Energieversorgung

    Enercity: Vorweg in Sachen Klimawende

    Die Klimawende kann nur gelingen, wenn alle mit anpacken. enercity ist dabei Versorger, Innovator und Vermittler zugleich. Was dabei immer an erster Stelle steht: die Nähe zu den Kunden – und zwar im Wortsinn.

    Manchmal ist das beste Mittel zur Kundenbindung ein Paar Hausschuhe. Die hat Birgit Lachmann immer dabei. Denn sie ist Stromlotsin und besucht ihre Kunden in deren eigener Wohnung. Darunter sind Wohngemeinschaften, in denen sich die Mitbewohner darüber streiten, wer welchen Teil der Stromrechnung bezahlt, Villenbesitzer, denen nicht klar ist, dass ihre Alarmanlagen und die Wasserpumpe für den Kunstteich auch Strom verschlingen, oder die aus Südamerika stammende Lehrerin, die im Winter Radiatoren in jedem Zimmer aufstellte, weil Strom in ihrer Heimat wesentlich günstiger ist als Erdgas. Diese Menschen besucht Birgit Lachmann im Auftrag von proKlima, einem von enercity und fünf Umlandgemeinden finanzierten Fonds, der seit mehr als 20 Jahren energieeffiziente Bau- und Modernisierungsmaßnahmen fördert. Die Energieberater und Stromlotsen des Fonds beraten Unternehmen und Bürger darin berät, wie sie Energie und Strom sparen können. „Das funktioniert gut, weil wir buchstäblich mittendrin im Leben der Menschen sind“, sagt Lachmann. Und das bedeutet manchmal eben: Straßenschuhe ausziehen, Hausschuhe anziehen. „Wenn man bei jemandem zu Hause ist, hat man eine persönliche Basis. Dann geht alles besser.“ Bevor die Pandemie das öffentliche Leben stoppte, machte Birgit Lachmann drei Hausbesuche die Woche.

    Größter Energieversorger in Hannover

    Die Nähe zu den Kunden gehört bei enercity zur Firmenphilosophie. Die Tage der Stadtwerke Hannover sind vorbei, doch die Rechtsnachfolgerin Enercity ist nach wie vor mit Abstand größter Stromanbieter und Energieversorger in der Stadt und der Region Hannover. Und die Zahl der lokalen Kundschaft nimmt stetig zu. 2019 stieg allein die gelieferte Strommenge im Vergleich zum Vorjahr um rund 65 Prozent, die von Gas um rund 30 Prozent. „enercity und die Landeshauptstadt verbindet eine enge Partnerschaft“, erklärt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. „Auch heute und in der Zukunft verbinden uns gemeinsame Ziele. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Klimaschutz – eine der bedeutendsten Aufgaben unserer Zeit.“ enercity sei etwa ein wichtiger Partner in der Klima-Allianz Hannover und im Energieeffizienz-Netzwerk. „Gemeinsam arbeiten wir erfolgreich daran, den Ausstoß von Kohlendioxid stark zu reduzieren“, so Onay.

    „Gemeinsam arbeiten wir erfolgreich daran, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren.“

    Belit OnayOberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
    66
    Prozent
    der Befragten vertrauen beim Thema Smart City ihrer Stadtverwaltung und dem kommunalen Energiedienstleister.

    Im vorigen Jahr erzielte enercity einen Rekordumsatz von mehr als drei Milliarden Euro, der im Ergebnis auch der Stadt und der Region Hannover zugutegekommen ist. Diese sind über die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover (VVG) mit circa 75 Prozent der Anteile an enercity beteiligt. Sie erhielten im Vorjahr 68 Millionen Euro, plus 42 Millionen Euro aus Konzessionsabgaben – die Gebühren, die enercity an die Kommunen für die Erlaubnis abführt, das Energie- und Wassernetz im Kommunalgebiet betreiben zu dürfen. „Das Geld, das wir verdienen, bleibt in Hannover“, betont enercity-Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva. „Wir schütten unseren Gewinn an die Landeshauptstadt aus, und so kommt das Geld wieder bei den Menschen in Hannover an. Daraus werden dann zum Beispiel Kindergärten oder Pflegeheime gebaut.“ Daseinsvorsorge allein reicht nicht aus, um als Energiedienstleister auch in Zukunft erfolgreich zu sein. „Heute müssen Stadtwerke Vorreiter, Vermittler und Innovatoren sein“, sagt Zukunftsforscher Matthias Horx. „Dafür müssen sie neue Bündnisse herstellen, zwischen Bürgern – die dann ja auch Produzenten sind –, Herstellern, Investoren und Institutionen im Bereich Windenergie, Solarenergie und den vielen anderen Energieformen, die noch kommen werden.“

    Ladepunkte für Elektroautos nahe am Bürger

    Eines der Felder, in denen enercity all diese Rollen gleichzeitig bedient, ist die Elektromobilität. Als Innovator, der im vergangenen Jahr die erste Ultra-Schnellladesäule in Hannover errichtete, an der Autos innerhalb weniger Minuten aufladen können. Als Vorreiter, der bereits 1000 Ladepunkte aufgebaut hat: von autobahnnahen Ladestationen auf dem Gelände der Gastronomiekette Finca & Bar Celona über kompakte Ladeboxen an der Straßenbeleuchtung für E-Autofahrer bis hin zu sogenannten Wallboxen in Tiefgaragen von Neubaukomplexen. Und als Vermittler: enercity kooperiert dabei mit Industrieunternehmen wie Wallbe und Weidmüller Mobility Concepts, die die Technik entwickeln, herstellen und liefern. Aber auch mit Hausbesitzern, Bauträgern oder den hannoverschen Verkehrsbetrieben üstra arbeitet enercity zusammen. Letztere wollen bis 2023 ihre Busflotte komplett auf Elektroantrieb umstellen – und werden dafür gemeinsam mit enercity eine Ladeinfrastruktur errichten, die sowohl Bussen als auch Pkw zur Verfügung steht.

    „Das Geld, das wir verdienen, bleibt in Hannover. Es kann zum Beispiel in Schulen und einen umweltfreundlichen Nahverkehr investiert werden.“

    Dr. Susanna ZaprevaVorstandtsvorsitzende von enercity

    „Das Entscheidende dabei ist, nicht nur Innovationen voranzutreiben, sondern es so zu tun, dass es am besten zu den Bedürfnissen der Kunden vor Ort passt“, sagt enercity-Chefin Susanna Zapreva. Ein Beispiel dafür, wie sich Verkehrsmanagement mit Bürgernähe verbinden lässt, ist die Aktion „Vorfahrer-Challenge“, die enercity Mitte 2019 ins Leben rief. In einem Online-Aufruf und bei Terminen vor Ort konnten sich Bürger nicht nur darüber informieren, wie enercity den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in der Stadt vorantreibt, sondern auch Vorschläge machen: An welcher Stelle würden sie sich eine Ladestation für Elektromobile wünschen? Insgesamt gingen mehr als 2200 Vorschläge ein – und teils überraschte Rückmeldungen zur Aktion. „Es fragt sonst ja auch niemand die Anwohner, wo beispielsweise der neue Supermarkt gebaut werden soll“, sagt Harald Halfpaap, stellvertretender Leiter der Abteilung Elektromobilität bei enercity. „Viele Menschen haben sich gefreut und dafür gedankt, dass wir sie in diese Planungen miteinbeziehen.“

    2200
    Vorschläge
    zu möglichen Elektroladepunkten kommen von Hannovers Bürgern. enercity hat sie in einer Umfrage zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in der Stadt befragt.

    „Viele Menschen haben sich gefreut, dass wir sie in die Planungen miteinbeziehen.“

    Harald HalfpaapStellvertretender Leiter der Abteilung Elektromobilität, enercity

    Energie aus Müll und smarte Technologien

    Partnerschaften zu bilden ist auch das Fundament für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Beispielsweise durch den 2018 vereinbarten Anschluss der enercity-Fernwärmeleitung an die Müllverbrennungsanlage (MVA) der Energy from Waste Hannover. Dort entstand schon zuvor Energie durch Müllverbrennung: Die MVA nutzte die Wärme, die beim Verfeuern von Haus- und Gewerbemüll entstand, um eine Dampfturbine zur Stromerzeugung anzutreiben. Durch den Anschluss an die Fernwärmeleitung wird nun darüber hinaus die Abwärme der Dampfturbine genutzt, die zuvor an die Umgebung abgegeben wurde. So kann enercity nun bis zu 25 Prozent des jährlichen Fernwärmebedarfs Hannovers nahezu CO2-neutral bereitstellen. Ab 2023 wird sich dieser Anteil noch vergrößern: Dann wird eine neue Verwertungsanlage von enercity auf dem Deponiegelände des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover grüne Fernwärme aus Klärschlamm produzieren. Denn künftig darf er nicht mehr als Dünger ausgebracht werden, um Böden und Grundwasser zu schonen. „So versorgen wir die Menschen in Hannover mit umweltfreundlicher Wärme und lösen gleichzeitig ein ökologisches Problem“, sagt enercity-Chefin Zapreva. Wie in Ronnenberg: Schon heute produziert enercity dort Wärme aus Biogas, das aus der Maissilage von fünf Bauern aus der Region stammt.

    Klimaschutz erfordert aber nicht nur alternative Energieträger, sondern auch intelligente Technologien. „Smarte Technologien ermöglichen es, Energie gezielter zu nutzen“, erklärt Zapreva. „Die Smart City wird darum auch eine Green City sein.“ Eine Studie, die das Marktforschungsinstitut Innofact im Januar 2020 im Auftrag von enercity durchführte, zeigt, dass viele Menschen diese Auffassung teilen. Mehr als die Hälfte assoziierten mit dem Begriff „Smart City“ vor allem intelligentes Verkehrsmanagement, intelligente Beleuchtung, intelligente Leckage-Überwachung oder Abfallentsorgung nach Füllstand.

    „Man verbindet uns  mit Zuverlässigkeit und Seriosität. Das bringt einen Vertrauens­vorschuss mit sich.“

    Dr. Marcus ThomasProduktmanager Smart-City, enercity

    Auf die Frage „Wem würden Sie bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Smart-City-Konzepten am meisten vertrauen?“ nannte mehr als die Hälfte der Befragten ihren kommunalen Energiedienstleister. „Da profitieren wir davon, dass wir den Bürgern seit Jahrzehnten vertraut sind und uns als zuverlässiger Partner etabliert haben“, sagt  Dr. Marcus Thomas. Doch gerade die Abteilung Intelligente Technologien, in der Thomas Smart-City-Projekte umsetzt, beweist, dass „etabliert“ kein Widerspruch zu „modern“ ist. Denn die zwölf Mitarbeitenden der Abteilung kümmern sich bei enercity um die Themen Smart Home, Smart Metering und Smart-City-Projekte.

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    Patienten- und Dienstzimmer
    der Sophienklinik erhalten intelligente Funksensoren von enercity, die CO₂-Gehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit checken.

    Eines der jüngsten Projekte entwickelt das Team gerade gemeinsam mit der Hannoveraner Sophienklinik. Das Krankenhaus hat begonnen, eine umfangreiche Digitalisierungsstrategie umzusetzen. Einen Teil davon bilden Sensoren, die in allen Räumen der Klinik Daten erheben, unter anderem zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2. Deren Auswertung soll langfristig das körperliche Wohlbefinden von Patienten und Personal verbessern – und im Idealfall Behandlungszeiten reduzieren. „Mit enercity haben wir einen starken Partner, der uns auf dem Weg zur grünen und smarten Klinik begleitet“, sagt Dr. Stephan J. Molitor, Geschäftsführer der Sophienklinik. Die gleiche Technologie hat enercity bereits im Betriebsgebäude der üstra installiert, wenn auch mit einer anderen Zielsetzung: Dort sollen die Sensoren vor allem der Sicherheit dienen. So verhinderten sie bereits Ende 2019 bei einem heftigen Unwetter, dass sensible Technik beschädigt wurde, weil sie rechtzeitig den ansteigenden Wasserstand in einem Kabelschacht meldeten. Wie es kam, dass ein Krankenhaus diese Expertise von enercity nutzen will? Weil die Kliniken auch ihre Energie seit Langem von enercity geliefert bekommen. „Das bringt einfach einen Vertrauensvorschuss mit sich“, meint Thomas. Ganz so, wie es das Ergebnis der Umfrage bestätigt: Man kennt sich und vertraut einander. Und auf einer persönlichen Basis geht alles besser.

    Ein Gewinn für die ganze Region

    Welchen Beitrag leisten Energieunternehmen für die Wirtschaft ihrer Region? Diese Frage erforscht der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in einer aktuellen Studie. enercity geht hier sehr progressiv vor: So investierte das Unternehmen 2019 knapp 60 Millionen Euro in Projekte wie den Netzausbau, in Trafostationen oder Wassergewinnungsanlagen. Die Studie untersucht zudem, wie sich das Steueraufkommen und die Kaufkraft der rund 3.000 Mitarbeitenden von enercity auf die Region auswirken, aber auch das gesellschaftliche und kulturelle Engagement des Unternehmens – etwa als Sponsor von Fußball- und Handballvereinen oder durch die Einrichtung des Härtefonds für Energiekundinnen und -kunden in schwierigen sozialen Lagen.

    Text: Tanja Requardt, Claus Hornung. Fotos: Sascha Wolters, Christian Kerber, enercity AG. Illustrationen: WRK / 2 Agenten.

    13. Oktober 2020

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    Mit unermüdlichem Einsatz sorgen die Mitarbeitenden von enercity auch während der Covid-19-Pandemie dafür, dass die Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme reibungslos läuft.

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