Hannover, 14. März 2014

Fernwärmeausbau im Sahlkamp startet

Mehrere Wohngebiete im Sahlkamp werden zukünftig auf Basis der umweltfreundlichen Fernwärme von enercity versorgt. Der hierfür erforderliche Ausbau des Leitungsnetzes beginnt noch im März. Nach bereits begonnenen Baumaßnahmen auf dem Grundstück der Scharnhorstkaserne starten die Baumaßnahmen des ersten Bauloses im öffentlichen Bereich am 17. März 2014. Dabei verlegt enercity rund 850 Meter Kunststoffmantelrohr (KMR)-Fernwärmeleitungen der Nennweite DN 250/400. Die offenen Grabenarbeiten betreffen zunächst den Trassenbereich in der Kugelfangtrift zwischen Scheffelfeld bis zur Kreuzung General-Wever-Straße. Voraussichtlich ab Juni 2014 beginnen dann die Arbeiten im nächsten Trassenabschnitt in der Kugelfangtrift zwischen General-Wever-Straße und Alte Heide.

Die Arbeiten des zweiten Bauloses gehen derzeit in die Ausschreibung. Diese betreffen den Bereich Hägewiesen, Odenwaldstraße und Westerwaldstraße. Unter anderem verläuft die neue Fernwärmetrasse durch einen Grünstreifen zwischen Hägewiesen und Odenwaldstraße. Die Bauzeit für das zweite Baulos ist von Mitte Mai bis Ende Oktober 2014 geplant.

Die neuen Fernwärmeleitungen dienen der zukünftigen Wärmeversorgung von mehreren mehrgeschossigen Wohnungsobjekten im Sahlkamp. Fast 50 Gebäude mit über 1.100 Wohneinheiten und einer Wohnfläche von über 82.500 Quadratmetern sollen schrittweise angeschlossen und zukünftig mit umweltfreundlicher Fernwärme beliefert werden. Die Gesamtanschlussleistung der Wohnobjekte beträgt im Endausbaustadium rund 6 MW.

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Hintergrund-Information zum Fernwärmeausbauprogramm:

Das enercity-Fernwärmeausbauprogramm für Hannover ist ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Klima-Allianz 2020, der insgesamt zu einer CO2-Minderung von rund 65.000 Tonnen pro Jahr führen soll. In der ersten Phase bis zum Jahr 2015 sollen jährlich 15 MW neue Wärmeleistung ans Netz genommen werden. Im Jahr 2012 wurden überplanmäßig mehr als 16 MW neu angeschlossen, darunter mehrere wohnungswirtschaftliche Projekte und das Friederikenstift in der Calenberger Neustadt. Das seit 1962 bestehende Fernwärmenetz hat in Hannover inzwischen eine Länge von 305 Kilometern.

Die Ausbaustrategie setzt vor allem auf Verdichtung der Anschlüsse entlang der bereits bestehenden Leitungsstränge. Der Neubau von Trassen macht wirtschaftlich immer erst bei großen Kunden Sinn. Ab 2016 wird mit einer Verlangsamung der Neuanschlussrate auf 13 MW jährlich gerechnet. Mit dem Jahr 2020 sollen insgesamt 900 MW Anschlussleistung und rund 30 Prozent Anteil am Wärmemarkt erreicht sein.

Als wichtiger Baustein der Energiewende gelten die Energieeffizienz und die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung. Städte mit einem Fernwärmenetz wie Hannover können die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme im großen Stil nutzen. In konventionellen Kraftwerken auf der grünen Wiese lassen sich im besten Fall nur rund 50 Prozent der eingesetzten Energie zur Stromerzeugung nutzen und die entstehende Wärme geht verloren. In den innerstädtischen Heizkraftwerken von enercity sind in Winter-Spitzenzeiten durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme Wirkungsgrade bis zu 89 Prozent möglich.

Daten und Fakten zur Fernwärme:

  • Länge Fern-/Nahwärmeleitungen in Hannover: 305 Kilometer (einschließlich Nahwärme-Inseln // entspricht etwa der Entfernung Hannover - Köln)
  • 80 Prozent unterirdisch, 19 Prozent in Kellern und 1 Prozent oberirdisch verlaufend
  • Anschlussleistung aller Wärmeabnehmer: 887 MW (davon über 12 MW Nahwärme)
  • Fernwärmezähler im Netz: 3.764 (darunter viele in Mehrfamilienhäusern von Wohnungsgesellschaften)
  • Wärmeabgabe (inkl. Nahwärme): 1.457 GWh (davon 38 GWh Nahwärme)
  • Erzeugung: drei einspeisende Heizkraftwerke; ein einspeisender Industriekunde
  • Pumpe mit maximaler Förderleistung (Gemeinschaftskraftwerk Hannover-Stöcken): 2.600 Kubikmeter/Stunde
  • Umwälz- und Druckerhöhungspumpen im Netz der enercity Netzgesellschaft mbH: 46 (14 Druckerhöhungsstationen)
  • Maximale Vorlauftemperatur (Winter) 120 Grad Celsius (Rücklauf: 60 Grad Celsius)
  • Minimale Vorlauftemperatur (Sommer) 90 Grad Celsius
  • Fließdauer GKH Stöcken - MHH Roderbruch (Winter, circa) 4,5 Stunden
  • Wassermenge im Fernwärme-Netz 40.000 Kubikmeter