18. August 2026
Batteriespeicher: Ein Schlüsselfaktor für kommunale Klimaziele

Batteriespeicher werden für die Energiewende immer wichtiger. Sie helfen Kommunen und Stadtwerken nicht nur beim Erreichen ihrer Klimaziele. Sie ermöglichen auch eine wirtschaftlichere Nutzung erneuerbarer Energien, entlasten Stromnetze und schaffen neue Erlösmöglichkeiten.
Warum Batteriespeicher für die Energiewende unverzichtbar werden
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist die Grundlage für das Erreichen der Klimaschutzziele. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an das Stromsystem: Wärmepumpen, Elektromobilität und die Elektrifizierung weiterer Bereiche erhöhen den Strombedarf.
Für Stadtwerke und Kommunen werden Batteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS) zu einem wichtigen Werkzeug, um mehr erneuerbare Energien ins Netz zu integrieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Sie speichern Strom in Zeiten hoher Erzeugung und geben ihn wieder ab, wenn die Nachfrage steigt. So lassen sich Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abstimmen, und dies erleichtert die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem. Eine intelligente Einbindung von Speichersystemen ermöglicht mehr erneuerbare Stromerzeugung und eine bessere Auslastung der vorhandenen Netzinfrastruktur. Besonders attraktiv sind sogenannte Hybridprojekte, bei denen Batteriespeicher direkt mit Photovoltaik- oder Windparks kombiniert werden.
Batteriespeicher für Kommunen und Stadtwerke: Diese Vorteile bieten sie
Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag für eine wirtschaftliche und stabile Energieversorgung.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Höhere Nutzung von Wind- und Solarstrom
- Reduzierung von Abregelungen erneuerbarer Anlagen
- Mehr lokale Wertschöpfung
- Entlastung der Stromnetze
- Zusätzliche Erlösmöglichkeiten an Energiemärkten
- Beitrag zur Stabilität der Versorgung
Wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, speichern Batteriesysteme die überschüssige Energie. Dadurch gehen weniger erneuerbare Strommengen verloren und die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solarprojekten verbessert sich.
Gerade bei niedrigen oder negativen Strompreisen können Speicher wirtschaftliche Nachteile reduzieren. Sie ermöglichen es, Strom zu einem späteren Zeitpunkt zu vermarkten und erhöhen damit den Wert erneuerbarer Erzeugungsanlagen. Für Kommunen bedeutet dies mehr regionale Wertschöpfung und eine geringere Abhängigkeit von überregionalen Strommärkten.
Batteriespeicher entlasten das Stromnetz
Viele kommunale Netze stoßen durch den Ausbau von Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und erneuerbaren Energien zunehmend an ihre Grenzen. Batteriespeicher können Lastspitzen abfangen und lokale Netzengpässe reduzieren. Dadurch lassen sich Investitionen in den Netzausbau zeitlich verschieben oder zumindest effizienter gestalten. Für Kommunen und Stadtwerke bedeutet dies mehr Handlungsspielraum bei gleichzeitig geringeren Infrastrukturkosten. Angesichts steigender Anforderungen an die Energiewende entwickelt sich dieser Aspekt zunehmend zu einem der wichtigsten Argumente für Speicherprojekte.
Beitrag zur Versorgungssicherheit
Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des überregionalen Stromnetzes. Sie reagieren innerhalb von Sekunden auf Schwankungen im Stromnetz und können sogenannte Regelenergie bereitstellen. Sie helfen dabei, die Netzfrequenz stabil zu halten. Dadurch sinkt der Bedarf an konventionellen Reservekraftwerken und die Integration erneuerbarer Energien wird erleichtert.
Erlösquelle an Energiemärkten
Moderne Batteriespeicher können an verschiedenen Energiemärkten teilnehmen und Erlöse generieren. Dazu gehören beispielsweise Regelenergiemärkte, auf denen Speicher durch ihre schnelle Reaktionsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Netzfrequenz leisten. Darüber hinaus können Speicher Preisunterschiede an den Strombörsen nutzen, indem sie Strom zu günstigen Zeiten aufnehmen und in Phasen hoher Preise wieder vermarkten. Für kommunale Stadtwerke entstehen dadurch neue Geschäftsmodelle und zusätzliche Einnahmequellen, die zur Finanzierung der Energiewende beitragen können.
Neben den Chancen stehen Kommunen und Stadtwerke jedoch auch vor Herausforderungen. Besonders Netzanschlüsse und regulatorische Rahmenbedingungen bremsen aktuell viele Projekte aus.
Herausforderungen beim Ausbau von Batteriespeichern
Trotz dieser positiven Entwicklung bestehen weiterhin Herausforderungen für den Ausbau von Batteriespeichern.
- Netzanschlüsse bleiben Engpass
Die hohe Zahl geplanter Speicherprojekte trifft vielerorts auf begrenzte Netzkapazitäten und lange Bearbeitungszeiten bei den Netzbetreibern. In einigen Netzgebieten können neue Großspeicher aktuell nur mit deutlichen Verzögerungen angeschlossen werden. Damit entwickelt sich der Netzanschluss zunehmend zum begrenzenden Faktor für den weiteren Speicherausbau. - Regulatorische Rahmenbedingungen und Unsicherheiten
Die zukünftige Ausgestaltung von Netzentgelten, die Weiterentwicklung des Strommarktdesigns sowie die beihilferechtlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien beeinflussen die Wirtschaftlichkeit von Speicherprojekten. - Energiewende erfordert intelligente Steuerung
Eine weitere Herausforderung besteht darin, Batteriespeicher optimal in das Gesamtsystem der Energiewende einzubinden. Künftig werden nicht nur Großspeicher, sondern auch dezentrale Heimspeicher, Elektrofahrzeuge mit bidirektionaler Ladefähigkeit sowie flexible Verbraucher wie Wärmepumpen wichtige Optionen darstellen. Damit diese Potenziale genutzt werden können, sind intelligente Messsysteme, digitale Netzsteuerung und geeignete Marktmechanismen erforderlich. Erst wenn Erzeugung, Speicherung und Verbrauch intelligent zusammenspielen, kann ein klimaneutrales Energiesystem zuverlässig funktionieren.
Batteriespeicher als Baustein für die kommunale Energiewende
Mit dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie steigt der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem. Batteriespeicher werden deshalb zunehmend zu einer Schlüsseltechnologie für Kommunen und Stadtwerke, die Klimaschutz, eine sichere Versorgung und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden wollen. Hierzu Julian Prölß, Bereichsleiter Projektentwicklung BESS bei enercity: Erfahren Sie mehr über den Energiepark Lehrte-Ahlten – ein Modellprojekt für die regionale Energiewende vor Ort: „Ein Batteriespeicher ist weit mehr als eine große Batterie. Sein Wert entsteht durch die intelligente Integration ins Energiesystem und durch operative Exzellenz im Betrieb. Wenn erneuerbare Erzeugung, Netzanforderungen, Marktmechanismen und digitale Steuerung optimal zusammenspielen, kann ein Speicher flexibel auf Stromangebot, Netzsituation und Marktpreise reagieren. So wird er zu einem zentralen Baustein für ein stabiles, effizientes und erneuerbares Stromsystem.“
Erfahren Sie mehr über den Energiepark Lehrte-Ahlten – ein Modellprojekt für die regionale Energiewende vor Ort.

Bereichsleiter Projektentwicklung BESS, enercity Erneuerbare GmbHJulian.proelss@enercity-erneuerbare.deJulian Prölß
