücklauf: 60 Grad Celsius)
  • Minimale Vorlauftemperatur (Sommer) 90 Grad Celsius
  • Fließdauer GKH Stöcken - MHH Roderbruch (Winter, circa) 4,5 Stunden
  • Wassermenge im Fernwärme-Netz 40.000 Kubikmeter