Hannover, 10. Dezember 2014

Energieaufsicht und enercity haben Hannovers Gasnetz sicherer gemacht

1.006 Kilometern Graugussleitungen wurden seit 1968 im Gasnetz von Hannover systematisch ausgetauscht und erneuert. Das in der Nachkriegszeit zunächst alternativlose Material hatte sich letztlich als auf Dauer nicht sicher genug für Gasleitungen erwiesen.

Umgerechnet rund 150 Millionen Euro investierte die enercity Netzgesellschaft (eNG) hierfür. Ende November 2014 meldete die enercity Netzgesellschaft mbH der Energieaufsicht des Landes Niedersachsen den letzten Meter Gas-Graugussleitung (GG) als ausgetauscht.

Bereits in den 70er Jahren tauschte enercity präventiv große Teile des GG-Netzes aus. 1998 empfahl der Deutsche Verband des Gas- und Wasserfachs (DVGW) den umfassenden Austausch sämtlicher Graugussgasleitungen. Ab 1999 erfolgten daraufhin Austausch der verbliebenen 366 Kilometer des enercity-Verteilnetzes in fachlicher Begleitung und Kooperation mit der Landesenergieaufsicht. Sämtliche „Etappenziele" wurden seit 1999 regelmäßig mit der Niedersächsischen Energieaufsicht vereinbart und termingerecht eingehalten.

Minister Wenzel: Gasversorgung hat Übergangsfunktion

Anlässlich der erfolgreichen Umsetzung des Erneuerungsprogramms sagt Stefan Wenzel, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, bei einem Treffen in seinem Hause am Mittwoch, den 10. Dezember 2014: „Die Gasversorgung ist wichtig bis wir eine Energieversorgung allein auf Basis Erneuerbarer Energien realisieren können. Sie hat eine wichtige Übergangsfunktion. Danach könnte den Netzen potentiell eine Funktion als Energiespeicher und zur Verteilung von erneuerbar erzeugtem Gas, beispielsweise Wasserstoff, zukommen. Durch seine Flexibilität ist der vergleichsweise CO2-arme Brennstoff Gas ein Partner für die Umsetzung der Energiewende. "

Gasnetz nun auf modernstem Stand

„Mit dem vereinbarungsgemäßen Austausch der Graugussleitungen ist das Gasnetz hier auf modernstem Stand und die Anzahl der Leitungsschäden konnte um 90 Prozent reduziert werden. Mit Blick auf die anstehende Energiewende können wir in Hannover die Möglichkeiten energieeffizienter Versorgungstechniken bestmöglich ausschöpfen", ergänzt enercity-Technikvorstand Harald Noske und weist auf die Ursprünge zurück: „Um das Aufkommen von Leitungsschäden zu verringern, haben wir in Hannover  schon ab 1968 begonnen, das Graugussmaterial im Gasnetz auszutauschen."

Höhere Versorgungssicherheit

Das systematische Vorgehen verdeutlicht Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der eNG: „Das Sanierungsprogramm strapazierte die Bürger Hannovers zum Teil erheblich. Sicherheitsaspekte, aber auch die Zumutbarkeit der Baubelastung, waren ausschlaggebend für die Planung.  Bruchanfällige Graugussleitungen mit geringem Durchmesser im Verteilnetz, die nahe an Häusern waren, hatten 1. Priorität. Die Baustellen haben natürlich trotzdem zu erheblichen Behinderungen geführt, aber im Endeffekt auch zu einer vielfach höheren Versorgungssicherheit. Heute werden Polyethylen und Stahl im Leitungsnetz eingesetzt. Das neue Gasnetz  hat sogar das Potenzial anteilig Wasserstoff, der in Zukunft mit erneuerbarem Strom erzeugt werden könnte, zu transportieren."

Downloadmöglichkeit mit Fotos zum Abschlusstermin im Dezember 2014 sowie  aus dem Baugeschehen der Schlussphase des Austauschprogramms (ggfs. PIN-Code: NHQ6J erforderlich):

https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=NHQ6J

Abschlusstermin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz am 10. Dezember 2014 in Hannover (v.l.n.r.): Bernd Heimhuber, Sprecher der Geschäftsführung der enercity Netzgesellschaft (eNG); enercity-Technikvorstand Harald Noske; Stefan Wenzel, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Baustelle Gasleitungsaustausch Eichstraße, Hannover-Oststadt,  26. Juni 2014

Personen v.l.n.r.: Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft mbH und enercity-Techniker Uwe Cameron zeigen an einer der letzten innerstädtischen Baustellen das neue und alte ausgetauschte Material großer Nennweiten zum Vergleich.

Im Zuge des Graugussleitungsaustauschs wurden auch die Hausanschlüsse erneuert. Im Hintergrund ist das Relining-Verfahren zu sehen (statt die Gräben komplett zu öffnen, wird neues Rohrmaterial in das alte GG-Rohr geschoben).

Hintergrundinformation und Eckdaten zum von der enercity Netzgesellschaft mbH betriebenen Gasnetz (inkl. GNG Laatzen):

• Länge Gasverteilnetz / Versorgungsleitungen:  1.926 km (Stand Sept. 2014)

• Mittleres Netzalter:                         28 Jahre

• Anzahl Hausanschlüsse:            78.443 Stück

• Länge Hausanschlussleitungen:    1.014 km

• Gasübernahmestationen:                 16 Stück

Das Erdgasnetz Hannover ist an 16 Stellen mit dem Ferngasleitungsnetz verbunden. Das Erdgas für Hannover wird zum Großteil am europäischen Beschaffungsmarkt eingekauft und zum kleineren Teil im Norden Hannovers produziert. In Empelde ist ein Kavernenspeicher an das Netz der enercity Netzgesellschaft mbH angeschlossen. Die hier eingespeicherten Gasmengen setzt enercity zur Beschaffungsoptimierung bei Lastspitzen ein.

Die Verteilung des Erdgases innerhalb des Netzes der enercity Netzgesellschaft erfolgt zunächst mittels eines Hochdrucknetzes (35 bar bzw. 12 bar), an das neben dem Kavernenspeicher auch einige Großkunden, wie Kraftwerke und Industrie, angeschlossen sind. Von diesem aus wird das Erdgas mittels Gasdruckregelanlagen auf Mitteldruck (0,8 bar) oder Niederdruck (0,05 bar) redu-ziert. An das Mittel- bzw. Niederdrucknetz sind Industrie, Gewerbekunden und Haushaltskunden angeschlossen. In den Hausdruckreglern wird der Druck auf 23 mbar reduziert. Dies ist der Druck, mit dem Verbrauchsgeräte wie Gaskessel, Gasherde usw. betrieben werden.

In Ronnenberg betreibt enercity richtungsweisend eine Biogasaufbereitungsanlage. Fünf dortige Landwirte liefern seit Anfang 2008 das von ihnen erzeugte Biogas an die Stadtwerke, die es dann auf Erdgasqualität aufbereiten und ins Netz der enercity Netzgesellschaft einspeisen.

Mehrere hundert enercity Mitarbeiter kümmern sich um das Gasnetz, u. a. werden von diesen Stoßodorierungen zur geruchsmäßigen Lokalisierung von Undichtigkeiten oder Sonderbegeh-ungen (durch „Gasschnüffler") vorgenommen. Der über die Störungsnummer 0511/430-4111 erreichbare Bereitschafts- und Entstörungsdienst ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Einsatz. Bei auftretenden Gasschäden sind dessen Blaulichteinsatzfahrzeuge schnell vor Ort.

Die enercity Netzgesellschaft mbH

Der Betrieb der Versorgungsnetze Hannovers und einiger benachbarter Gemeinden liegt seit   Januar 2007 in den Händen der enercity Netzgesellschaft mbH (eNG), einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Stadtwerke Hannover AG. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hannover-Ricklingen (Auf der Papenburg 18).

Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Durchleitung von Strom und Gas zu den Verbrauchern organisiert und diese Leistung den jeweiligen Lieferanten in Rechnung gestellt wird. Zu diesem Zweck hat die eNG diese beiden Netze von der Stadtwerke Hannover AG gepachtet. Zur Zeit führt die eNG Geschäftsbeziehungen mit knapp 360 Lieferanten, davon allein über 280 für Stromprodukte. Auch der Netzanschluss und die Abrechnung der zur Zeit bereits deutlich über 1.100 Anlagen für die Nutzung regenerativer Energien und zur Kraft-Wärme-Kopplung erfolgt über die eNG. Der Netzbetrieb für Fernwärme und Wasser obliegt weiterhin den Stadtwerken, wird aber in deren Auftrag auch von der eNG organisiert.

Infos unter www.enercity-netz.de