Hannover, 26. Februar 2016

Jahresergebnis der Stadtwerke Hannover AG liegt unter Vorjahresniveau

Trotz weiterhin schwieriger Marktbedingungen hat sich das Geschäftsjahr 2015 auf Basis der strategischen Planung K2020 stabil entwickelt. Das Jahresergebnis von 88,9 Millionen Euro fällt entsprechend der Planungen um 9,4 Prozent geringer aus als im Vorjahr.

„Es war ein außerordentlich herausforderndes Jahr und enercity hat seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. enercity hat als eines der ersten kommunalen Unternehmen seinen Abschluss vorgelegt“, kommentiert der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Marc Hansmann das Geschäftsjahr 2015.

Die Ergebnisbeiträge der Kraftwerke sind aufgrund der weiterhin sinkenden Strompreise bei immer noch hohen Kosten für die eingesetzten Energierohstoffe merklich zurückgegangen und können die Fixkosten nicht mehr vollständig decken. Für den in 2010 erworbenen Anteil am Kraftwerk Mehrum wurde auch 2015 eine Wertberichtigung von 21 Millionen Euro durchgeführt, die die gesunkenen Ertragsaussichten konventioneller Kraftwerke widerspiegelt.

Der Unternehmensumsatz von rund 2,31 Milliarden Euro ist um 2,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang ist die Reduzierung der Erlöse aus Handelsgeschäften beim Strom bei gleichzeitig gesunkenen Marktpreisen an der Strombörse.

In der Sparte Strom liegt der Vertriebsabsatz (ohne Handelsmengen) über dem Vorjahresniveau.

Witterungsbedingt ist der Gasabsatz an Endkunden innerhalb des Konzessionsgebiets im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gestiegen. Außerhalb des Konzessionsgebiets ist der Gasabsatz durch Neukundengewinnung und witterungsbedingt um circa 50 Prozent gestiegen.

Der Wärmeabsatz ist ebenfalls witterungsbedingt um 6,8 Prozent gestiegen. Zudem konnte durch die Akquisition von Neuanschlüssen von circa 16 MW die Fernwärmeverdichtung weiter vorangetrieben werden.

Die vereinnahmte Thüga-Dividende liegt bei 51 Millionen Euro.

Der bundesweit sowie im Baltikum agierende Contracting-Bereich ist weiterhin auf Wachstumskurs. Der Ergebnisbeitrag beträgt rund 15,3 Millionen Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. Die Contracting-Gesellschaften betreiben rund 1.800 Anlagen mit einer installierten Wärmeleistung von rund 1.600 MW bzw. mit einer elektrischen Leistung von 120 MW und setzen insgesamt rund 1,7 TWh Wärme - das entspricht dem Wärmebedarf von rund 170.000 Haushalten (bei durchschnittlich circa 10 MWh Jahresverbrauch). Im Baltikum werden über die Töchter Danpower zwei Anlagen mit rund 70 MWth betrieben. Weitere vier Projekte sind im Baltikum aktuell im Bau oder stehen vor der Übernahme. Insgesamt werden diese Anlagen eine Leistung von rund 210 MW und einen Wärmeabsatz von circa 760 GWh (entspricht weiteren 76.000 Haushalten) haben.

Die Ziele der „Klima-Allianz 2020“ sind für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bereits 2015 vorzeitig erreicht. Mit der Produktion von über 770 GWh versorgt enercity bereits jetzt alle Haushaltskunden Hannovers bilanziell mit Strom aus erneuerbaren Energien.

Mit 74,2 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung an die Anteilseigner um 14,7 Millionen Euro unter der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 88,9 Millionen Euro. Davon entfallen auf die VVG 60,2 Millionen Euro. Die Konzessionsabgabe beträgt 42,9 Millionen Euro. Die Rücklagenbildung steigt auf 12,0 Millionen Euro.

Weiterhin schwierige Bedingungen auf dem Strommarkt

„Wir haben unser Geschäft 2015 trotz der weiterhin äußerst schwierigen Rahmenbedingungen für Strommarkt und für die konventionelle Stromerzeugung erfolgreich durchgeführt. Angesichts des weiter gesunkenen Strompreises hat sich die wirtschaftliche Situation für die Kraftwerke nochmals verschärft. Die variablen Betriebskosten werden durch die niedrigen Strompreise nicht mehr abgedeckt. Eine Weiterentwicklung des energiepolitischen Ordnungsrahmens ist deshalb unverzichtbar. Aufgrund unserer Wachstumsstrategie haben wir dennoch ein marktgerechtes Ergebnis erreicht. Das Geschäftsfeld Contracting und unsere Beteiligungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Geschäftsergebnis", erläutert der Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, Michael Feist, das Geschäftsjahr 2015. „Im zurückliegenden Jahr haben wir durch den Erwerb von zwei Windparks und den Ausbau von Biomasseanlagen unsere Produktion von erneuerbarem Strom um circa 130 GWh auf rund 770 GWh erhöht. So haben wir die Ziele der Klima-Allianz Hannover 2020 vorzeitig erreicht.“

Im November 2015 hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hannover AG die Unternehmenskonzeption „K2025“ verabschiedet. Die Konzeption gibt die strategische Richtung für den Umbau des enercity-Geschäftsmodells unter den Anforderungen der Energiewende vor. Das betrifft insbesondere die Umstellung der Erzeugung von konventioneller auf erneuerbare Energie und die Einführung innovativer Dienstleistungen für den Markt der Zukunft. Auf Basis der neuen Strategie sieht sich enercity für die Anforderungen der Energiewende gut gerüstet. Die dort beschriebenen Maßnahmen gewährleisten auch zukünftig eine nachhaltige Wettbewerbspositionierung mit marktgerechten Ergebnissen, die auch zukünftig in etwa der Größenordnung von 2015 erwartet werden.

Im Jahr 2015 hat enercity umfangreiche strategische Wachstumsprojekte entwickelt und in die Umsetzung gebracht, um die Marktposition unter den Anforderungen der Energiewende zu stärken. Dazu zählen u.a. der Bau eines Batteriespeichers zur Versorgung des Regelenergiemarktes, der Bau eines Wärmespeichers zur Optimierung der Fernwärmeproduktion und der Aufbau eines „virtuellen Kraftwerks“ zur Systemintegration von erneuerbaren Energien.

Die Verbesserung von Kundenservice und Kundenzufriedenheit wurde im Jahr 2015 intensiv vorangetrieben. Kundenbefragungen haben gezeigt, dass dabei wichtige Fortschritte erzielt worden sind und die Kundenzufriedenheitswerte im oberen Drittel vergleichbarer Energieversorger liegen. Die Wahl von enercity als bestem Versorger in Hannover durch Focus Money hat dies bestätigt.

Die Fakten im Überblick

Die Umsatzerlöse sinken leicht von 2,37 Milliarden Euro um circa 2,4 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro. Der Rückgang ist vor allem auf eine Abnahme der Erlöse aus Stromhandelsgeschäften zurückzuführen.

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) beträgt 2015 122,9 Millionen Euro (Vorjahr: 134,7 Millionen Euro). Das Unternehmensergebnis (Summe aus Gewinnabführung, Ausschüttung auf Genussscheinkapital und Rücklagenzuführung) sinkt um 9,2 Millionen Euro von 98,1 Millionen Euro im letzten Jahr auf 88,9 Millionen Euro in 2015.

Mit 74,2 Millionen Euro liegt die Gewinnabführung an die Anteilseigner um 14,7 Millionen Euro unter der des vorherigen Geschäftsjahres in Höhe von 88,91 Millionen Euro. Davon entfallen auf die VVG 60,2 Millionen Euro, auf die Region Hannover 0,5 Millionen Euro und auf die Thüga 13,5 Millionen Euro.

In die Gewinnrücklagen des Unternehmens fließen 12,0 Millionen Euro (Vorjahr: 6,0 Mio. Euro) aus dem Unternehmensergebnis ein. Das Genussscheinkapital wird mit 2,7 Millionen Euro verzinst. Die Konzessionsabgabe an die Städte und Gemeinden im Netzgebiet der Stadtwerke Hannover AG beläuft sich auf 42,9 Millionen Euro (Vorjahr: 40,9 Millionen Euro). Die Wertschöpfung in der Stadt und den Umlandgemeinden beträgt rund  368,1 Millionen Euro (377,9 Millionen Euro im Vorjahr).

Der Gesamtstromabsatz ist im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 14.924 GWh gesunken (Vorjahr 15.463 GWh). Ursächlich für den Rückgang waren die im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent niedrigeren Handelsmengen. Der Absatz an Kunden innerhalb des Konzessionsgebiets ist gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent gesunken, während der Stromabsatz außerhalb des Konzessionsgebiets um 4,5 Prozent gestiegen ist.

Der Gesamtgasabsatz ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 14,3 Prozent auf 25.436 GWh (Vorjahr 22.244 GWh) gestiegen. Der Absatz an Endkunden innerhalb des Konzessionsgebiets ist witterungsbedingt im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent gestiegen. Der Absatz an Endkunden außerhalb des Konzessionsgebietes konnte durch Kundengewinne und aufgrund der kühlen Witterung deutlich um 50,2 Prozent auf 2.205 GWh gesteigert werden. Die Handelsmengen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich um 2.405 GWh gestiegen.

Der Wasserabsatz liegt im Geschäftsjahr 2015 mit 41,6 Mio. Kubikmetern über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 40,9 Kubikmeter).

Der Wärmeabsatz ist 2015 insbesondere witterungsbedingt um 6,8 Prozent auf 1.196 GWh gestiegen.

Die Anzahl der Beschäftigten beträgt 2.510 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Stichtag 31.12.2015 (2.540 Mitarbeitende im Vorjahr).

Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2015 im Überblick

Im Januar 2015 hat die Studie „Beste Arbeitgeber in Deutschland“ des Magazins Focus mit Unterstützung der Karrierenetzwerke Xing und kununu.com ergeben, dass enercity den 4. Platz unter den Unternehmen der Branche Energie, Rohstoffe und Entsorgung belegt. Damit ist enercity bestes Stadtwerk und liegt auch vor den "Großen Vier" der Branche.

Im Mai 2015 hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hannover AG Frau Dr. Susanna Zapreva-Hennerbichler als Nachfolgerin von Michael Feist, der zum 31. März 2016 in den Ruhestand gehen wird, gewählt. Frau Dr. Zapreva-Hennerbichler nimmt ihre Tätigkeit als Vorstandsmitglied ohne Geschäftsbereich zum 1. März 2016 auf. Ab 1. April wird sie die Funktion der kaufmännischen Direktorin und Vorstandsvorsitzenden übernehmen.

Im Juni 2015 hat enercity den Personalmanagement Award 2015 des Bundesverbands der Personalmanager in der Kategorie KMUs (Kleine und mittlere Unternehmen) erhalten. Der Award wird jährlich für bemerkenswerte Leistungen im Human Resource Management verliehen.

Seit September 2015 ist der enercity-Energiehandel mit der Einführung des 24-Stunden-Handels rund um die Uhr besetzt. Die zunehmende Einspeisung Erneuerbarer Energien bietet mit wetterabhängigen Schwankungen Chancen im kurzfristigen Markt.

Zum 1. Oktober 2015 wurden die Fernwärmepreise insgesamt um durchschnittlich 1,22 Prozent gesenkt.

Im November 2015 hat der Aufsichtsrat von enercity einer Senkung der Tarifpreise Gas um durchschnittlich 3,1 Prozent, einer Erhöhung der Strompreistarife um durchschnittlich 1,9 Prozent sowie für Wasser um durchschnittlich 1,6 Prozent zum 1. Januar 2015 zugestimmt.

Im Dezember 2015 haben enercity und die Daimler AG den Kooperationsvertrag zum Bau eines 15-MW-Batteriespeicher am Standort Herrenhausen unterzeichnet.