Hannover, 11. März 2014

Jahresergebnis der Stadtwerke Hannover AG liegt unter Vorjahresniveau

Unter weiterhin schwierigen Marktbedingungen entwickelt sich das Geschäftsjahr 2013 auf Basis der strategischen Planung K2020 stabil. Das Jahresergebnis von 106,6 Millionen Euro liegt um 6,8 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die Ergebnisbeiträge der Kraftwerke sind aufgrund der schwachen Strompreise bei steigenden Kosten für die eingesetzten Energierohstoffe merklich zurückgegangen und können die Fixkosten nicht mehr decken. Dabei ist die Stromproduktion auf insgesamt circa 6,6 TWh gestiegen (Vorjahr circa 6,0 TWh). Für den in 2010 erworbenen Anteil am Kraftwerk Mehrum wurde eine Wertberichtigung von 21 Millionen Euro durchgeführt, die die gesunkenen Ertragsaussichten konventioneller Kraftwerke widerspiegelt.

Der Unternehmensumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro ist um 7,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang ist die Reduzierung der Erlöse aus Handelsgeschäften.

In der Sparte Strom ist der Vertriebsabsatz an Endkunden im Wettbewerb unter Sicherung der Marge leicht zurückgegangen. In der Sparte Gas wurde der Vertriebsabsatz an Endkunden im Wesentlichen durch das bundesweite Geschäft gesteigert. Der Fernwärmeabsatz in Hannover wurde um 4,9 Prozent auf 1.357 GWh gesteigert. Es wurden circa 15 MW Anschlussleistungen neu akquiriert. Größter Abschluss war die Belieferung von Liegenschaften des Staates Bayern mit Strom von rund 1.750 GWh/a, darunter die Versorgung des Schlosses Neuschwanstein.

Die vereinnahmte Thüga-Dividende liegt bei 47 Millionen Euro.

Der bundesweit agierende Contracting-Bereich ist weiterhin auf Wachstumskurs. Der Umsatz ist um circa 20 Millionen Euro auf 245 Millionen Euro gestiegen. Der Ergebnisbeitrag beträgt rund 14,5 Millionen Euro. Die Contracting-Töchter betreiben 1.763 Anlagen bundesweit und setzen insgesamt rund 1,9 TWh Wärme ab. Mit dem Erwerb der eCG Nord GmbH konnte das Contractinggeschäft weiter ausgebaut werden.

Die enercity-Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen deckt aktuell rund zwei Drittel des Strombedarfs der hannoverschen Haushaltskunden bilanziell ab. Die regenerative Stromerzeugung wurde im Wesentlichen auf Basis von Biomasse und Biogas um rund 60 GWh auf 554 GWh gesteigert. Zwei Windparks mit einer Gesamtproduktionskapazität von rund 62 GWh wurden erworben. Mit dem Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Logistikdienstleisters wurde eine der größten PV-Flächen mit einer Leistung von fast 2 MW auf einer Fläche von rund 42.000 Quadratmetern in Betrieb genommen. 

Mit 97,1 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung an die Anteilseigner um 4,6 Millionen Euro unter der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 101,7 Millionen Euro. Davon entfallen auf die VVG 78,1 Millionen Euro. Die Konzessionsabgabe beträgt 40,7 Millionen Euro.

Schwierige Bedingungen auf dem Strommarkt

„Geprägt von den zunehmend schwierigeren Bedingungen auf dem Strommarkt und der zur Zeit widersprüchlichen Ausrichtung der Energiewende in Deutschland haben wir unser Geschäft 2013 erfolgreich durchgeführt. Stärker als im letzten Jahr stehen die Kraftwerke aufgrund der niedrigen Strompreise an der Börse wirtschaftlich unter Druck. Daher liegt das Unternehmensergebnis leicht unter dem des Vorjahres. Es ist uns trotz der anspruchsvollen Marktlage gelungen, uns operativ und strategisch erfolgreich zu positionieren und den Ausbau zukunftsfähiger Geschäftsfelder weiter voranzubringen. Insbesondere das Geschäftsfeld Contracting und unsere Beteiligungen leisten einen zunehmenden Beitrag zum Geschäftsergebnis", kommentiert Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, das zurückliegende Geschäftsjahr. „Mit der Gründung der enercity Erneuerbare GmbH (eEG) haben wir einen weiteren Meilenstein in Richtung unseres Ziels, bis zum Jahr 2020 alle hannoverschen Haushaltskunden mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen, erreicht."

enercity wird auch in den folgenden Geschäftsjahren den im Unternehmenskonzept K2020 aufgezeigten strategischen Unternehmensentwicklungsprozess fortführen, um sich erfolgreich gegenüber den Herausforderungen zu positionieren, so Feist weiter. „Eine energiepolitische Korrektur des derzeitigen Energieversorgungssystems mit dem Ziel belastbare und konsistente Rahmenbedingungen zu schaffen, ist dringend erforderlich. „Das ordnungspolitische, regulatorische und wirtschaftliche Umfeld der Energieversorgung wird auch zukünftig durch massive Veränderungen gekennzeichnet sein. Insbesondere der Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit Einspeisevorrang in die Netze wird zunehmend die Bereitstellung flexibler, konventioneller Kraftwerke als Backup-Kapazitäten erfordern. Die zügige Einführung von Kapazitätsmechanismen ist notwendig, um die Versorgungssicherheit des Marktes zu gewährleisten", blickt Feist in die Zukunft.

Die Fakten im Überblick

Die Umsatzerlöse sinken von 2,64 Milliarden Euro um circa 7,2 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Dieser Rückgang ist durch eine Abnahme der Erlöse aus Handelsgeschäften begründet. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) beträgt 2013 147,1 Millionen Euro (Vorjahr: 147,8 Millionen Euro). Das Unternehmensergebnis (Summe aus Gewinnabführung, Ausschüttung auf Genussscheinkapital und Rücklagenzuführung) sinkt um 7,8 Millionen Euro von 114,4 Millionen Euro im letzten Jahr auf 106,6 Millionen Euro in 2013. Mit 97,1 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung an die Anteilseigner um 4,6 Millionen Euro unter der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 101,7 Millionen Euro. Davon entfallen auf die VVG 78,1 Millionen Euro, auf die Region Hannover 0,7 Millionen Euro und auf die Thüga 18,3 Millionen Euro.

In die Gewinnrücklagen des Unternehmens fließen 6,0 Millionen Euro aus dem Unternehmensergebnis ein. Das Genussscheinkapital wird mit 3,5 Millionen Euro verzinst. Die Konzessionsabgabe an die Städte und Gemeinden im Netzgebiet der Stadtwerke Hannover AG beläuft sich auf 40,7 Millionen Euro (Vorjahr: 41,2 Millionen Euro). Die Wertschöpfung in der Stadt und den Umlandgemeinden beträgt rund 390,3 Millionen Euro (391,3 Millionen Euro im Vorjahr).

Der Gesamtstromabsatz ist im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 19,7 Prozent auf 16.368 GWh gesunken. Ursächlich für den Rückgang waren die im Vergleich zum Vorjahr um 26,7 Prozent niedrigeren Handelsmengen.  Der Absatz an Kunden innerhalb des Konzessionsgebiets ist gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent und der Stromabsatz außerhalb des Konzessionsgebiets um 1,4 Prozent gesunken.

Der Gesamtgasabsatz ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 8,3 Prozent auf 21.719 GWh gesunken. Der Absatz an Endkunden innerhalb des Konzessionsgebiets ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gesunken. Der Absatz an Endkunden außerhalb des Konzessionsgebietes konnte durch Kundenzugewinne entsprechend der enercity-Wachstumsstrategie um 11,9 Prozent auf 1.461 GWh gesteigert werden. Der Zuwachs liegt unter anderem in der Erhöhung des Absatzes an die Tochtergesellschaften Danpower und enercity Contracting Gesellschaft begründet.

Der Wasserabsatz liegt im Geschäftsjahr 2013 mit 40,6 Mio. Kubikmetern etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 40,9 Kubikmeter).

Der Wärmeabsatz ist 2013 wieder leicht um 4,9 Prozent auf 1.357 GWh gestiegen. Der gestiegene Fernwärmeabsatz ist zum einen witterungsbedingt und liegt zum anderen in der planmäßigen Ausweitung der Fernwärmeversorgung im Rahmen des Fernwärmeausbauprogramms von enercity begründet. Der Wärmeabsatz der Contracting-Gesellschaften liegt bei 1,7 TWh.

Die Anzahl der Beschäftigten beträgt 2.591 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Stichtag 31.12.2013 (2.593 Mitarbeitende im Vorjahr).

Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2013 im Überblick

  • Im Februar 2013 wurde die Modernisierung im Heizkraftwerk Linden mit der Inbetriebnahme abgeschlossen.
  • Der Aufsichtsrat von enercity hat im Februar 2013 einer Erhöhung des Stromtarifpreises um 5,8 Prozent zum 1. April 2013 zugestimmt. Die Strompreiserhöhung wurde durch die staatlich indizierten Kostensteigerungen erforderlich. Des Weiteren hat der enercity-Aufsichtsrat im November 2013 einer Erhöhung des Stromtarifpreises um 3,46 Prozent zum 1. Januar 2014 zugestimmt. Die Energiewende und der damit verbundene Ausbau sowohl der erneuerbaren Energieträger im bundesdeutschen Stromerzeugungsmix als auch der Stromnetze lassen die staatlichen Umlagen im Strompreis ansteigen. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen garantiert enercity, dass die Strompreise nach der Erhöhung zum 1. Januar 2014 bis mindestens Herbst 2014 konstant bleiben.
  • Im April 2013 wurde dem Ausbau regenerativer Energieerzeugung als wesentliches strategisches Unternehmensziel folgend die enercity Erneuerbare GmbH (eEG) mit Sitz in Hannover als 100-prozentiges Tochterunternehmen von enercity gegründet. Gegenstand des Unternehmens ist unter anderem Planung, Errichtung, Betrieb und Erwerb von Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen, insbesondere Windenergieanlagen. Im Mai 2013 kauft die eEG sämtliche Geschäftsanteile an der Paul Eckhoff Windpark Fischbeck GmbH, Vechta, einer Projektgesellschaft für die Errichtung und den Betrieb eines Windparks in der Gemarkung Fischbeck in Sachsen-Anhalt. Der Windpark umfasst fünf Anlagen mit jeweils einer Leistung von 2,3 MW. Zum 1. Oktober 2013 hat die eEG sämtliche Anteile an der Windparkbetriebsgesellschaft Martenberg mbH erworben. Die Gesellschaft betreibt auf dem Gebiet der Gemeinde Adorf-Diemelsee in Nordhessen sechs Anlagen mit einer Gesamtleistung von 13,8 MW.
  • Im Juni 2013 übernimmt die enercity Contracting Nord GmbH das Contracting-Geschäft  der Dalkia GmbH mit einer Leistung von 101 MWth und 1,5 MWel sowie einer jährlichen Wärmeabgabe von 95 GWh (38 Projekte, darunter 5 KWK-Anlagen). Unter ihren Anlagen ist auch eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa: die Wärmeversorgung der HafenCity Ost in Hamburg.
  • Im August 2013 hat enercity die Einstellung der Stromerzeugung im Kraftwerk Herrenhausen bis spätestens Ende März 2016 beschlossen. Die Stilllegung erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen. Wärmeseitig wird das Kraftwerk als potenziell erforderliche Kesselanlage zur Spitzen- und Reserveproduktion von Fernwärme jedoch erhalten bleiben.
  • Im Oktober 2013 wurden mit Wirkung zum 1. November 2013 die Anteile an der Clevergy GmbH & Co. KG an die LichtBlick SE verkauft. enercity war seit dem Jahr 2008 zusammen mit der N-ERGIE AG, Nürnberg, zur Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt.

Die Stadt Hannover und enercity haben sich auf eine Verlängerung der Konzessionsverträge zum Betrieb der Leitungsnetze für Strom, Gas, Fernwärme und Wasser im hannoverschen Stadtgebiet bis zum Jahr 2034 geeinigt.

Bitte beachten Sie auch unser Video auf YouTube:

Positionen Der enercity-Vorstandvorsitzende Michael Feist zum Geschäftsjahr 2013

Die URL ist: http://youtu.be/0vTbUB7W6Gk

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Themen finden Sie im Internet unter http://www.enercity.de/sp/presse/meldungen/index.html

Fotos von der Bilanzpressekonferenz finden Sie zum Downloaden hier (ggfs. PIN-Code: 21WSF erforderlich): https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=21WSF

Die Bilder dürfen für Berichterstattung über enercity frei verwendet werden (darüber hinausgehende Verwendung nur mit Freigabe von enercity).

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