Fernwärmespeicher Herrenhausen

stromspeicher

Seit den späten 1970er Jahren stand der ungenutzte Öltank am enercity-Standort Hannover-Herrenhausen leer. Sein Umbau schuf eine Innovation auf dem Traditionsstandort. Seit Frühjahr 2017 dient er als Heißwasserspeicher für das enercity-Fernwärmenetz. Seine Aufgabe: flexibel zur Energiewende beitragen.

Herausforderung ist die unstete Stromeinspeisung aus Wind- und Sonnenenergie, deren temporäre Überschüsse bestmöglich zu nutzen sind. Wenn diese nicht produzieren und die Strombörsenpreise akut steigen, kommt der enercity-Fernwärmespeicher ins Spiel. So kann Kraft-Wärme-Kopplung – die sogenannte KWK – auch zeitlich entkoppelt flexibel betrieben werden.

Der gut 21 Meter hohe Tank mit einem Durchmesser von 30 Metern hat ein Brutto-Volumen von 15.000 m³. Die Arbeitskapazität des atmosphärischen Fernwärmespeichers davon kann über 12.500 m³ Fernheizwasser bereitstellen. Das Wärmespeichervermögen beträgt 500 MWh bei einer thermischen Ein- und Ausspeicherleistung von je 100 MW – damit kann der Speicher bis zu 5 Stunden die Versorgung sichern.

Im Stahlbehälter wird bis zu 98 Grad heißes Wasser für eine spätere Verwendung gespeichert –  so wie in einer Thermoskanne. Eine dicke Dämmschicht erhält die Wärme auch über lange Zeiträume ohne größere Verluste Im Gegensatz zu Strom ist Wärme gut speicherbar.

In der Energiewende kann der Speicher seine Stärke zeigen. Bei hoher Stromproduktion und fallenden Börsenpreisen werden Heizkraftwerke unwirtschaftlich und enercity kann dem Speicher dennoch benötigte Wärme entnehmen. Herrscht die sprichwörtliche Flaute und die Sonne ist nicht da, macht die KWK, also die gleichzeitige effiziente Produktion von Strom doppelt Sinn – Überschusswärme kann für spätere Einsätze eingespeichert werden.  

Das immer komplexer werdende Konzert aus unsteter Erzeugung und schwankender Nachfrage hat mit dem enercity-Fernwärmespeicher einen flexiblen und effizienten Mitspieler bekommen.