Hannover, 26. Januar 2015

Windstrom vom Autobahnkreuz in Hannover-Anderten

In unmittelbarer Nähe des Kreuzes der Autobahn A7 mit dem Südschnellweg plant enercity in Hannover die Errichtung von zwei modernen Windenergieanlagen.

Die Anlagen an der Autobahnanschlussstelle Anderten sollen rund 8.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. "Mit dem Projekt kann Hannover zeigen, dass auch Städte ihren Beitrag zum Ausbau der Windenergie leisten", sagt enercity-Technikvorstand Harald Noske zu dem geplanten Vorhaben.

Im Zuge der Klima-Allianz hat enercity das gesamte Stadtgebiet systematisch auf die Eignung für die Windenergienutzung untersucht, um auch der Landeshauptstadt Hannover die Möglichkeit zu eröffnen, aktiv an der Gestaltung für die Energiewende mitzuwirken. Auch wenn die Möglichkeiten im Stadtgebiet begrenzt sind, konnte der Standort Anderten am östlichen Stadtrand von Hannover als kurzfristig realisierbar identifiziert werden. Dort können in unmittelbarer Nähe der Ölförderpumpen mit zwei Anlagen der neuesten Windkraftgeneration (jeweils ca. 3 MW, 140 Meter Nabenhöhe) rund 18 Mio. kWh Strom produziert werden, was dem Verbrauch von rund 8.000 Haushalten in Hannover entspricht.

Standort Ergebnis systematischer Suche

Der Standort wurde so gewählt, dass er den zu erwartenden Abstandskriterien des in Arbeit befindlichen Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) der Region Hannover entspricht bzw. diese sogar übererfüllt. Die geplanten Standorte befinden sich außerhalb des Landschaftsschutzgebietes und des Vorranggebiets für Freiraumfunktionen. Eine naturschutzfachliche Untersuchung hat keine besonderen Konflikte ergeben, lediglich bezogen auf die Auswirkungen auf Fledermäuse muss vertieft untersucht werden, ob ein besonderer Betriebsmodus zu wählen ist. Die Anlagen werden wegen des Geräuschpegels der Autobahnen kaum hörbar sein, alle Schallgrenzwerte werden eingehalten.

Derzeit informiert enercity die Ratsfraktionen der Landeshauptstadt über diese Pläne. Im Frühjahr ist auch eine Bürgerinformation vor Ort geplant. Weitere potenzielle Standorte in Hannover werden längerfristig untersucht. Das Repowering der alten Windkraftanlage am stadtnahen Wasserhochbehälter Heisterberg (in Seelze) wurde Mitte des Jahres 2014 wegen planungsrechtlicher Einschränkungen nicht weiter verfolgt.

Hintergrundinformation:

Das enercity-Windteam

Das enercity-Windteam arbeitet an der Umsetzung der Windausbauziele bis 2020: 400 Mio. kWh Stromerzeugung aus Wind, das entspricht ca. 160 MW Anlagenleistung (das bedeutet rund 60 Windenergieanlagen in etwa 10 Windparks). In diesem Kontext wird enercity ab 2016 mit jährlich ein bis drei eigenentwickelten Windparks in Betrieb gehen - vor allem in der Region Hannover und den angrenzenden Landkreisen.

Aktuell hat das enercity-Windteam zehn Windpark-Standorte vertraglich gesichert. Insgesamt arbeitet das Team an rund zwei Dutzend Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien (zum Beispiel das Windprojekt Esperke bei Neustadt). Darüber hinaus investiert enercity in bereits fertiggestellte sowie schon vorentwickelte Windparks. In Betrieb sind Martenberg im Norden Hessens (13,8 MW, 6 Anlagen; seit  Oktober 2013) und Fischbeck in Sachsen-Anhalt. (11,5 MW, 5 Anlagen; seit Dezember 2013).