Gasantriebe gestern und heute

Die Geschichte gasbetriebener Fahrzeuge beginnt in Hannover schon in den 1930er Jahren. Heute stellt Gas eine vielgenutzte Alternative zu traditionellen Kraftstoffen dar.

Die ersten Stadtgas-Tankstellen in Deutschland entstanden in Hannover: Für die in den 1930er Jahren aufkommenden Stadtgas-Fahrzeuge errichteten die Stadtwerke ab 1935 mehrere Gas-Tankstellen im Stadtgebiet. Diese Antriebsformen waren durch Autarkiebestrebungen des sogenannten „Dritten Reichs“ begründet – denn Strom wie auch Stadtgas konnten auf der Basis des in Deutschland geförderten Energieträgers Kohle hergestellt werden.

Wegen der Mangelsituation im Krieg wurde 1942 sogar Klärgas aus dem städtischen Abwasserbetrieb in Herrenhausen zur Tankstelle Glocksee geleitet. Die Stadtgas-Tankstellen waren noch bis in die 50er Jahre in Betrieb.

Ölkrisen und Umweltschutz

Angesichts der Ölkrisen wurde von 1972 bis 1984 auch Flüssiggas an einer eigenen Flüssiggastankstelle als Treibstoff angeboten. Das war die "Weg vom Öl"-Antwort der Gaswirtschaft auf die ersten beiden Ölpreiskrisen Anfang und Ende der 70er Jahre.

Ab 1994, an Umwelt- und Kostensparzielen orientiert, kamen die ersten umgerüsteten Erdgasfahrzeuge zum enercity-Fuhrpark hinzu (Foto 1994). Im Jahr 2002 machten 41 Erdgas-KFZ bereits 9,8 % der über 400 Fahrzeuge im Fuhrpark aus (2006:  52 / 11,9 %; 2010: 86 / 17,8 %). Zum Stichtag 31.12.2015 haben die Erdgasantriebe mit 106 KFZ einen Anteil von 23 % an den insgesamt 452 Fahrzeugen erreicht.

Im Jahr 1995 ging Deutschlands damals größte Erdgas-Tankstelle in der Vahrenwalder Straße in Betrieb. Neben ersten privaten Fahrzeugen hatte die üstra zahlreiche Erdgasbusse in ihrer Flotte. 20 Jahre später gibt es sechs Erdgastankstellen im Netzgebiet, seit 2014 auch mit regenerativ gewonnenem Bio-Methan. Die Förderprogramme werden gut frequentiert.