Hannover, 29. September 2014

Lebensraum für gefährdete Reptilien auf enercity-Wasserwerksgelände

Mit einer gemeinsamen Aktion starten die Region Hannover und enercity Rodungsarbeiten auf dem Betriebsgelände des Wasserwerks Fuhrberg. Ziel ist die Schaffung besserer Lebensbedingungen für gefährdete Nattern und Eidechsen.

Am Montag, dem 29. September 2014, beginnen auf dem Gelände des Wasserwerks Fuhrberg umfangreiche Rodungsarbeiten. Im Auftrag der Region Hannover und von enercity werden Büsche und Bäume beseitigt, um die Lebensbedingungen der hier beheimateten Reptilien zu verbessern. Insbesondere die Freiflächen auf der Sonnenseite des Betriebsgeländes sollen erweitert werden, um Nattern und Eidechsen entsprechenden Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Besucher der am Wochenende des 25. und 26. Oktober 2014 in Fuhrberg stattfindenden Ausstellung „Heizen mit Holz“ können die maschinelle Weiterverarbeitung des dabei geernteten Holzes mitverfolgen.  

Sehr bedeutsamer Lebensraum für Reptilien

Auf dem eingezäunten Betriebsgelände des enercity-Wasserwerkes befinden sich sieben mit Weiden, Erlen und Pappeln bewachsene Schlammbecken, in die zeitweise Wasser gepumpt wird. Die schmalen Dämme zwischen den Becken sind mit Kiefern und einzelnen Laubbäumen bewachsen. Die angrenzenden nur vereinzelt mit Bäumen bewachsenen Böschungen der Becken mit den anschließenden Freiflächen des Wasserwerksgeländes sind nach dem Landschaftsrahmenplan der Region Hannover ein sehr bedeutsamer Lebensraum für Reptilien. Insbesondere für die unter Naturschutz stehenden und Sonne liebenden Waldeidechsen, Schling- und Ringelnattern. 

Wasserwerksgelände bietet optimale Bedingungen

Das nicht-öffentlich zugängliche Betriebsgelände mit seinem Wechsel von Flächen mit Baumbestand, vegetationslosen Flächen und spärlich bis dichter Vegetation auf sandigem Boden bietet den Reptilien optimale Lebensraumbedingungen. Als Sonnen- und Versteckplätze, die den Tieren die Regulierung ihrer Körpertemperatur ermöglichen, werden liegendes Totholz, Baumstubben und Steinhaufen genutzt.    

Bereits Ende August 2014 sind die Kiefern auf den die Becken umgebenden Flächen bis auf Einzelbäume entfernt worden. Diese Flächen werden zukünftig von Baumbewuchs freigehalten, indem abschnittsweise einmal jährlich gemäht wird. Auf den beiden südlichen, am stärksten mit Buschwerk bewachsenen Becken werden jetzt die Gehölze mit ihren Wurzelstubben komplett beseitigt. Mit einem Bagger  werden die Gehölze abgekniffen, die Wurzelstubben gerodet und an den trockeneren Wegerändern deponiert.    

In einem dritten Arbeitsgang werden die Kiefern mit Motorsägen auf den Dämmen gefällt und mit einer Seilkrananlage an den Rand der Becken gehievt; hier werden sie weiter aufgearbeitet. Die Vorführung dieser Technik ist zur Ausstellung „Heizen mit Holz“ geplant, die am letzten Oktoberwochenende am enercity-Wasserwerk Fuhrberg stattfindet. Die Stämme der gefällten Bäume werden dabei zu normalen Rundholz aufgearbeitet, der größte Teil der Kronen, Äste und Stubben zusammengefahren und später zu Holzhackschnitzeln für eine energetische Nutzung verarbeitet.   

Mittel kommen aus Programm "Erhöhung zur Artenvielfalt"

Die Kosten in Höhe von 18.000  Euro für die Spezialmaschinen zur Beseitigung der Gehölze in den zwei Schlammpoldern trägt die Region Hannover aus Mitteln ihres Programms zur Erhöhung der Artenvielfalt. enercity übernimmt den Einsatz der Forsttechnik, die örtliche Koordinierung aller Arbeiten und die dauerhafte Pflege zur Offenhaltung der umgebenden Flächen. 

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Ein Foto zu den Rodungsarbeiten finden Sie hier zum Download (ggfs. PIN-Code: 3CAZC erforderlich):  

https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=3CAZC  

Es zeigt, wie sich der Bagger einen Weg in die überwachsenen Schlammpolder schlägt.