Hannover, 22. Mai 2017

Finaler Fernwärme-Maschenschluss in Hannover-List

Mit dem aktuellen Fernwärmeleitungsbau in Hannovers Stadtteil List werden die letzten dort bisher einzeln verlaufenden Versorgungsleitungen verbunden. Mit diesem sogenannten „Maschenschluss" erhöht enercity die Versorgungssicherheit der Fernwärme im östlichen Netzgebiet.

Im Zuge der am Montag, 29. Mai 2017, startenden Bauarbeiten werden Kunststoffmantelrohre (DN 200/315 mm Nennweite) mit einer Trassenlänge von 750 Metern verlegt. Die Trasse verläuft entlang Höfestraße, Trageweg, Lister Kirchweg, Karl-Kraut-Straße, Wittekamp und Richard-Wagner-Straße. In der Brahmsstraße wurden bereits Ende letzten Jahres die erforderlichen Leitungen im Zuge des Straßenausbaus vorab verlegt.

Die Bauarbeiten sind mit eingeschränkten Parkmöglichkeiten in allen Trassenbereichen sowie mit temporären Einschränkungen für den Autoverkehr verbunden. Entsprechende Umleitungsregelungen sind vor Ort signalisiert. Diese erfolgen gemäß der verkehrsbehördlichen Anordnungen der Landeshauptstadt Hannover. Das Bau wird voraussichtlich Ende November 2017 abgeschlossen sein. Die Oberflächenwiederherstellung in der Schlussphase erfolgt durch die Landeshauptstadt Hannover.

Der Maschenschluss im östlichen Fernwärmenetz ist eine wichtige Grundlage für den zukünftigen Fernwärmeausbau. Auf dem Gelände des abgerissenen VHV-Gebäudes entsteht zukünftig die  Neubausiedlung Constantinstraße, die aus dem Fernwärmenetz beliefert werden kann. Bereits der 2013 vorgenommene Maschenschluss ermöglichte den Anschluss des Wohngebiets Gorch-Fock-Straße/Hinrichsring.

Fotomaterial zum Thema Fernwärmeleitungsbau gibt es hier zum Download (ggfs. PIN-Code: SM2H7 erforderlich): https://mams.enercity.de/pinaccess/showpin.do?pinCode=SM2H7

 

Hintergrund-Information zum Fernwärmeausbau und zur enercity-Wärmewende:

Das enercity-Fernwärmeausbauprogramm für Hannover ist ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Klima-Allianz, der insgesamt zu einer CO2-Minderung von rund 65.000 Tonnen pro Jahr führen soll. Das seit 1962 bestehende Fernwärmenetz in Hannover hat inzwischen eine Länge von 321 Kilometern. Energieeffizienz und die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung gelten weiterhin als wichtiger Baustein eines nachhaltigen Energiesystems. Städte mit einem Fernwärmenetz wie in Hannover können die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme im großen Stil nutzen.

In den innerstädtischen Heizkraftwerken von enercity sind in Winter-Spitzenzeiten durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme Wirkungsgrade bis zu 89 Prozent möglich. Durch einen neuen Fernwärmespeicher in Herrenhausen hat enercity die Flexibilität und Effizienz des Systems nochmals erhöht. In konventionellen Großkraftwerken auf der grünen Wiese lassen sich im besten Fall nur rund 50 Prozent der eingesetzten Energie zur Stromerzeugung nutzen und die entstehende Wärme geht verloren.

Die Fernwärmenetze bieten einen systemischen Ansatz, um erneuerbare Energie zur Wärmeversorgung im hochverdichteten Großstadtraum zu nutzen. Mit der neuen Strategie „enercity 4.0" wird die Fernwärme in Hannover grüner. Bis zum Jahr 2035 wird enercity die Hälfte der Fernwärme aus erneuerbarer Energie und Abwärme gewinnen. Diese neue Fernwärmeplanung ist der Startschuss für eine umfassende Wärmewende in Hannover. enercity möchte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und damit auf einen möglichen Kohleausstieg Deutschlands vorbereitet sein. Die aktuell auf Kohle und Erdgas basierende Fernwärmeproduktion wird enercity konsequent diversifizieren. Für die Wärmeversorgung der Kunden nutzt enercity zunehmend industriell-gewerbliche Abwärme, Abfallverbrennung, Wärmepumpen, Solarthermie oder wird perspektivisch auch Wärme aus regenerativem „Überschussstrom" erzeugen („power to heat").
https://www.enercity.de/presse/pressemeldungen/2017/2017-05-09-fernwaerme-gruener/index.html

 

Daten und Fakten zur Fernwärme:

  • Länge Fern-/Nahwärmeleitungen in Hannover: 321 Kilometer (einschließlich Nahwärme-Inseln // entspricht etwa der Entfernung Hannover - Köln)
  • 80 Prozent unterirdisch, 19 Prozent in Kellern und 1 Prozent oberirdisch verlaufend
  • Anschlussleistung aller Wärmeabnehmer: 876 MW ( ohne Nahwärme, 12 MW Nahwärme)
  • Fernwärmezähler im Netz: 4159 (darunter viele in Mehrfamilienhäusern von Wohnungsgesellschaften)
  • Wärmeabgabe (inkl. Anteil Nahwärme): rund 1.500 GWh jährlich (davon rund 2 % Nahwärme-Inseln)
  • Erzeugung: drei einspeisende Heizkraftwerke
  • Pumpe mit maximaler Förderleistung (Gemeinschaftskraftwerk Hannover-Stöcken): 2.600 Kubikmeter/Stunde
  • Umwälz- und Druckerhöhungspumpen im Netz der enercity Netzgesellschaft mbH: 51 (17 Druckerhöhungsstationen)
  • Maximale Vorlauftemperatur (Winter) 120 Grad Celsius (Rücklauf: 60 Grad Celsius)
  • Minimale Vorlauftemperatur (Sommer) 90 Grad Celsius
  • Fließdauer GKH Stöcken - MHH Roderbruch (Winter, circa) 4,5 Stunden
  • Wassermenge im Fernwärme-Netz 40.000 Kubikmeter