Historischer Wasserhochbehälter Linden

An die Anfänge der zentralen Wasserversorgung in Hannover erinnert noch heute der Wasserhochbehälter auf dem Lindener Berg. Gemeinsam mit dem Wasserwerk in Ricklingen war er der Ausgangspunkt des 1878 in Betrieb genommenen Trinkwasserleitungsnetzes. Während das Wasserwerk Ricklingen 1974 abgerissen wurde, ist der 1983 reaktivierte Hochbehälter heute wieder in Betrieb.

Der denkmalgeschützte Hochbehälter am Lindener Berg

Der Wasserhochbehälter auf dem Lindener Berg wurde 1878 an das Wassernetz angeschlossen und blieb zunächst bis 1977 in Betrieb. Eine umfassende Sanierung ermöglichte Anfang der 80er Jahre die erneute Nutzung.

Die jüngste Sanierung des historisch wertvollen Wasserhochbehälters wurde im Mai 2009 abgeschlossen. Die enercity Netzgesellschaft GmbH investierte in die Sanierung rund 650.000 Euro. Die versorgungstechnische Hochbehälterfunktion blieb dabei während der gesamten Bauzeit erhalten.

Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk erstrahlt seither wieder in seiner alten Pracht. Das burgähnliche Gebäude ist nicht nur ein schöner Blickfang, sondern trägt auch weiterhin zur zuverlässigen Wasserversorgung in Hannover bei.

Sanierung bei laufendem Betrieb

Witterungsbedingt war es in den letzten Jahrzehnten zu undichten Stellen am Mauerwerk gekommen. Die Dachabdichtung war ebenfalls dringend erneuerungsbedürftig. Die Sanierung des Wasserhochbehälters erfolgte unter erhöhten Anforderungen bei laufendem Betrieb. Trotz der schwierigen Bedingungen sicherte enercity während des gesamten Umbaus die hohe Trinkwasserqualität.

Sämtliche schadhafte Klinker- und Putzflächen der Außenfassade wurden saniert und rund 2.800 Quadratmeter Dachfläche neu abgedichtet. Die komplette Fassaden- und Dachsanierung erforderte die vollständige Einrüstung der Wände. Im Inneren modernisierte die Netzgesellschaft die Anlagen zur Haus- und Wassertechnik, ausgenommen die beiden im Jahr 1983 neu errichteten Beton-Wasserkammern. Diese werden in regelmäßigem Turnus gereinigt.

Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde das historische Erscheinungsbild der Bausubstanz vollständig erhalten. Auf alternative Sanierungskonzepte mit Spitzdach, Pfeilerabdeckung aus Zinkblech und außen liegenden Regenfallrohren wurde ausnahmslos verzichtet. Der Wasserhochbehälter blieb als charakteristisches und architektonisches Bauwerk intakt. Zudem konnte die Sternwarte auf dem Dach des Hochbehälters ihren Betrieb größtenteils ungestört fortführen.

Wichtige Funktionen für die Wasserversorgung

Der Behälter erfüllt mit einem Fassungsvermögen von rund 13.200 Kubikmetern eine wichtige Funktion für die gesamte Wasserversorgung der Stadt Hannover. Gemeinsam mit den beiden Hochbehältern im Stadtgebiet Heisterberg und Bemerode gleicht er die tageszeitlichen Verbrauchsschwankungen aus. Zusätzlich sorgt er für einen gleichmäßigen Wasserdruck im Versorgungsnetz. Das gemeinsame Speichervolumen der Wasserhochbehälter beträgt maximal rund 60.000 Kubikmeter.

Eckdaten zur Historie

  • 1877: Baubeginn
  • 1878: Inbetriebnahme (zunächst vom gleichzeitig vollendeten Wasserwerk Ricklingen gespeist)
  • 1977: Außerbetriebnahme aufgrund undichter Stellen, die zu Leckagen und zur bakteriologischen Beeinträchtigung des Wasserinhalts führten
  • 1979: Studie befürwortet die Weiterverwendung des 100 Jahre alten Standorts
  • 1980: Bauantrag im Dezember
  • Januar 1981: Abbruch und Baustart des neuen Behälters im Inneren des historischen Wasserhochbehälters
  • 1983: Wiederinbetriebnahme nach vollständigem Neubau des Innenbehälters und Sanierung der denkmalgeschützten Umfassungsmauern
  • 2009: Abschluss der jüngsten Sanierung