Hannover, 22. Oktober 2014

GKH: 25 Jahre Strom und Wärme für Hannover

Am 27. Oktober 2014 jährt sich die offizielle Inbetriebsetzung des Gemeinschaftskraftwerks Hannover (GKH). Das größte enercity-Kraftwerk in Stöcken produziert seit 1989 zuverlässig die Grundlast des Strom und der Fernwärme für Hannover.

Am 27. Oktober 2014 jährt sich die offizielle Inbetriebsetzung des Gemeinschaftskraftwerks Hannover (GKH). Das größte enercity-Kraftwerk in Stöcken produziert seit 1989 zuverlässig die Grundlast des Strom und der Fernwärme für Hannover. Im Kontext der Energiewende haben sich in den letzten Jahren die Bedingungen für den Betrieb des Kraftwerks fundamental verändert.

1989 modernstes Kraftwerk Europas

Die Inbetriebsetzungsfeier des Gemeinschaftskraftwerks Hannover (GKH) am 27. Oktober 1989 fand mit Bundesprominenz statt. Umweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer war damals in Hannover zu Gast, um den Betrieb eines der modernsten Kohlekraftwerke einzuläuten. Die dort installierte Technik widerlegte die anfänglichen Befürchtungen der örtlichen Bürgerinitiative während der Planungs- und Bauphase. Dank umfangreicher Umweltschutztechniken unterschritt das Kraftwerk mit dem Investitionsvolumen von damals 660 Millionen DM sämtliche Immissionsschutz-Grenzwerte um die Hälfte und liegt auch heute - nach mehreren Verschärfungen - noch darunter.

Ein Private Public Partnership-Projekt

Das Weg weisende Private Public Partnership-Projekt - die Kraftwerksbetreibergesellschaft wurde gemeinsam mit VW und Continental gegründet - arbeitete stets sauber und ohne Belästigung der Nachbarschaft. Es produziert nun 25 Jahre lang nicht nur tagtäglich den Großteil an Strom und Wärme für Hannover, sondern liefert auch maßgeschneiderte Prozesswärme für die beiden Industriekunden in der Nachbarschaft - zum Beispiel Technische Wärme (mit etwas höheren Temperaturen) für das VW Nutzfahrzeuge-Werk. Mit diesen neuen innerstädtischen Kapazitäten konnte der Ausbau des Fernwärmenetzes in Hannover deutlich ausgeweitet werden. „Das GKH mit seinen zwei Blöcken erwies sich als hochgradig zuverlässig", zieht enercity-Technikvorstand Harald Noske Zwischenbilanz. „Seine Verfügbarkeit erreicht 96 Prozent für den einzelnen Block und nahe 100 Prozent für die Gesamtanlage. Damit ist das GKH ein Garant sowohl für Versorgungssicherheit als auch für Effizienz".

Kosten des Betriebs kaum noch zu decken

Obwohl die Anlage 24 Stunden täglich am Netz ist, erweist sich die wirtschaftliche Lage unter aktuellen Marktbedingungen für derartige konventionelle Anlagen als kritisch. „Trotz seiner positiven Eigenschaften führt die Energiewende aber auch im GKH aufgrund der stark gesunkenen Strompreise an der EEX-Strombörse zu einer sehr schwierigen Situation. Die laufenden Kosten für Betrieb und Instandhaltung sind kaum mehr zu decken, obgleich wir das GKH in den letzten Jahren auf eine hoch dynamische Fahrweise eingestellt haben", gibt Noske zu bedenken. „Vor dem Kontext der fluktuierende Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien haben alle enercity-Kraftwerke die erforderlich Flexibilität erlernt. Die Prozesse dieser Kohlekesselanlage sind inzwischen zur schnellen Regelfähigkeit optimiert. Zwischen 30 bis 40 Mal täglich gehen Fahrplanänderungen von den Einsatzoptimierern in der Leitwarte ein. Inzwischen deckt das GKH je Block ein Lastspektrum zwischen maximal 150 MW und minimal 16 MW ab. Damit ist das Heizkraftwerk ein guter Partner für die Erneuerbaren Energien".

KWK-Anlagen sichern Versorgung

Die gegenwärtige Entwicklung auf dem Erzeugungsmarkt macht den Betrieb zunehmend schwierig. „Die Vorrang-Einspeisung erneuerbar erzeugten Stromes und sehr niedrige, teils negative Preise an der EEX stellen die Wirtschaftlichkeit des Heizkraftwerkes auf eine harte Probe. Doch gerade KWK-Anlagen dieser Art und Güte brauchen Zukunftssicherheit. Daher ist ein Kapazitätsmarkt für konventionelle Anlagen mittelfristig unverzichtbar. Es darf einfach nicht zugelassen werden, dass solche Anlagen wirtschaftlich erdrückt werden, obwohl man ihren zuverlässigen Betrieb in den Zeitfenstern ohne Wind- und Sonnenstrom zwingend braucht", fordert Noske für die Zukunft.

Kurzbeschreibung des Gemeinschaftskraftwerks Hannover:

Das GKH deckt den gesamten Prozess- und Raumwärmebedarf von VW und Conti, ebenso die Grundlast an Fernwärme und Strom für das Versorgungsgebiet der Stadtwerke, bei der Fernwärme sind das mehr als 60 Prozent des Jahresbedarfs. VW erhält aus dem GKH außerdem Strom zur anteiligen Lastdeckung.

Die Bündelung der drei größten Wärmebedarfspotenziale Hannovers ermöglichte nicht nur eine konsequente Ausnutzung der energiesparenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Durch den ganzjährigen industriellen Prozesswärmebedarf kann diese umweltfreundliche Kombination von Strom- und Wärmeproduktion auch im Sommer ausgeprägt erfolgen. Dies ermöglicht eine besonders wirtschaftliche Stromerzeugung bei gleichzeitiger Schonung fossiler Brennstoffressourcen. Die Primärenergieeinsparung des GKH beträgt rund 160.000 Tonnen Steinkohle pro Jahr gegenüber den damals abgelösten Altanlagen der drei Partner.

Die gleichzeitige Produktion von Strom und Fernwärme in Heizkraftwerken reduziert zwar geringfügig den Anteil an erzeugtem Strom, erhöht aber die Ausnutzung der Primärenergie um das Zweifache. Bei voller Wärmeauskopplung liegt die Brennstoffausnutzung bei etwa 88 Prozent – aufgrund des niedrigen Wärmebedarfs im Sommer sinkt allerdings dieser Wirkungsgrad im Jahresmittel ab.

Über die GKH-Kurzbeschreibung hinaus liefern diese beiden Broschüren ausführliche technische Informationen (Zeittafel zum Planungs- und Bauprozess in Abschnitt K der Langfassung):

http://www.enercity.de/infothek/downloads/broschueren/anlagen/gemeinschaftskraftwerk-stoecken-kurzinfo.pdf

http://www.enercity.de/infothek/downloads/broschueren/anlagen/gemeinschaftskraftwerk-stoecken-langinfo.pdf

Zeitgemäße Fotos zum Download :

Fotos des GKH in Stöcken finden Sie hier zum Download (ggfs. PIN-Code: ZTV11 erforderlich):

https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=ZTV11

Historische Fotos aus der Bauzeit:

Fotomaterial Bau (ggfs. PIN-Code: QFTMK erforderlich): https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=QFTMK

Fotos zu Harald Noske:

PIN-Code: DYUTM

https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=DYUTM