Hannover, 09. April 2015

Wir lieben Energieeffizienz

EDEKA liebt nicht nur Lebensmittel, sondern auch höchst energieeffiziente Gebäude. Seit Dezember 2014 betreibt die seit 100 Jahren erfolgreiche hannoversche Kaufmannsfamilie Wucherpfennig das neue EDEKA Center im Roderbruch.

Es ist der weltweit größte Lebensmittelmarkt in Passivhausbauweise, dessen hoher Qualitätsstandard nun zertifiziert wurde.

Die proKlima-Förderplakette prangt am Eingang

EDEKA-Vorstand Ulf-U. Plath und Mathias Schleweis, Geschäftsführer der EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH,Hannovers Umwelt- und Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Matthias Wohlfahrt, Programmleiter der Nichtwohngebäudeförderung beim enercity-Fonds proKlima, brachten am 9. April 2015 nach bestandener Qualitätssicherung die proKlima-Förderplakette am Eingang des EDEKA Centers an. Der energieeffiziente EDEKA-Neubau verfügt über rund 3.100 Quadratmeter Verkaufsfläche und eine Energiebezugsfläche von rund 4.400 Quadratmetern.

Die Klimaschutzleitstelle der Landeshauptstadt Hannover hatte die Akteure zusammengebracht. Mit rund 55.000 EUR fördert der lokale Förderfonds proKlima den Neubau. Die hohe Qualität der Bauausführung wurde neben der erfolgreichen proKlima-Qualitätssicherung jetzt auch mit dem Siegel „Zertifiziertes Passivhaus" vom Passivhaus Institut in Darmstadt bestätigt.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement für mehr Energieeffizienz und eine nachhaltige Bauweise jetzt mit der Zertifizierung ‚Passivhausstandard' Anerkennung findet. Als Bauherr und Entwickler neuer EDEKA-Märkte ist dieses Zertifikat für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich," betont Ulf-U. Plath, Vorstand der EDEKA Minden-Hannover. Die Erfahrungen aus diesem Projekt laufen bereits in aktuelle Bauobjekte des genossenschaftlichen Unternehmensverbundes ein. „Das gilt zum Beispiel für das neue EDEKA Center in Garbsen, das wir gegen Ende Mai eröffnen werden wie auch für die aktuelle Planung für das größte EDEKA Center Deutschlands, dass wir im Herbst im Brawo-Park in Braunschweig mit einer Verkaufsfläche von rund 6.500 Quadratmetern eröffnen wollen", erklärt Mathias Schleweis, Geschäftsführer der EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH.

Hannover - Passivhaushauptstadt in Deutschland

„Hannover entwickelt sich zur Passivhaushauptstadt in Deutschland. Seit 2007 haben wir konsequent hohe ökologische Standards bei eigenen Bauten und auf städtischen Grundstücken umgesetzt", unterstreicht die Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin, Sabine Tegtmeyer-Dette. „Dass die ersten deutschen Passivhaus-Supermärkte in Hannover entstehen, ist die Belohnung unserer jahrelangen guten Arbeit: Die Investorinnen und Investoren werden gemeinsam von der Stadt und proKlima kostenlos beraten. Dank der Fördermittel aus dem lokalen Klimaschutzfonds sind inzwischen zahlreiche Projekte Realität geworden."

Seit Ende der 1990er Jahre entstanden in Hannover zahlreiche Passivhäuser, die meisten als Wohngebäude, aber auch etliche Büro-, Geschäfts- und Gewerbebauten. Dadurch gibt es viele erfahrene Planer und Handwerksbetriebe, die ihr Know-how einbringen können. „Nicht allein Lebensmittel, sondern ´Wir lieben Energieeffizienz´, können wir jetzt gemeinsam sagen", freute sich proKlima-Programmleiter Matthias Wohlfahrt über das neue Förderprojekt. „Märkte wie dieser bringen mit dem energiebewussten Einkaufserlebnis die Passivhaustechnik in den Alltag."

Energieverbrauch deutlich reduziziert

Der Passivhausstandard des Markts ermöglicht eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs gegenüber den herkömmlichen Supermärkten. Dabei ist der Passivhaus-Standard für einen Supermarkt nicht eins zu eins mit einem Passivhaus-Wohngebäude vergleichbar. Denn „passiv" verfolgt im Supermarkt zwei Ansätze: erstens die Vermeidung von unnötigen internen Kühl- oder Wärmelasten, gegen die aktiv gekühlt oder geheizt wird wie beispielsweise offene Kühlmöbel oder Abwärme ineffizienter Beleuchtung. Zweitens die Abwärme, die trotz optimierter Kältetechnik immer noch anfällt, einzufangen und gezielt dem Markt bei Heizbedarf wieder zuzuführen. Ziel ist es mit der Abwärme der Kühlanlage, die normalerweise an die Außenluft abgegeben wird, den Markt im Winter zu heizen. Die Gebäudehülle ist daher so gut gedämmt, dass die Abwärme fast durchgängig ausreicht, um den Markt zu erwärmen. Im EDEKA Center wurde daher auf eine 16 Zentimeter stark gedämmte Außenwand gesetzt. Die Fenster sind mit Drei-Scheiben-Verglasung ausgestattet. Eine ohnehin vorhandene Lüftungsanlage wurde mit einer effizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Kühlmöbel wurden überwiegend mit isolierverglasten Türen versehen, um ein unnötiges Kühlen des Marktes im Winter zu vermeiden. Auch der Einsatz von CO2 als Kältemittel für die Kältetechnik reduziert die gegenüber konventionellen Kältemitteln hohen Zusatzpotentiale für den Treibhauseffekt.

Der ausschließliche Einsatz von LED-Beleuchtung mit Langfeldleuchten und Spots sowie der Einsatz von großzügigen Oberlichtern erhellen den Markt und sorgen neben einer angenehmen Einkaufsatmosphäre für einen reduzierten Stromverbrauch und reduzierte Wärmelasten im Sommer. Und noch eine Besonderheit hält der Markt vor: Neben einem Gründach versorgt sich der Markt auch mit eigenem Strom über eine Photovoltaikanlage. Zudem gibt es eine Ladestation für E-Autos und -Bikes sowie 40 Fahrradstellplätze.

Neben der starken Verringerung des Energieeinsatzes hat die EDEKA zudem auf den Einsatz umweltfreundlicher Baustoffe geachtet: Neben der Passivhaus-Zertifizierung wird das Gebäude daher mit dem Siegel „Gold" zertifiziert werden, das die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) vergibt.

www.klimaallianz-hannover.de
www.proKlima-hannover.de
www.edeka-minden.de

Fotomaterial zur Übergabe der Plaketten finden Sie hier zum Download (ggfs. PIN-Code: I2Z8S erforderlich):

https://mams.enercity.de/pindownload/login.do?pin=I2Z8S

Hintergrund-Information: Passivhaus-Hochburg Hannover

Der enercity-Fonds proKlima hat inzwischen fast 250 Einfamilienhäuser als Passivhausbauten gefördert und weitere rund 220 Vorhaben bewilligt. Die Förderung von insgesamt 318 Wohneinheiten in Mehrfamilienhausbauten ist bewilligt, wovon 98 Passivhäuser bereits realisiert sind. Nach Berechnungen des enercity-Fonds proKlima beträgt der Marktanteil der Passivhäuser unter den Wohnungsneubauten in Hannover rund 30 Prozent. Im gesamten, fünf Städte umfassenden proKlima-Fördergebiet sind es rund 15 Prozent, während ohne vergleichbare Förderanreize bundesweit nur zwei Prozent der Wohnungsneubauten im Passivhausstandard errichtet werden.

Inzwischen wurden 40 Nichtwohngebäude mit proKlima-Förderung als Passivhäuser errichtet, weitere 39 Vorhaben sind bewilligt. Die Landeshauptstadt baut fast ausschließlich im Passivhausstandard. So gibt es derzeit 19 städtische Passivhausgebäude oder Anbauten.

Durch öffentliche und private Bauträger konnte inzwischen eine Vielfalt von Gebäudetypen außerhalb des Wohnungssektors im PH-Standard errichtet werden: Schulen, Kitas, Feuerwachen sowie ein Seniorenheim, Museum, Bürogebäude und Drogeriemarkt Der EDEKA-Neubau ist der inzwischen zweite Markt, der in der Passivhausbauweise errichtet wurde, weitere sind in der Planung. So bietet Hannover für Baufachpublikum stadtweite Anschauungsbeispiele zur Passivhausbauweise.

Viele der im proKlima-Fördergebiet realisierten Passivhäuser werden präsentiert auf: http://www.passivhaus-plattform.de

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