Umweltbewusst

    So grillen Sie klimafreundlich

    Grillen gehört zu den beliebtesten Sommer-Vergnügen der Deutschen. Laut Bundesumweltministerium (BMU) grillt ein durchschnittlicher Haushalt rund 13-mal pro Jahr. Doch auch beim Grillen gelangt schädliches CO₂ in die Atmosphäre und belastet die Umwelt. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie sich der eigene CO₂-Fußabdruck in der Grillsaison reduzieren lässt.

    Den passenden Grill wählen

    Beim geselligen Grillabend in der Natur wird häufig auf einen günstigen Einweggrill zurückgegriffen. Allein der Herstellungsprozess der Aluminiumschalen verursacht jedoch bereits hohe Mengen an klimaschädlichem CO₂. Hinzu kommt: Die Überreste bleiben nicht selten in der Natur zurück und belasten die Umwelt.

    Sowohl für unterwegs als auch für den heimischen Garten ist ein Mehrweggrill die bessere Wahl. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht mit Abstand der Holzkohlegrill. Das Grillen mit Holzkohle erzeugt jedoch neben klimaschädlichem CO₂ auch zahlreiche andere Schadstoffe wie beispielsweise Feinstaub, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit belasten. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher Gas- oder Elektrogrills als die bessere Alternative. Diese bieten darüber hinaus den Vorteil, dass sie gut zu regulieren sind. So lässt sich der Energieverbrauch im Vergleich zum Holzkohlegrill senken. Wer seinen Elektrogrill mit Ökostrom betreibt, reduziert zusätzliche Emissionen. Auch die Rauchentwicklung ist bei einem Elektrogrill gering. Damit eignet er sich für das Grillen auf dem Balkon. Ganz ohne zusätzliche Emissionen grillt, wer einen Solargrill nutzt. Viele der Geräte speichern Sonnenenergie und sind damit auch bei schlechtem Wetter oder im Dunkeln einsatzfähig.

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    Holzkohlegrills sind beliebt. Das Grillen mit Holzkohle erzeugt neben jeder Menge Rauch jedoch auch klimaschädliches CO₂ sowie zahlreiche andere Schadstoffe, welche die Umwelt belasten.
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    Das Umweltbundesamt empfiehlt daher Gas- oder Elektrogrills als die bessere Alternative.

    Nachhaltige Brennstoffe verwenden

    Wer nicht auf den klassischen Holzkohlegrill verzichten möchte, sollte auf die Auswahl des geeigneten Brennstoffes achten. Auch wenn Holzkohle als nachwachsender Rohstoff erst einmal nachhaltig erscheint: Laut Umweltbundesamt enthält jede zweite Grillkohle wertvolles Tropenholz und schadet damit erheblich der Umwelt.

    Siegel wie beispielsweise vom FSC (Forest Stewardship Council) oder verschiedene Bio-Siegel zum Beispiel das EU-Bio-Siegel oder das Naturland-Siegel gewährleisten, dass die verwendete Grillkohle ausschließlich aus Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Wer darüber hinaus sichergehen will, dass die Grillkohle umweltfreundlich und damit frei von Pech, Erdöl oder gar Kunststoffen ist, achtet auf das entsprechende DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2).

    Auch bei Grillanzündern ist Achtung geboten: Von Spiritus und anderen chemischen Grillanzündern ist abzuraten. Umweltfreundliche Alternativen gibt es zum Beispiel aus Wellpappe, Maisspindeln oder Holzfasern.

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    Wer klimaschonend grillen möchte, sollte Gemüse anstelle von Fleisch auf den Rost legen.

    Auf das Grillgut kommt es an

    Ob Kohle-, Gas- oder Elektrogrill: Was auf dem Grillrost liegt, macht am Ende den entscheidenden Unterschied. Eine Ökobilanz-Studie des TÜV Rheinland zeigt: Rund 95 Prozent der CO₂ -Emissionen beim Grillen entfallen auf das Grillgut. Besonders die Produktion von tierischen Produkten belastet die Umwelt.

    Wer klimaschonend grillen möchte, sollte daher mehr Gemüse anstelle von Fleisch auf den Rost legen. Viele Supermärkte bieten zudem eine große Auswahl pflanzlicher Fleischalternativen an. Für Abwechslung sorgen Würstchen und Steaks auf Pflanzenbasis wie beispielsweise Soja, Weizen oder Lupinen. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann dennoch bewusst wählen: Rindfleisch verursacht im Vergleich zu Geflügel besonders viel CO₂. Grund dafür ist vor allem die klimaschädliche Futterproduktion für die Tierhaltung.

    Verpackungsmüll vermeiden

    Bei Grillabenden fallen häufig besonders große Mengen an Verpackungsmüll an. Pappteller, Plastikbesteck und Einwegflaschen sind auf den ersten Blick praktische Begleiter und ersparen den lästigen Abwasch. Genau wie Einweggrills sind sie in der Natur jedoch nur schwer abbaubar und werden oftmals achtlos auf Wiesen und in Parks zurückgelassen. Der Umwelt zuliebe sollte daher auf Einweg-Plastikgeschirr verzichtet werden.

    Mehr Tipps dazu, wie sich Verpackungsmüll im Alltag vermeiden lässt, finden Sie in unserem Artikel Plastik vermeiden: Sechs Tipps für den Alltag.

    Text: Marcella Klaas. Fotos: Getty Images (2), Shutterstock (2).

    9. April 2021

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