Hannover, 29. Januar 2014

enercity zeigt Kraftwerk-Stillegung bei der Bundesnetzagentur an

Kraftwerk Herrenhausen wird spätestens 2016 vom Netz gehen


Am 28. Januar 2014 hat enercity die geplante, endgültige Stilllegung der Stromproduktion des Kraftwerks Herrenhausen bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) angezeigt. Kraftwerksbetreiber sind nach dem Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, geplante Stilllegungen von Erzeugungskapazitäten bei der BNetzA zu melden.

Aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der dadurch stark gesunkenen Strommarktpreise, ist die Stilllegung des Blocks B aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich. Endgültig aufgegeben wird die Erzeugung elektrischer Energie voraussichtlich Anfang 2015, spätestens jedoch 2016.

Der Block B des Kraftwerks Herrenhausen ist eine mit Erdgas betriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage mit einer elektrischen Netto-Erzeugungsleistung von 102 MW. Einige Anlagenbestandteile des Blocks B werden zunächst weiterhin als Spitzen- und Reservekesselanlage in der Fernwärmeversorgung zur Verfügung gehalten.

„Vor allem für viele der flexiblen und emissionsarmen Gaskraftwerke, zu denen auch das Kraftwerk Herrenhausen zählt, gibt es bei den aktuellen und absehbaren Preisen an der Strombörse keinerlei Deckung der betrieblichen Kosten. Stattdessen erhalten leider klimaschädliche Braunkohlekraftwerke den Zuschlag, weil sie günstiger produzieren können", so Michael Feist, Vorstandsvorsitzender von enercity. Feist fordert klare Rahmenbedingungen für den Umbau des Energieversorgungssystems und verlässliche Zusagen für Investitionen: „Es müssen Mechanismen eingeführt werden, die sowohl den Ausbau der Erneuerbaren weiter fördern als auch einen Markt für gesicherte Leistung schaffen, der ausreichend konventionelle Kraftwerkskapazitäten zur Gewährleistung der bestehenden Versorgungssicherheit bereitstellt. Mittel- bis langfristig geht es darum, ein wettbewerblich ausgerichtetes Kapazitätsmodell einzuführen, das Anreize für die Produzenten schafft und bei dem sich verschiedene Anbieter im Energiemarkt einbringen können," erläutert Feist.

Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende sei für den Wirtschaftsstandort  Deutschland von großer Bedeutung, so Feist weiter. „Es hängt entscheidend davon ab, dass die Ziele Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen erreicht werden. Die Zunahme der Erneuerbaren, der Netzausbau, die Speicherfrage – diese Herausforderungen müssen eng aufeinander abgestimmt werden, auch im europäischen Kontext."

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