Hannover, 14. Juli 2014

Aus Alt wird Neu: Windkraft vom Seelzer Heisterberg

Mit Windenergie kann im Flachland der preisgünstigste Ökostrom erzeugt werden. Rund 21 Jahre hat das Windrad der „Windfreunde GbR", das übrigens erste seiner Art in Seelze, auf dem Heisterberg zuverlässig Strom produziert. Inzwischen ist es in die Jahre gekommen und moderne Windanlagen arbeiten deutlich effizienter.

Die Anlage, die der Verein auf dem Gelände des enercity-Wasserhochbehälters betrieb, wurde im vergangenen Jahr von den enercity erworben, um den Standort direkt am Stadtrand von Hannover zu entwickeln. Die nicht mehr zeitgemäße Anlage wird seit Montag, 14. Juli 2014, rückgebaut. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, um Platz zu machen für eine neue Anlagengeneration.

Die Windfreunde freuen sich über die aktuellen Entwicklungen „Wir würden es begrüßen, wenn der Standort, der sich über all die Jahre als geeignet erwiesen hat und inzwischen fester Bestandteil des Hannoverschen Stadtrandbildes geworden ist, auch zukünftig eine Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Denn so kann unsere Pionierarbeit von damals Früchte tragen" sagt Erika Blaskowski, die langjährige Geschäftsführerin der Windfreunde.

Neue Anlage mit besonders leiser Technik

Unter Berücksichtigung der planungs- bzw. immissionsschutzrechtlich Randbedingungen plant enercity eine Anlage, die mit bester verfügbarer Technik die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt: Neben dem industriell anmutenden Wasserhochbehälter Heisterberg soll eine größere Windkraftanlage errichtet werden, die aufgrund der stadtnahen Lage jedoch deutlich unter der im Binnenland inzwischen üblichen Leistung von 3 MW bleibt. Eine neue Anlage mit 2 MW Nennleistung hätte einen Rotordurchmesser von 80 bis 90 Metern und eine Nabenhöhe von 90 bis 100 Metern und wäre damit insgesamt 140 Meter hoch. Dies ist auch deutlich weniger als die in anderen enercity-Projekten geplanten 200 Meter. Außerdem soll eine Anlage mit besonders leiser Technik und mit zusätzlicher Nachtabsenkung zum Einsatz kommen. Die prognostizierte Stromproduktion von rund 4 Mio. Kilowattstunden pro Jahr entspricht im Mittel dem Verbrauch von 1.600 Privathaushalten und liegt damit 40 Mal höher als bei der alten Anlage.

Aktiv den Dialog suchen

„Wir sind uns bewusst, dass dies kein einfacher Standort ist, da die Abstände zu den Siedlungen in Velber und Letter-Süd sowie Hannover-Ahlem jeweils rund 500 Meter betragen. Dennoch sehen wir hier einen sinnvollen Ansatz eine umweltverträgliche und zukunftsorientierte Energieversorgung aufzubauen, die weder das Klima gefährdet noch andere Folgelasten mit sich bringt. Wir werden aktiv den Dialog suchen und unsere Projekt vor Ort präsentieren", betont Harald Noske, Technischer Vorstand von enercity. Die Vorstellung des Projektes durch enercity in den politischen Gremien der Stadt Seelze soll zeitnah erfolgen.

„Zu bedenken sei, dass Seelze mit dem neuen Raumordnungsprogramm (RROP 2015) sein einziges Vorranggebiet für die Windkraftnutzung verlieren könnte. Damit Klimaschutz und Energiewende in Seelze nicht ins Hintertreffen geraten, sollte das Thema Windenergie deshalb völlig neu gedacht und alle Möglichkeiten geprüft werden. Ein solcher Leuchtturm auf dem Heisterberg könnte zum Wahrzeichen und Informationspunkt für die Klimaschutzaktivitäten in Seelze gemacht werden", so Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover.

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