1.006 Kilometer Graugussleitungen im Gasnetz von Hannover ausgetauscht und erneuert

Ende November 2014 meldete die enercity Netzgesellschaft mbH der Energieaufsicht des Landes Niedersachsen den letzten Meter Gas-Graugussleitung (GG) als ausgetauscht. Umgerechnet rund 150 Millionen Euro investierte die enercity Netzgesellschaft (eNG) seit 1968 hierfür. Das in der Nachkriegszeit zunächst alternativlose Material hatte sich letztlich auf Dauer als nicht sicher genug für Gasleitungen erwiesen.

Gasrohre: Das neue und alte ausgetauschte Material zum Vergleich

Bildbeschreibung: Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft und enercity-Techniker Uwe Cameron zeigen das alte und neue Material

Bereits in den 70er Jahren tauschte enercity präventiv große Teile des GG-Netzes aus. 1998 empfahl der Deutsche Verband des Gas- und Wasserfachs (DVGW) den umfassenden Austausch sämtlicher Graugussgasleitungen. Ab 1999 erfolgten daraufhin Austausch der verbliebenen 366 Kilometer des enercity-Verteilnetzes in fachlicher Begleitung und Kooperation mit der Landesenergieaufsicht. Sämtliche „Etappenziele" wurden seit 1999 regelmäßig mit der Niedersächsischen Energieaufsicht vereinbart und termingerecht eingehalten.

Gasnetz nun auf modernstem Stand

„Mit dem vereinbarungsgemäßen Austausch der Graugussleitungen ist das Gasnetz hier auf modernstem Stand und die Anzahl der Leitungsschäden konnte um 90 Prozent reduziert werden. Mit Blick auf die anstehende Energiewende können wir in Hannover die Möglichkeiten energieeffizienter Versorgungstechniken bestmöglich ausschöpfen", ergänzt enercity-Technikvorstand Harald Noske und weist auf die Ursprünge zurück: „Um das Aufkommen von Leitungsschäden zu verringern, haben wir in Hannover  schon ab 1968 begonnen, das Graugussmaterial im Gasnetz auszutauschen."

Höhere Versorgungssicherheit

Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der eNG: „Das Sanierungsprogramm strapazierte die Bürger Hannovers zum Teil erheblich. Aber sie haben im Endeffekt auch zu einer vielfach höheren Versorgungssicherheit geführt. Heute werden Polyethylen und Stahl im Leitungsnetz eingesetzt. Das neue Gasnetz hat sogar das Potenzial anteilig Wasserstoff, der in Zukunft mit erneuerbarem Strom erzeugt werden könnte, zu transportieren."

Hintergrundinformation und Eckdaten

Das von der enercity Netzgesellschaft mbH betriebene Gasnetz (inkl. GNG Laatzen) umfasst

  • Länge Gasverteilnetz / Versorgungsleitungen:  1.926 km (Stand Sept. 2014)
  • Mittleres Netzalter: 28 Jahre
  • Anzahl Hausanschlüsse: 78.443 Stück
  • Länge Hausanschlussleitungen:1.014 km
  • Gasübernahmestationen: 16 Stück

Das Erdgasnetz Hannover ist an 16 Stellen mit dem Ferngasleitungsnetz verbunden. Das Erdgas für Hannover wird zum Großteil am europäischen Beschaffungsmarkt eingekauft und zum kleineren Teil im Norden Hannovers produziert. In Empelde ist ein Kavernenspeicher an das Netz der enercity Netzgesellschaft mbH angeschlossen. Die hier eingespeicherten Gasmengen setzt enercity zur Beschaffungsoptimierung bei Lastspitzen ein.

Die Verteilung des Erdgases innerhalb des Netzes der enercity Netzgesellschaft erfolgt zunächst mittels eines Hochdrucknetzes (35 bar bzw. 12 bar), an das neben dem Kavernenspeicher auch einige Großkunden, wie Kraftwerke und Industrie, angeschlossen sind. Von diesem aus wird das Erdgas mittels Gasdruckregelanlagen auf Mitteldruck (0,8 bar) oder Niederdruck (0,05 bar) redu-ziert. An das Mittel- bzw. Niederdrucknetz sind Industrie, Gewerbekunden und Haushaltskunden angeschlossen. In den Hausdruckreglern wird der Druck auf 23 mbar reduziert. Dies ist der Druck, mit dem Verbrauchsgeräte wie Gaskessel, Gasherde usw. betrieben werden.

In Ronnenberg betreibt enercity richtungsweisend eine Biogasaufbereitungsanlage. Fünf dortige Landwirte liefern seit Anfang 2008 das von ihnen erzeugte Biogas an die Stadtwerke, die es dann auf Erdgasqualität aufbereiten und ins Netz der enercity Netzgesellschaft einspeisen.

Mehrere hundert enercity Mitarbeiter kümmern sich um das Gasnetz, u. a. werden von diesen Stoßodorierungen zur geruchsmäßigen Lokalisierung von Undichtigkeiten oder Sonderbegehungen (durch „Gasschnüffler") vorgenommen. Der über die Störungsnummer 0511/430-4111 erreichbare Bereitschafts- und Entstörungsdienst ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Einsatz. Bei auftretenden Gasschäden sind dessen Blaulichteinsatzfahrzeuge schnell vor Ort.