10. Mai 2026

Smart Meter: Schlüssel für die zukünftige Energieversorgung

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Smart Meter – auch intelligente Messsysteme genannt – machen Stromnetze transparent, steuerbar und zukunftsfähig. Sie sind ein zentraler Baustein für die Energiewende – und gesetzlich vorgeschrieben. Für Kommunen und Netzbetreiber schaffen sie die Basis für sichere Netze, neue Tarife und datenbasierte Entscheidungen.

Was sind Smart Meter – und warum sind sie so wichtig?

Smart Meter (sogenannte “Intelligente Messsysteme”) sind ein zentrales Element, um das Energiesystem zu digitalisieren und den steigenden Anteil erneuerbarer Energien sicher ins Netz zu integrieren. Sie übertragen automatisiert Zählerstände und Lastgänge (zeitlich aufgelöste Verbrauchsdaten). Die Datenübertragung erfolgt aktuell per Mobilfunk und zukünftig über Breitband-Powerline.

Gesetzlicher Rahmen: Wer braucht ein Smart Meter?

Die Bundesregierung sieht Smart Meter als unverzichtbare Grundlage, um Klimaziele zu erreichen und die Netzstabilität langfristig zu sichern. Entsprechend ist der Einbau für bestimmte Verbraucher- und Erzeugergruppen gesetzlich verpflichtend geregelt. Grundlage hierfür ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) sowie das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (2023). Aktuell gilt diese Verpflichtung für

  • Haushalte mit mehr als 6.000 kWh Jahresverbrauch,
  • Photovoltaikanlagen ab 7 kWp installierter Leistung sowie
  • Steuerbare Verbraucher wie z.B. Wärmepumpen und Wallboxen.

Der gesetzlich festgelegte Rollout-Fahrplan für den verpflichtenden Einbau sieht vor, dass bis Ende 2025 mindestens 20 Prozent, bis Ende 2028 mindestens 50 Prozent und bis 2030 mindestens 95 Prozent umgesetzt sein müssen. Seit Januar 2025 haben außerdem auch alle weiteren Kund:innen optional die Möglichkeit, einen Smart Meter zu bestellen – etwa, um von dynamischen Stromtarifen zu profitieren oder ihren Stromverbrauch besser im Blick zu behalten.

Als zuständige Messtellenbetreiberin in Hannover und Teilen der Region plant enercity Netz jährlich durchschnittlich 24.000 intelligente Messsysteme einzubauen – und liegt damit deutlich über den gesetzlich geforderten Einbauquoten. Die Investitionen für den Smart-Meter-Rollout liegen bei insgesamt rund 60 Millionen Euro.

Aus Sicht der enercity-Vorstandsvorsitzenden Aurélie Alemany gut angelegtes Geld: “Ohne digitale Infrastruktur keine erfolgreiche Energiewende. Wir müssen die Digitalisierung und die Flexibilisierung unserer Netze entschlossen vorantreiben. Der Smart-Meter-Rollout ist die Basis für die neue Energiewelt”. (Zitat aus Artikel “Digitale Messtechnik für die Energiewende: enercity treibt den Smart-Meter-Rollout voran”).

Wer profitiert von Smart Metern?

Die Kund:innen profitieren von Smart Metern, indem sie ihren Stromverbrauch und die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms – etwa aus Photovoltaik – besser und komfortabler steuern sowie neue, dynamische Stromtarife nutzen können. So kann z.B. der Stromverbrauch zeitgenau eingesehen werden. Hierdurch werden Stromfresser erkannt und Nachzahlungen können vermieden werden.

Smart Meter schaffen zudem die technische Grundlage für Mieterstrommodelle und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, da Erzeugung, Verbrauch und Einspeisung innerhalb von Mehrparteiengebäuden transparent und verursachungsgerecht erfasst werden können.

Manche Kund:innen befürchten, dass neben generellem Datenmissbrauch, aus hochaufgelösten Verbrauchs‑ und Einspeisedaten Rückschlüsse auf das Verhalten ihrer Haushalte möglich wären. Gesetzgeber und Strombranche begegnen dem mit strenger Zweckbindung und Datensparsamkeit im Messstellenbetriebsgesetz sowie klar begrenzten Zugriffs‑ und Ableserechten. Zudem dürfen nur BSI‑zertifizierte Smart‑Meter‑Gateways mit Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung eingesetzt werden.

Insbesondere profitieren aber kommunale Energieversorger von Smart Metern:

1. Netzstabilität, lokale Steuerung und effizienter Netzbetrieb

Smart Meter schaffen Transparenz über Verbrauch und Einspeisung an einzelnen Netzanschlusspunkten. Dadurch können dezentrale Erzeuger, steuerbare Verbraucher und Flexibilitäten gezielt in den Netzbetrieb eingebunden werden. Lastspitzen werden frühzeitig erkannt, Netze entlastet und der Ausbaubedarf kann besser geplant werden, insbesondere auf lokaler Ebene.

2. Grundlage für digitale Netze und datenbasierte Betriebsführung

Smart Meter sind ein zentraler Baustein digitaler Stromnetze. Sie verknüpfen Erzeugung und Verbrauch digital und liefern die Datenbasis für ein modernes, vorausschauendes Netzmanagement. Damit ermöglichen sie eine zunehmend datenbasierte, effizientere und robustere Betriebsführung.

3. Transparente und automatisierte Messprozesse

Durch Smart Meter werden Messprozesse automatisiert und manuelle Ablesungen weitgehend ersetzt. Hochaufgelöste Messwerte erhöhen die Abrechnungsgenauigkeit, reduzieren Fehler und senken den administrativen Aufwand. Gleichzeitig steigt die Transparenz für Kundinnen und Kunden.

4. Neue Tarife und Geschäftsmodelle

Smart Meter ermöglichen innovative Tarifmodelle wie dynamische Stromtarife und zeitvariable Netzentgelte. Zudem bilden sie die technische Grundlage für neue Versorgungsmodelle wie Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Für Stadtwerke ergeben sich daraus zusätzliche Erlöspotenziale und eine stärkere Kund:innen-Bindung.

5. Gesetzlicher Rahmen und Planungssicherheit

Der Smart Meter Rollout ist gesetzlich vorgegeben und ein zentraler Bestandteil der Energiewende. Klare regulatorische Vorgaben schaffen Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Für Kommunen und Stadtwerke bedeutet dies rechtliche Sicherheit, planbare Investitionen und Zugang zu Förderinstrumenten.

Jan Trense

Geschäftsführung enercity Netz GmbHjan.trense@enercity-netz.de

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