Wissenswert

    Gaspreise: Wie Kunden jetzt von cleveren Energieversorgern profitieren können

    Die Großhandelspreise für Erdgas sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Doch höhere Preise für Verbraucher müssen daraus nicht zwingend folgen: Es kommt auch auf die Beschaffungsstrategie der Energieversorger an.

    „Der Winter wird kritisch“: Mit diesen Worten warnte Kirsten Westphal, Expertin für internationale Energiepolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, vergangene Woche in der Süddeutschen Zeitung vor steigenden Gaspreisen. Zu Beginn der Heizperiode 2021/2022 in Europa stehen die Großhandelspreise für den Rohstoff auf einem Hoch: Mitte September 2021 kostete eine Megawattstunde Erdgas im Einkauf für Gasanbieter erstmals mehr als 70 Euro.

    Der Gaspreis hängt von verschiedenen Faktoren ab

    Die internationalen Preise für Erdgas werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst und unterliegen entsprechenden Schwankungen. Zu diesen zählen etwa die Witterung, die Preisentwicklung anderer, mit Gas im Zusammenhang stehenden Rohstoffe und auch die aktuelle politische und wirtschaftliche Konjunktur.

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    Die weltweite Nachfrage nach Gas ist hoch. Entsprechend hohe Preise müssen Gasanbieter für die Beschaffung des Rohstoffs zahlen.

    Als Grund für die aktuell immer stärker steigenden Gaspreise auf den Weltmärkten führen Experten unter anderem die hohe Nachfrage ins Feld, denn nicht nur der bevorstehende Winter in Europa, sondern auch die wirtschaftliche Erholung in anderen Regionen nach dem pandemiebedingten Tief sorgen für steigenden Gasverbrauch. Der massive Energiebedarf der chinesischen Industrie, der aktuell nicht durch die eigenen Ressourcen des Landes gedeckt werden kann, lässt die Energiepreise zusätzlich steigen. Mit der erhöhten Nachfrage sinkt das Angebot an Gas und dies treibt den aktuellen Gaspreis an den Börsenmärkten dann wiederum in die Höhe.

    Als Folge der steigenden Einkaufspreise bei der Gasbeschaffung haben einige Gasversorger in Deutschland bereits ihre Preise für Endkunden angehoben, die Vergleichsportale Verivox und Check24 gehen davon aus, dass weitere Anbieter diesem Beispiel folgen werden. Für Verbraucher hängt der Gaspreis von zusätzlichen Faktoren ab, etwa Netzentgelten oder der zum Jahresanfang eingeführten nationalen CO2-Steuer (mehr dazu in unserem Artikel „So setzt sich der Gaspreis zusammen“). Nicht alle davon können die Gasanbieter beeinflussen. Ob sie ihre Preise in der aktuellen Situation aber wirklich erhöhen müssen und wenn ja, wie stark die Steigerung ausfällt, hängt maßgeblich mit der Beschaffungsstrategie des jeweiligen Gasversorgers auf den internationalen Märkten zusammen.

    Erdgas: So funktioniert die Beschaffung an der Börse

    Da es in Deutschland nur geringe Gasvorkommen gibt, fördern die meisten hiesigen Energielieferanten nicht selbst Erdgas, sondern kaufen die für ihre Kunden benötigten Gasmengen ein. Dies kann entweder direkt beim Erzeuger erfolgen oder über Börsen wie die „European Energy Exchange“ (EEX) in Leipzig. Bei der Gasbeschaffung an der Börse können Gasanbieter am Spot-  (Kurzfristmarkt) oder Terminmarkt (Langfristmarkt) handeln.

    Auf dem Terminmarkt werden längerfristige Geschäfte getätigt. Der Kauf und Verkauf von Energiemengen wird hier für einen festen Termin in der Zukunft verhandelt, so dass Menge, Preis und Fälligkeit im Vorhinein feststehen. Dies ist von Vorteil, wenn der Gaspreis an der Börse zwischenzeitlich steigt: In diesem Fall profitiert der Einkäufer, also der Gasanbieter, von dem zuvor festgelegten, niedrigeren Preis. Fällt der Börsenpreis hingegen nach dem Kauf, kann sich die festgelegte, langfristige Bindung an Menge und Preis als Nachteil erweisen.

    Der Spotmarkt deckt demgegenüber kurzfristige Geschäfte ab. Die hier erworbenen Gasmengen werden in der Regel direkt, das heißt am Tag des Handelsabschlusses oder am Folgetag, geliefert. Auf diese Weise können die Einkäufer kurzfristige Kursschwankungen nutzen, um niedrige Preise zu erzielen. So kann es sein, dass ein Gasanbieter auch mal deutlich günstigere Gastarife anbieten kann als ein anderer Anbieter, der eher am Terminmarkt Gasmengen beschafft. Gasanbieter, die am Spotmarkt einkaufen, können allerdings nicht von einem zuvor festgelegten Einkaufspreis profitieren, wenn der Börsenpreis über einen längeren Zeitraum hinweg steigt. Der Spotmarkt kann also besonders attraktiv wirken, birgt aber auch hohe Risiken für die Akteure.

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    Bei der Gasbeschaffung an der Börse gibt es verschiedene Strategien, mit Kursschwankungen umzugehen.

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    Mit einem cleveren Wechsel des Gasanbieters können Verbraucher in den kommenden Monaten viel Geld sparen. Rechnen Sie aus, wie viel Sie mit einem der günstigen Gastarife von enercity sparen können.

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    Langfristige Stabilität versus kurzfristige Preisvorteile

    Dem aktuellen Preis-Hoch an der Börse ist ein sehr langer Zeitraum vorausgegangen, in dem die Preiskurven für Erdgas eher nach unten zeigten. In dieser Zeit boten Geschäfte auf dem Spotmarkt eine attraktive Möglichkeit, kurzfristige Rabatte im Einkauf zu erzielen. Viele Gasversorger haben in dieser Zeit ihre Beschaffungsstrategie vom Termin- auf den Spotmarkt umgestellt, um preisliche Vorteile für sich und ihre Kunden herauszuholen. Dies funktionierte allerdings nur so lange, wie der Börsenpreis stagnierte oder sogar sank: Nun, da er sich über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht, müssen die Gasanbieter, die über den Spotmarkt Gasmengen beschaffen, höhere Preise zahlen als ursprünglich gedacht.

    Auch einige junge Gasanbieter und Start-ups, die neue, an die börsliche Entwicklung der Gaspreise gekoppelte Kundentarife entwickelt haben, bekommen die aktuelle Marktsituation negativ zu spüren. Für kleine Gaslieferanten, die in dieser Situation auch nicht auf vorrätige Mengen in eigenen Erdgasspeichern zurückgreifen können, kann dies sogar die wirtschaftliche Existenz bedrohen.

    Vorteile für Verbraucher durch konservative Beschaffungsstrategie des Gasanbieters

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    Nicht alle Gasanbieter müssen die Preise drastisch erhöhen. Verbraucher können bei einem Anbieterwechsel unter Umständen viel Geld sparen.

    Auch wenn viele Preisbestandteile wie etwa die sich jährlich erhöhende gesetzliche CO2-Abgabe nicht durch den Markt bestimmt – und damit nicht durch den Gasanbieter beeinflussbar – sind: Die steigenden Preise am Spotmarkt bzw. die gewählte Gasbeschaffungsstrategie bestimmen maßgeblich mit, welche Preise der Gasanbieter an die Verbraucher weitergeben kann. Die derzeit dynamische Preisentwicklung am Spotmarkt müssen Energie- beziehungsweise Gasversorger mit einer konservativen, auf Stabilität ausgerichteten Beschaffungsstrategie, die stärker auf den Terminmarkt setzt, also nicht oder nur in deutlich geringerem Maße an die Endkunden weitergeben.

    Dies bietet in der aktuellen Situation auch Chancen für Gaskunden, die durch einen cleveren Anbieterwechsel die Auswirkungen der Gaspreisentwicklung nicht unbedingt spüren müssen. Bis zu mehrere hundert Euro pro Jahr lassen sich unter Umständen mit einem Wechsel in einen neuen Gastarif sparen, sodass Verbraucher der Heizperiode 2021/2022 entspannter entgegen blicken können.

    Text: Lea Weitekamp. Fotos: Getty Images (3), Shutterstock, Westend61.

    Stabile Erdgas-Preise bei enercity

    Als Energieversorger mit kommunalen Wurzeln beliefert enercity die Menschen seit fast 200 Jahren zuverlässig mit Gas. Stabilität und Sicherheit stehen im Fokus der Beschaffungsstrategie des Unternehmens, die durch langfristige Verträge und einen hohen Anteil an Terminmarktgeschäften gekennzeichnet ist. Ein eigener Erdgasspeicher sorgt für zusätzliche Sicherheit.

    Neukunden, die sich jetzt für den Tarif „natürlich garantiert XL“ von enercity entscheiden, profitieren nicht nur von der zuverlässigen Belieferung mit klimaneutralem Erdgas, sondern auch von einer Preisgarantie für die kommenden 18 Monate.

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    1. Oktober 2021

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