Elektromobilität

    Stromkosten für E-Bikes und Pedelecs – eine Übersicht

    Wie viel Strom verbrauchen E-Bikes oder Pedelecs, und was kostet eine durchschnittliche Akkuladung? Alles, was Sie rund um den Stromverbrauch von Elektrofahrrädern wissen müssen.

    Egal, ob E-Bike oder Pedelec: Elektrofahrräder liegen im Trend. 5,4 Millionen E-Bikes und Pedelecs waren 2020 schon auf deutschen Straßen unterwegs, Tendenz steigend. Die Anschaffungskosten haben sich in den letzten Jahren deutlich verringert, sodass sie für immer mehr Menschen erschwinglich sind. Doch welche Folgekosten kommen auf E-Rad-Besitzer für das regelmäßige Nachladen ihres Akkus zu? Wir rechnen es vor.

    100
    Kilometer
    weit reicht eine Pedelec- oder E-Bike-Akkuladung im Schnitt.

    Pedelecs: Das kostet eine Akku-Ladung im Schnitt

    Je nach Modell des E-Fahrrads fallen Stromverbrauch und Folgekosten sehr unterschiedlich aus (zur Begriffsklärung lesen Sie unseren Artikel „E-Bike oder Pedelec: Was ist eigentlich der Unterschied?“).

    Bei Pedelecs haben sich Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) als Energiespeicher durchgesetzt. Diese weisen ein relativ geringes Gewicht von etwa zwei bis drei Kilogramm auf und überzeugen mit einer kurzen Ladezeit: Einsatzfähig sind viele Pedelec-Modelle bereits nach etwa 1,5 Stunden am Strom. Etwa 4,5 Stunden brauchen sie, um vollständig aufzuladen.

    Der Stromverbrauch eines Pedelecs bei der Ladung hängt von der Kapazität seines Akkus ab. Bei den meisten Modellen beträgt sie etwa 500 Wattstunden, somit verbraucht eine Akkuladung im Schnitt 0,5 Kilowattstunden Strom. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde entspricht dies Kosten von etwa 15 Cent pro Ladung.

    Die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus beträgt im Schnitt 500 bis 1000 Ladezyklen. Somit liegen die Stromkosten für das Aufladen über die gesamte Nutzungsdauer zwischen 75 und 150 Euro. Muss der Akku ausgetauscht werden, werden allerdings größere Folge-Investitionen von 200 Euro und mehr fällig.

    Wie weit reicht eine Akku-Ladung?

    Die Reichweite eines Pedelecs hängt nicht nur von den Eigenschaften des Akkus ab. Weitere Faktoren sind Rücken- oder Gegenwind, Temperatur, Geschwindigkeit, Steigung, Fahrergewicht, Gangwahl, Beladung mit Gepäck, Auslastung des Elektroantriebs sowie die Höhe der gewählten Unterstützungsstufe. Die Reichweite kann also je nach Fahrsituation stark variieren.

    Als grober Richtwert kann folgende Berechnung dienen: Pedelecs oder E-Bikes, die über einen handelsüblichen 500-Wattstunden-Akku verfügen, kommen auf einer weitgehend ebenen Strecke bei einer sogenannten gemischten Fahrweise, also bei der Kombination aus Trittkraft und Leistungszuschuss durch den Elektroantrieb, etwa bis zu 100 Kilometer weit. Danach braucht der Akku die Steckdose.

    Monatliche Kosten von Elektrorädern: Ein Rechenbeispiel

    Ein Rechenbeispiel: Pendelt ein Fahrradfahrer mit seinem Pedelec an drei Tagen pro Woche 3,5 Kilometer zu seiner Ausbildungs- oder Arbeitsstätte und zurück, legt er in einem Monat insgesamt gut 90 Kilometer zurück. In diesem Fall reicht eine Akkuladung aus, die monatlichen Stromkosten für das Elektrofahrrad liegen bei rund 15 Cent.

    Ist die tägliche Pendelstrecke 10 Kilometer lang und wird an fünf Tagen pro Woche zurückgelegt, beläuft sich die insgesamt im Monat gefahrene Strecke auf 430 Kilometer. Hier werden also mehr als vier Ladezyklen benötigt, die monatlichen Kosten für den Stromverbrauch betragen knapp 65 Cent.

    Stromverbrauch und Folgekosten bei E-Bikes

    Besitzer von E-Bikes können, wenn sie ebenfalls die gemischte Fahrweise ausüben, mit vergleichbaren Stromkosten für ihr Zweirad rechnen. Wer sich beim E-Bike stärker auf den Elektroantrieb verlässt und nicht mit der eigenen Trittkraft nachhilft, muss allerdings häufiger zum Ladekabel greifen und das erhöht die Kosten.

    Auch die sonstigen Unterhaltskosten für die verkehrsrechtlich als Kleinkrafträder geltenden E-Bikes sind höher: Durch die Kennzeichnungs- und Versicherungspflicht fallen hier leicht mehr als 100 weitere Euro im Jahr an. Falls man bisher keinen Führerschein besitzt, der einem die Fahrt mit Kleinkraftfahrzeugen erlaubt, kommen noch die Kosten für den Erwerb der Fahrberechtigung hinzu.

    stromkosten-e-bikes-knopfdruck.jpg
    Die unterschiedlichen Unterstützungsstufen von Pedelec- und E-Bike-Motoren lassen sich bequem per Knopfdruck wählen.
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    Ist keine E-Ladestation in der Nähe, können Pedelecs und E-Bikes auch an normalen Steckdosen geladen werden.

    Das Pedelec oder E-Bike unterwegs aufladen

    Gerade bei längeren Touren, die die 100-Kilometer-Marke überschreiten, sollte man vorab mögliche Ladestopps für sein Strom-Fahrrad einplanen. Entsprechende Ladegeräte nimmt der Zweiradbesitzer dabei am besten selbst mit auf Reisen. Aufgeladen werden kann das Pedelec oder E-Bike an E-Ladestationen, die viele Gemeinden und öffentliche Gebäude mittlerweile zur Verfügung stellen. An solchen speziellen Orten lädt das Strom-Fahrrad besonders schnell auf.

    Wer mehr Zeit mitbringt, kann sein Pedelec oder E-Bike aber auch an ganz normalen Steckdosen laden. Hier kann eine vollständige Ladung allerdings fünf bis sechs Stunden dauern. Um geeignete Routen für Pedelec- oder E-Bike-Touren vorab zu planen, gibt es mittlerweile verschiedene Apps. So liefert beispielsweise der E-Tankstellen-Finder eine Übersicht, wo die nächstgelegene Ladestation für ein Strom-Fahrrad zu finden ist.

    Fazit

    Die Stromkosten für ein Pedelec sind gering. Auch bei E-Bikes halten sich die Folgekosten im überschaubaren Rahmen. Wie auch bei E-Autos gilt: Wer besonders umweltfreundlich und CO₂ -neutral unterwegs sein will, achtet darauf, beim Laden Ökostrom zu beziehen. So wird die Bewegung mit Strom draußen im Grünen tatsächlich zu einer rundum sauberen Sache.

    Text: Manuel Stark. Fotos: Getty Images (3), Shutterstock.

    22. Februar 2021

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