Erneuerbare Energien

    Wie funktioniert eine Biogasanlage?

    Umweltfreundlich produziertes Biogas ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende und den Klimaschutz. Es setzt nur so viel CO₂ frei, wie die Ausgangsstoffe vorher gebunden haben. Aber wie funktioniert eigentlich eine Biogasanlage?

    Biogas ist Gas aus der Natur – und steht für einen perfekt geschlossenen Energiekreislauf. Denn das Gas entsteht dadurch, dass Bakterien in einer Biogasanlage nachwachsende Rohstoffe abbauen und dabei Biogas produzieren. Dabei sowie beim späteren Verbrauch wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie vorher in den Ausgangsstoffen gespeichert war.

    Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt fossile Brennstoffe und senkt damit den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen. Am Ende des Prozesses bleibt mit dem sogenannten Gärrest sogar noch ein hochwertiger Dünger für die Landwirtschaft übrig. Das spart Kunstdünger ein und reduziert die Umweltbelastung. Der Dünger kann darüber hinaus wiederum bei Pflanzen zum Einsatz kommen, die später in der Biogasproduktion landen – ein geschlossener Kreislauf.

    Kein Wunder also, dass die nachhaltige Energiequelle Biogas neben Sonnen-, Wasser- und Windenergie besonders effizient dazu beiträgt, das Klima zu schützen. Biogas hat dabei sogar einen Vorteil: Seine Produktion ist nicht von Wind und Wetter abhängig, und es lässt sich problemlos speichern. Damit gewährleistet Biogas auch bei Flaute oder im Winter eine sichere Energieversorgung – und ist darum die perfekte Ergänzung zu Sonnen- und Windenergie, um die Energiewende zu meistern.

    Die Produktion von Biogas

    enercity und die Tochterunternehmen betreiben mehr als 40 Biogasanlagen, etwa in Langenhagen-Kaltenweide, in Peine oder im schleswig-holsteinischen Loop. Dort werden nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Gras und Mais als sogenanntes Substrat verarbeitet.

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    Die Funktionsweise aller Biogasanlagen ähnelt sich: Das Substrat landet in einem luftdichten, wärmeisolierten und beheizten Gärbehälter, dem sogenannten Fermenter. Hier fressen sich unzählige Mikroben durch die tonnenschwere Biomasse. In mehreren Schritten entstehen dabei brennbares Methan sowie Kohlenstoffdioxid. Weitere Nebenprodukte sind Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Wasser. Unverarbeitetes Biogas hat ungefähr halb so viel Energie wie Erdgas. Ein Aktivkohlefilter sorgt dafür, dass das Biogas entschwefelt wird. Bei einigen Anlagen veredelt zudem eine angeschlossene Aufbereitungsanlage das Biogas zu Biomethan. Dabei entzieht ein sogenannter Absorber dem Gas vor allem CO₂ – und erhöht dadurch den Brennwert.

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    Biogas wird unter anderem aus nachwachsenden Rohstoffen wie Silomais oder Zuckerrüben gewonnen.

    Zum Heizen, Kochen oder als Treibstoff

    Aus einem Hektar nachwachsender Rohstoffe wie Silomais oder Zuckerrüben lassen sich je nach Pflanzenart zwischen 3500 bis 6000 Kubikmeter Biomethan gewinnen. Das reicht aus, um circa fünf Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Das Gas kann nach der Aufbereitung als Biomethan ins Gasnetz eingespeist werden. Es landet dann unter anderem in privaten Haushalten, die damit heizen oder kochen. Biomethan kann auch als Treibstoff für Erdgasfahrzeuge verwendet werden.

    Bei anderen Anlagen setzt enercity das Biogas direkt in Blockheizkraftwerken (BHKW) ein, um damit Strom und Fernwärme zu produzieren. So versorgt die enercity-Beteiligungsgesellschaft Energie-Projektgesellschaft Langenhagen in Langenhagen bei Hannover mehr als 1600 Haushalte der Wohnsiedlung Weiherfeld mit klimafreundlicher Wärme aus einem Biogas-BHKW. Das Biogas stammt aus der eigenen Biogasanlage Kaltenweide.

    Text: Florian Sievers. Fotos: Shutterstock (2), Gutentag - Hamburg.

    1. Juni 2021

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