Hannover, 25. April 2014

Effektiver Helfer in der Not: der enercity-Härtefonds e.V.

Der vor drei Jahren gegründete enercity-Härtefonds e.V. erbrachte durchweg sehr positive Erfahrungen. Seit Gründung im April 2011 war eine steigende Tendenz bei den Anträgen zu verzeichnen, die sich nun auf Vorjahresniveau stabilisiert hat. Wie im letzten Jahr kann dies auf die steigende allgemeine Bekanntheit und den durchgängigen Informationsstand bei den beteiligten Institutionen zurückgeführt werden.

In den letzten drei Jahren wurden rund 150 Anträge zur Übernahme von Rückständen für Energielieferungen für Kunden gestellt und in vollem Umfang genehmigt. enercity stellt dem Verein 150.000 Euro jährlich für die finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Diese Mittel wurden in den letzten beiden Jahren zu circa 50 Prozent ausgeschöpft.

„Durch die weiterhin gute und konstruktive Zusammenarbeit der Sozialbehörden mit dem enercity-Härtefonds fallen jetzt weniger Härtefälle durch das soziale Netz", sagt Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter und stellvertretender Vorsitzender des Vereins. „Mit Blick auf die letzten zwölf Monate bestätigt sich erneut, dass der Kooperationsansatz rund um den Härtefonds bereits an vorgelagerter Stelle positive Wirkung zeigte: Das Jobcenter, über das ein Antrag an den Härtefonds eingereicht werden kann, konnte auch diesmal wieder zahlreiche bedürftige Antragssteller mit regulären öffentlichen Hilfsleistungen unterstützen."

„Der enercity-Härtefonds e.V. trägt dazu bei, dass in unserem Netzgebiet Sperrungen in sozialer Notsituation möglichst vermieden werden. Weit über 3.000 Sperrfälle wurden durch das gemeinsame Wirken der Akteure in drei Jahren hinfällig", so enercity-Arbeitsdirektor Jochen Westerholz und Vorsitzender des Vereins. „Das Modell des Härtefonds stößt mittlerweile auch über die Grenzen Hannovers hinaus auf zunehmendes Interesse. Im letzten Jahr erreichten uns mehrere Anfragen interessierter Vertreter von Städten, Kommunen oder Energieversorgern sowie Gewerkschaften."

Die im letzten Jahr beim enercity-Härtefonds eingereichten Anträge kamen zu 75 Prozent vom Jobcenter der Region Hannover, zu 19 Prozent vom Fachbereich Soziales der Landeshauptstadt Hannover und zu 8 Prozent aus den Städten Laatzen und Langenhagen. In rund 45 Prozent aller Fälle wurden die Anträge auf soziale Härte aufgrund von Krankheit, gesundheitlicher Einschränkung und hohem Alter positiv entschieden, 55 Prozent der Fälle betrafen Haushalte mit minderjährigen Kindern und/oder Alleinerziehende.

Mit der kooperativen Verfahrensweise zum enercity-Härtefonds werden derzeit jährlich deutlich mehr als 1.000 Sperrungen verhindert bzw. aufgehoben. Während einer Antragsprüfung durch das Jobcenter der Region Hannover oder den Fachbereich Soziales der Landeshauptstadt Hannover ist mit enercity vereinbart, dass der Sperrprozess im Einzelfall befristet ausgesetzt wird. In der Regel werden SGB-Leistungen gewährt, so dass drohende Sperrungen verhindert werden. Wird ein Antrag beim enercity Härtefonds e.V. gestellt, dann wird auch in all diesen Fällen eine Sperrung verhindert oder aufgehoben.

Die gemeinsame Gründung des Vereins durch die Landeshauptstadt Hannover und enercity hat eine Basis geschaffen, aus der eine enge Zusammenarbeit an der Schnittstelle Jobcenter / Fachbereich Soziales und enercity erwachsen ist. Das Prüfen von Ansprüchen auf Leistungen für Energieschulden nach dem Sozialgesetzbuch, die Berücksichtigung von sozialen Härtefällen und die Bewilligung finanzieller Unterstützung im Einzelfall ist mittlerweile ein fest etablierter Prozess zwischen den Beteiligten.

Der enercity-Härtefonds kann und soll nicht das bestehende und in der Regel funktionierende soziale System öffentlicher Unterstützungsleistungen ersetzen. Der neue Ansatz ermöglicht vielmehr schnelles und gezieltes Handeln und Hilfe in akuten Notsituationen, die von öffentlichen Leistungen nicht mehr abgedeckt werden. Er dient außerdem als Ergänzung zu den bei enercity bereits vorhandenen Möglichkeiten, wie den Ratenmodellen und Stundungen und den öffentlichen Unterstützungsleistungen für sozial Benachteiligte nach dem Sozialgesetzbuch.

Mit dem enercity-Härtefonds trägt das Unternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung und der Verbundenheit mit der Region Rechnung. Neben weiteren Spenden und Sponsoringaktivitäten schufen die Stadtwerke Hannover AG und ihre kommunalen Partner bereits 1998 den enercity-Fonds proKlima, welcher seit vielen Jahren die AWO-Energieberatungsangebote für einkommensschwache Haushalte unterstützt.

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Hintergrundinformation zum enercity-Härtefonds e.V.

Der Verein wurde am 8. April 2011 zusammen mit der Landeshauptstadt Hannover gegründet, um Sperrungen in sozialen Härtefällen zu vermeiden. Er wird vollständig von der Stadtwerke Hannover AG finanziert.

Das Engagement richtet sich ausschließlich an unverschuldet in finanzielle Not geratene private Energie- und Wasserkunden von enercity. Zur Abwendung oder Aufhebung von Versorgungsunterbrechungen von Strom, Gas- und Wasser werden sie unterstützt. Voraussetzung ist, dass sie hierfür keine Leistungen vom Jobcenter oder dem Fachbereich Soziales erhalten beziehungsweise bekämen. Diese beiden Behörden wenden sich nach Abstimmung mit dem betroffenen Kunden und dessen schriftlicher Zustimmung an den Verein, der nicht direkt von Kunden kontaktiert werden kann.

Der enercity-Härtefonds e.V. entscheidet anhand eines Kriterienkataloges, ob ein sozialer Härtefall vorliegt. Als solcher gelten Kunden, die entweder aufgrund hohen Alters und/oder gesundheitlicher Einschränkungen besonders von den Auswirkungen einer Sperrung betroffen sind. Dasselbe gilt auch für Familien und Alleinerziehende mit kleinen Kindern. Eine finanzielle Unterstützung wird zweckgebunden für Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Stadtwerke Hannover AG im Einzelfall gewährt und direkt überwiesen. Es handelt sich dabei um eine Einzelentscheidung des Vereins ohne Rechtsanspruch, die in der Regel einmalig erfolgt.