Geschichte und Zukunft: Kraftwerk Herrenhausen

Das Kraftwerk Herrenhausen ist geschichtsträchtig und zukunftsweisend zugleich. Über hundert Jahre produzierte das Kraftwerk Herrenhausen Strom. Heute steuert enercity von dort aus sämtliche Anlagen auf Basis Erneuerbarer Energien sowie weitere zukunftsweisende Technologien.

Das erste Großstadtkraftwerk in Hannover

Die Geschichte des Kraftwerks (KW) Herrenhausen beginnt 1902 – elf Jahre, nachdem die öffentliche Stromversorgung in Hannover startete. Es verfügte über vier Kessel und zwei Dampfdynamos mit je 1.050 Kilowatt und war damit das erste Großkraftwerk von Hannover.

Mit dem städtischen Wachstum stieg der Strombedarf ebenso wie die Anforderungen an das KW Herrenhausen. So wurde es in den 30er Jahren mehrfach modernisiert und 1954 um ein großes Kesselhaus erweitert. Das Kraftwerk erbrachte mit zwei Hochdruck-Steilrohrkesseln eine Gesamtleistung von 180 Megawatt.

Schnelle Verfügbarkeit in Spitzenlastzeiten

Der sogenannte „Block B“ erzeugte ab 1975 Strom und Wärme aus Erdgas. Er verstärkte die Fernwärmeversorgung und befindet sich bis heute in dem auffälligen zylindrischen Gebäude mit Kamin.

Die Vorteile der erneuerbaren Energie wurden am Standort sehr früh erkannt. Die erste Photovoltaik-Anlage wurde bereits 1998 installiert und 1999 ging das Leine-Wasserkraftwerk Herrenhausen hinter der Großen Garten in Betrieb.

Das Gaskraftwerk zeichnete sich besonders in Spitzenlastzeiten durch die Produktion von schnell verfügbarem Strom aus. Heute machen die veränderten Marktbedingungen den Betrieb unwirtschaftlich. enercity schaltete die Stromproduktion deshalb im März 2016 ab.

enercity setzt auf zukunftsweisende Technologien

Auf dem historischen Gelände erfolgt heute der technische Betrieb von 51 zukunftsweisenden dezentralen Anlagen. Der Standort Herrenhausen steuert Wasser- und Windkraftwerke von enercity. Darüber hinaus regelt das sogenannte Virtuelle Kraftwerk auch biogasbetriebene Blockheizkraftwerke der Contracting-Töchter eCG und Danpower.

2016 kommen weitere Projekte hinzu. Zudem baut enercity den ehemaligen Schweröltank neben dem Kraftwerk zum Fernwärmespeicher um. Wärme ist im Vergleich zu Strom gut speicherbar. Schwankungen bis zu mehreren Tagen lassen sich ausgleichen. Damit gewährleistet enercity hohe Versorgungssicherheit. Bis zur Heizperiode 2016 soll der Fernwärmespeicher betriebsbereit sein.