
Allgemeine Fragen zur Fernwärme
Wenn Abfälle thermisch verwertet werden, entsteht dabei Wärme. Diese Wärme kann genutzt und in das Fernwärmenetz eingespeist werden, anstatt ungenutzt abgegeben zu werden.
Für die thermische Abfallverwertungsanlage in Lahe ist nach derzeitigem Planungsstand die Integration einer CO₂-Abscheidung (CCS) vorgesehen.
Bei der thermischen Verwertung von Holzabfällen wird CO₂ aus dem im Holz enthaltenen Kohlenstoff freigesetzt. Die Bewertung der Treibhausgaswirkungen hängt unter anderem von Herkunft, Transport, Aufbereitung und weiterer Nutzung der eingesetzten Materialien ab.
Die Versorgungssicherheit der Kundinnen und Kunden hat für enercity hohe Priorität.
Die Abschaltung der beiden Blöcke des Kohlekraftwerks erfolgt erst nach Aufnahme des Regelbetriebs der vorgesehenen Ersatzanlagen.
Für die Fernwärmeversorgung stehen mehrere Wärmeerzeugungsanlagen zur Verfügung. Das Erzeugungssystem ist so ausgelegt, dass verschiedene Anlagen zur Wärmebereitstellung beitragen können.
enercity plant den Bau von bis zu 14 Ersatzanlagen, um die Leistung des Kohlekraftwerks zu ersetzen.
Ein Biomasseheizkraftwerk und eine Großwärmepumpe am Standort Stöcken sind im Bau. Als weitere Ersatzanlagen für den Block 1 sind zwei hochflexible Biomethan-BHKWs für die Spitzenlastabdeckung ebenfalls im Bau und sind bereits 2024 in Betrieb gegangen. Der Block 1 des Kohlekraftwerks Stöcken wird bis zur Heizperiode 2025/2026 vollständig ersetzt und kann dann abgeschaltet werden.
Parallel sind die Planungen für die Ersatzanlagen von Block 2 bereits weit fortgeschritten und erste Baumaßnahmen haben begonnen, wie z.B. an der Fernwärme-Leitung zur Klärwerk-Wärmepumpe.
Im September 2023 wurde ein Wärmeliefervertrag mit der Firma Eavor unterschrieben. Eavor wird in Hannover eine Tiefengeothermie-Anlage errichten und die Wärme in das Fernwärmenetz von enercity einspeisen. Eine Großwärmepumpe wird den Ablauf des Klärwerks in Hannover-Herrenhausen als Wärmequelle nutzen.
Außerdem plant enercity die Errichtung einer Flusswärmepumpe an der Leine.
Zudem haben sich enercity und die Betreiberfirma der Abfallverwertungsanlage in Lahe (EEW Energy from Waste Hannover) auf eine erhöhte Wärmebereitstellung für die Fernwärme in Hannover geeinigt.
Auch Power-to-Heat (P2H) gehört bereits zum Portfolio von enercity und wird ausgebaut werden, um die Lastspitzen im Fernwärmenetz zu decken und ggf. den störungsbedingten Ausfall anderer Anlagen zu kompensieren.
Als weiterer Dekarbonisierungsschritt nach dem Kohleausstieg wird das Gaskraftwerk Linden für den Betrieb von Erdgas auf Wasserstoff (H2) umgerüstet werden, um Mitte der 2030er Jahre auch hier vollständig Wärme bereitzustellen.
Die Wartung der Fernwärme-Kompaktstationen erfolgt durch enercity.
Der Aufwand für die jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohner ist gering, da sich die Stationen in der Regel im Keller befinden und somit kein Zugang zu den Wohnungen erforderlich ist.
Die Wartung findet in der Regel jährlich statt. Voraussetzung hierfür ist der Abschluss eines Wartungsvertrages.
Die Leitungslänge umfasst die gesamte Länge aller verlegten Fernwärmerohre – also sowohl den Vorlauf als auch den Rücklauf. Dabei unterscheidet man zwischen:
- Versorgungsleitungen: Sie umfassen Transport- und Verteilnetzleitungen, die von den Erzeugungsanlagen bis zu den Hausanschlussleitungen führen und ganze Straßenzüge oder Quartiere versorgen.
- Hausanschlussleitungen: Sie bilden den Abgang von der Versorgungsleitung und führen bis zur Station im Gebäude.
Die Trassenlänge beschreibt dagegen die tatsächlich verlegte Strecke, unabhängig davon, wie viele Rohre dort verlaufen. Da Vor- und Rücklauf meist nebeneinander verlaufen, ist die Trassenlänge in der Regel halb so lang wie die Leitungslänge.
Fragen zur Umstellung auf Fernwärme
enercity übernimmt die Verlegung und Montage der Leitungen bis zur Übergabestation im ersten Kellerraum.
Die hausinternen Arbeiten werden entweder von einem von Ihnen beauftragten Heizungsfachbetrieb in Abstimmung mit enercity ausgeführt – oder direkt von enercity übernommen.
Der genaue Umfang dieser Arbeiten hängt von der bisherigen Heizungsart sowie den baulichen Gegebenheiten vor Ort ab.
Das ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und geplanten Arbeitsabläufen der Fachhandwerker.
Die Versorgungsunterbrechung kann bei einer zentralen Versorgung bei wenigen Tagen und bei dem Einbau von Fernwärme-Wohnungsstationen bei mehreren Wochen liegen.
Mit der Umstellung von L- auf H-Gas ist mit dem Wechsel von Düsen lediglich eine geringfügige Änderung an der Anlage erfolgt.
Diese stellt entsprechend keine Erneuerung dar, so dass daraus auch keine Anschlusspflicht für Fernwärme folgt.
Für die Umstellung von Gasetagenheizungen auf Fernwärme gibt es zwei Möglichkeiten:
- Zentrale Versorgung über eine Fernwärme-Kompaktstation mit Trinkwassereinheit im Keller.
- Dezentrale Versorgung mit Fernwärmewohnungsstationen. Auch bei dieser Variante wird zusätzlich eine Kompaktstation im Keller installiert.
Der optimale Zeitpunkt für die Umstellung liegt dann vor, wenn ein Großteil der vorhandenen Gasetagenheizungen ein hohes Alter erreicht hat.
Für einzelne und unvorhergesehene Heizungsausfälle bietet enercity bereits eine „Pop-Up-Heizung“ an. Dabei installiert enercity eine oder mehrere Mietheizungen als Übergangslösung, bis das gesamte Gebäude vollständig auf Fernwärme umgestellt ist. Für die Nutzung dieser Zwischenlösung ist kein Fernwärmevertrag erforderlich.
Von einer Gasheizung raten wir ab.
Alle Interessent:innen können ganz einfach auf der Website waermeplanung-hannover.de prüfen, welche Wärmeversorgungslösung zukünftig in ihrem Quartier überwiegen wird und ob sie im Fernwärme-Satzungsgebiet sind.
Sollte das Gebäude im Fernwärme-Satzungsgebiet liegen: Fernwärmeanschluss beantragen (unter Berücksichtigung der Ausnahmetatbestände).
Sollte die Heizung bereits irreparabel und ein Fernwärmeanschluss nicht unmittelbar verfügbar sein: Popup-Heizung einbauen als Zwischenlösung bis zum Fernwärmeanschluss.
Außerhalb des Fernwärme-Satzungsgebiets: Beratung einholen, Einbau dezentraler Lösung vorbereiten (meist Wärmepumpe, im Einzelfall auch Anschluss an ein Wärmenetz oder Biomassekessel möglich).
enercity berät alle Kund:innen gerne individuell.
Bei einer defekten Heizung und fehlender unmittelbarer Anschlussmöglichkeit an die Fernwärme darf nach § 71j des Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine Gasheizung installiert und betrieben werden.
Die ist bis zu maximal 13 Jahren lang möglich, vorausgesetzt, der Kunde kann einen Vertrag über einen Netzanschluss vorweisen.
Bei defekten Heizungen bietet enercity eine Übergangslösung ("Popup-Heizung") an, um die Zeit bis zur Erstellung des Fernwärme-Anschlusses zu überbrücken.
Nein, das ist nicht notwendig. Nach dem vereinbarten Starttermin für die Fernwärmelieferung gibt es eine gestaffelte Umstellungsregelung, die ausreichend Zeit für die schrittweise Umrüstung im Gebäude bietet:
- Nach 12 Monaten müssen zunächst nur 25 % der benötigten Wärme über Fernwärme bezogen werden.
- Nach 24 Monaten sind es 50 %.
- Erst nach 36 Monaten muss die volle Wärmeleistung über Fernwärme abgedeckt sein.
So haben Sie eine großzügige Übergangsphase, um die Umstellung gut zu planen und umzusetzen. Selbstverständlich beraten wir Sie dazu umfassend und unterstützen Sie dabei, gemeinsam den passenden Zeitpunkt für die Umstellung zu finden.
Die Öl-, Gas- und Fernwärmepreise werden weiterhin, wie in der Vergangenheit auch, marktbedingt schwanken.
Auf mittlere Sicht wird Fernwärme in jedem Fall einen attraktiven Preis haben. Dies gilt umso mehr, als Öl und Gas durch steigende CO2-Preise mittel- bis langfristig stark verteuert werden, während Fernwärme durch die Umstellung auf eine klimafreundliche Erzeugung zunehmend von CO2-Kosten entlastet wird.
Langfristig spielt der Preisvergleich zu Öl und Gas keine Rolle mehr, da Öl- und Gasheizungen spätestens ab 2045 nicht mehr betrieben werden dürfen. In Hannover ist der Betrieb dezentraler Gaskessel mit Wasserstoff keine Alternative, da es in der Kommunalen Wärmeplanung keine Wasserstoffnetzgebiete gibt.
Bevor es zum Vertragsabschluss kommt, beraten wir Sie individuell zu Ihren Anschlussmöglichkeiten. Auf Wunsch erstellen wir für Sie ein unverbindliches Angebot und prüfen die Gegebenheiten direkt bei Ihnen vor Ort.
Sobald Sie sich für einen Fernwärmeanschluss entschieden haben und uns alle wichtigen Gebäudedaten vorliegen, erhalten Sie ein verbindliches Hausanschlussangebot – vorausgesetzt, Ihr Gebäude liegt in einem geplanten Ausbaugebiet und der Anschluss ist zeitnah realisierbar.
Ob Ihre Adresse dazugehört, können Sie online unter Aktuelle Fernwärme Ausbaugebiete prüfen.
Nach der Vertragsunterzeichnung beginnt die Umsetzungsphase in mehreren Schritten:
- Terminplanung – Ihr Wärmeliefertermin wird verbindlich in unsere Projektplanung aufgenommen.
- Vor-Ort-Termin – Etwa 3–5 Monate vor dem Wärmeliefertermin stimmen wir mit Ihnen die Leitungsführung und technische Details ab.
- Lagepläne & Baugrunduntersuchung – Wir erstellen die notwendigen Pläne und prüfen den Baugrund.
- Behörden & Genehmigungen – Wir kümmern uns um alle erforderlichen Abstimmungen und Genehmigungen.
- Beauftragung & Material – Die Gewerke werden eingeplant, beauftragt und das Material bestellt.
(Bitte beachten Sie, dass sich einzelne Schritte je nach Art und Umfang des Projekts anpassen können.)
Die Arbeiten hinter der Kompaktstation müssen Sie separat an einen Heizungsbau- bzw. Installationsbetrieb vergeben. Gerne übernehmen auch wir diese Leistungen für Sie.
Sobald Sie die Angebote von enercity und vom Heizungsbau-/Installationsbetrieb vorliegen haben und diese beauftragt sind, können Sie die Beantragung von Fördermitteln vornehmen. Weitere Informationen dazu finden Sie in den FAQ zu den Fördermöglichkeiten.
Fragen zu den Kosten von Fernwärme
Die Investition in die Umstellung auf Fernwärme ist etwas günstiger als eine neue Gasheizung.
Der konkrete Preis hängt von der benötigten Leistung und den örtlichen Gegebenheiten ab. Wir haben errechnet, dass es bei etwa 3000 Euro pro Wohnung mit Zentralheizung losgeht und – je nach Installationsaufwand – bis zu ca. 10.000 Euro pro Wohnung mit Gasetagenheizungen kosten kann.
Der Preis für Fernwärme richtet sich nach einer in den Versorgungsbedingungen enthaltenen Formel, die auf veröffentlichten Indizes des Statistischen Bundesamtes gekoppelt ist.
Durch die zunehmende CO2-Besteuerung wird Gas in Zukunft teurer werden, sodass Fernwärme eine attraktive und kostengünstigere Alternative für die nächsten Jahre ist.
Der Fernwärmepreis ist an offizielle Indizes des Statistischen Bundesamtes gekoppelt.
Die Indizes bilden die Entwicklung der Kosten ab, bei Veränderung der Erzeugung verändert sich die Formel kostenneutral. Die Fernwärmepreise unterliegen der Aufsicht und Prüfung der Kartellbehörden.
Die Preisentwicklung der Fernwärme hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die von enercity nicht direkt beeinflusst werden können.
Neben der Entwicklung des CO2-Preises, der Erdgas-, Steinkohle- und Strompreise, spielen auch die Entwicklungen der Lohn-, Investitionsgüter-, und Wärmepreis-Indizes eine entscheidende Rolle.
Zweimal jährlich wird der Preis entsprechend der Index-Entwicklungen angepasst.
Durch den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix von enercity wird der Einfluss des steigenden CO2-Preises dazu führen, dass die Fernwärme besser im Vergleich zu den fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle abschneiden wird.
Der Fernwärmepreis in Hannover liegt unter dem Durchschnitt aller Nah- und Fernwärmeversorger in Niedersachsen.
Die Überwachung der Preise obliegt der Niedersächsischen Landeskartellbehörde.
Der Fernwärmepreis basiert auf bestimmten Indizes, die sich am Marktgeschehen orientieren.
Anpassungen kommuniziert enercity per Kundenanschreiben und über eine amtliche Bekanntmachung bzw. Anzeigen in Lokal- und Fachmedien.
Die Preise werden weiterhin marktbedingt schwanken, wobei die Fernwärme sich schon in der Vergangenheit durch eine höhere Preisstabilität als die konkurrierenden Versorgungsoptionen ausgezeichnet hat.
Fragen zu den Fördermöglichkeiten
Folgende Förderungen gelten nur für Bestandgebäude (älter als 5 Jahre):
1. Bundesförderung für effiziente Gebäude
Laut BEG kann für einen Wärmenetzanschluss ein Zuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten beantragt werden.
Für selbst genutztes Wohneigentum kann zusätzlich ein Klimageschwindigkeits-Bonus von bis zu 20 % beantragt werden, wenn eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung ausgetauscht wird. Bei Gas- oder Biomasseheizungen muss die Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegen (Grundlage BEG EM: 8.4.4).
2. proKlima (regionaler Fördertopf)
proKlima bezuschusst einen Wärmenetzanschluss mit bis zu 5 % der förderfähigen Kosten. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme den Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen (BEG-EM) entspricht.
Um sich eine Förderungsberechtigung zu sichern, kann die Registrierung zum vorzeitigen proKlima Start über den folgenden Link erfolgen: https://www.proklima-hannover.de/antragsportal/vzmb/
Gefördert werden Errichtung, Umbau oder Erweiterung eines Gebäudenetzes, darin enthalten sind unter anderem folgende Komponenten:
Wärmeverteilung und Wärmeübergabestation. Zusätzlich werden auch sämtliche Umfeldmaßnahmen gefördert (z. B. Baustelleneinrichtung, Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen in den Gebäuden).
Weitere Details im BEG EM, 5.3 i)
Der Antrag bei der KfW sowie bei proKlima ist nach Beauftragung von Lieferung und Leistung zu stellen, sofern der Liefer- oder Leistungsvertrag eine Vereinbarung zu einer auflösenden oder aufschiebenden Bedingung im Hinblick auf die Förderzusage gemäß den Regelungen des Bundesförderprogramms für effiziente Gebäude (BEG-EM) enthält.
Versorgung der Fernwärme über Kellerleitungen
Die Lieferung von Fernwärme über Kellerleitungen bietet folgenden Vorteile:
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Platzsparend: Kellerleitungen nutzen vorhandene unterirdische Räume und ersparen aufwändige sowie umfangreiche Bauarbeiten in öffentlichen Straßen. Dies ist besonders in dicht besiedelten städtischen Gebieten vorteilhaft, wo Platz knapp ist.
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Wärmeverluste minimieren: Unterirdische Kellerleitungen sind gut isoliert und verlaufen in einem geschützten Umfeld, was hilft, Wärmeverluste zu minimieren. Dies steigert die Effizienz des Fernwärmesystems, da weniger Energie auf dem Weg vom Heizkraftwerk zum Endverbraucher verloren geht.
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Witterungsschutz: Unterirdische Leitungen sind vor Witterungseinflüssen wie Wind, Regen und Schnee geschützt. Dies erhöht die Zuverlässigkeit des Systems und reduziert das Risiko von Beschädigungen und Wärmeverlusten, die durch äußere Umstände verursacht werden könnten.
- Einfacher Zugang für Wartung: Kellerleitungen sind in der Regel leicht zugänglich für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Dies erleichtert die Instandhaltung des Fernwärmesystems und trägt zur langfristigen Zuverlässigkeit bei.