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    Elektromobilität

    Einfach laden während der Arbeitszeit

    Standzeiten produktiv nutzen: Der Arbeitsplatz ist einer der besten Orte zum Laden von E-Autos. Immer mehr Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern darum Ladestationen zur Verfügung – und werden damit zu einem Teil der Verkehrswende. Das hat Vorteile für beide Seiten.
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    Mit betriebseigenen Ladesäulen und Wallboxen ergänzen Unternehmen die öffentliche Ladeinfrastruktur auf sinnvolle Weise.

    Wenn der Akku seines Hybridautos mal wieder geladen werden muss, dann parkt Steffen Kirchhof das Fahrzeug einfach morgens am Arbeitsplatz. Kirchhof ist Personalleiter bei der VSM, der Vereinigten Schmirgel- und Maschinen-Fabriken AG in Hannover-Hainholz. Der Schleifmittelhersteller bietet seinen Mitarbeitern an, ihre privaten Elektro- und Hybridfahrzeuge während der Arbeitszeit auf speziellen Parkplätzen mit Ladesäulen zu laden. „Als ich mir vor einem Jahr ein neues Auto gekauft habe, war diese Möglichkeit mit ausschlaggebend dafür, dass ich mir keinen reinen Verbrenner mehr gekauft habe“, sagt Kirchhof.

    Seit 2018 können VSM-Mitarbeiter ihre privaten E-Autos im Betrieb laden. enercity hat dafür auf dem Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude fünf Ladesäulen installiert. Wer sein privates E-Auto laden möchte, identifiziert sich an den Ladesäulen mit einer Chipkarte und bekommt hinterher eine Rechnung von enercity. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt Michael Menzel, der bei VSM für E-Mobilität zuständig ist. Schon jetzt denke das Unternehmen darüber nach, das Angebot auszubauen.

    Öffentliche Infrastruktur ergänzen

    Ob Handwerksbetrieb, Mittelständler oder Konzern: Immer mehr Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern an, die eigenen E-Autos einfach während der Arbeitszeit auf dem Firmengelände zu laden. Mit den betriebseigenen Ladesäulen und Wallboxen ergänzen die Unternehmen die öffentliche Ladeinfrastruktur. „Arbeitgeber unterstützen mit solchen Möglichkeiten dabei, dass sich E-Mobilität in der Breite durchsetzen kann“, sagt Harald Halfpaap, Produktentwickler und stellvertretender Leiter der Abteilung Elektromobilität von enercity. Das wiederum hilft dem Klima – ganz besonders, wenn die Autos dabei mit klimafreundlichem Ökostrom geladen werden, etwa von einer Photovoltaikanlage auf dem Betriebsgelände.

    Der Bedarf für solche Angebote ist groß. So meldet der Marktforschungsbericht EVBox Mobility Monitor, für den 3600 Bürger aus sechs europäischen Ländern befragt wurden, dass zwar immerhin 40 Prozent der europäischen E-Auto-Fahrer ihr Fahrzeug ausschließlich oder teilweise am Arbeitsplatz laden. Auf der anderen Seite aber hat fast jeder dritte E-Fahrer keine ausreichenden Lademöglichkeiten im Betrieb. Ein Fünftel ist auf der Arbeit sogar ohne jeden Zugang zu einer Ladestation. „Dabei ist der Arbeitsplatz neben dem Wohnort der beste Ort, um Elektroautos aufzuladen“, sagt enercity-Experte Halfpaap. Das habe Vorteile für die Mitarbeiter ebenso wie für die Unternehmen.

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    Unternehmen, die über eigene Parkhäuser verfügen, haben die Möglichkeit, gleich eine Vielzahl der vorhandenen Stellplätze mit Stromtankstellen zu versehen.

    Bequem nebenbei

    Mitarbeiter laden ihr E-Auto am Arbeitsplatz bequem nebenbei und können zum Feierabend wieder mit voller Batterie durchstarten. Wer zu Hause keinen eigenen Stellplatz mit Wallbox hat, spart sich so die Suche nach einer freien öffentlichen Ladesäule. Das ist verlässlich und bequem – und solche Angebote geben vielen Interessenten überhaupt erst den letzten und entscheidenden Impuls, sich ein E-Auto anzuschaffen.

    Unternehmen wiederum profitieren vom positiven Image, das ihnen die Ladestationen bei Verbrauchern, Lieferanten oder Geschäftspartnern verschaffen. Schließlich zeigen die Firmen damit, dass Ökologie und Nachhaltigkeit auf ihrer Agenda stehen. Vor allem aber punkten sie bei hochqualifizierten Kandidaten für offene Stellen. Besonders junge Talente achten zunehmend auf solche klimafreundlichen Zusatzangebote. Und ein gutes Arbeitgeberimage ist wichtig in Zeiten des Fachkräftemangels.

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    Firmen, die ihren Mitarbeitern das Laden am Arbeitsplatz ermöglichen, bieten ihren Angestellten einen echten Mehrwert – und profitieren selbst von dem damit verbundenen Imagegewinn.

    Zwei Ansätze

    Im Prinzip können Unternehmen zwischen zwei Ansätzen wählen, wenn sie ihren Mitarbeitern Lademöglichkeiten für E-Autos anbieten möchten: Entweder stellen sie den Strom kostenlos zur Verfügung, oder sie lassen sich die Stromkosten von ihren Mitarbeitern erstatten.

    Dem ersten Modell folgt beispielsweise die TUI-Gruppe, die an ihren Standorten in Hannover zwei Ladesäulen betreibt. Dort können Mitarbeiter des Reisekonzerns kostenlos Privatautos oder Dienstwagen laden. Sie müssen sich dafür lediglich über eine Chipkarte identifizieren. „E-Mobilität gehört zum Mobilitätsmix der Zukunft“, sagt Mike Brauner, Senior Manager Sustainability der TUI-Gruppe. „Mit den E-Ladesäulen unterstützen wir die Kolleginnen und Kollegen vor Ort in Hannover dabei, einen eigenen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten.“ Anders als etwa bei Benzingutscheinen vom Arbeitgeber, die als geldwerter Vorteil gelten, müssen die Mitarbeiter dafür keine Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben zahlen.

    Ladestationen müssen Eichrecht entsprechen

    Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter an den Ladekosten beteiligen möchten, können sie den Betrag entweder von der monatlichen Lohn- oder Gehaltsabrechnung abziehen oder gesonderte Rechnungen verschicken. Allerdings müssen bei Bezahlangeboten die Ladestationen dem deutschen Eichrecht entsprechen – und daher Lademengen genau erfassen und individuell abrechnen können.

    Für solche Anwendungen stellt enercity Lösungen mit passender Soft- und Hardware zur Verfügung. In einem Backend erfassen die Unternehmen exakt, welche Mitarbeiter an welchen Stellen wie viel Ladestrom verbrauchen. Mit diesen Daten können sie dann den verbrauchten Strom in Rechnung stellen. Auf Wunsch übernimmt enercity auch die komplette Abrechnung. Damit haben die Unternehmen keinerlei zusätzlichen Aufwand. Außerdem lassen sich über ein Lastmanagement Ladeleistungen am Standort steuern und intelligent an die angeschlossenen Fahrzeuge verteilen, sodass der Anschluss nicht überlastet wird.

    Derart ausgerüstet, könnten Unternehmen die Ladestationen auf ihrem Betriebsgelände sogar öffentlich zur Nutzung anbieten. So kämen Anwohner oder andere Besucher etwa am Wochenende in den Genuss, dort E-Autos laden, wenn der Betrieb ohnehin geschlossen ist. „Wir planen und installieren die jeweils passende Ladeinfrastruktur“, fasst enercity-Experte Halfpaap zusammen. „Am Ende stehen maßgeschneiderte technische Anlagen und Abrechnungsmodelle für jeden Unternehmenskunden.“

    In drei Schritten zur Ladesäule auf dem Betriebsgelände

    1. Den Bedarf ermitteln

    Egal, ob ein Handwerksbetrieb oder ein Konzern neue Ladestationen für Mitarbeiter aufstellen möchte: Am Anfang sollte die Frage stehen, ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt. Wie finden die Mitarbeiter die Idee? Wie viele von ihnen fahren schon elektrisch? Wie viele könnten sich das künftig vorstellen? Eine Mitarbeiterbefragung gibt Aufschluss.

     

    2. Die Mitarbeiter einbinden

    Als künftige Nutzer können die Mitarbeiter unter Umständen praktische Ideen beisteuern, wie die Ladestationen optimal angelegt wären. Außerdem wird das Angebot auf eine breitere Akzeptanz stoßen, wenn die Mitarbeiter von vornherein daran mitwirken dürfen.

     

    3. Die Anlagen planen

    Die E-Mobilitätsspezialisten von enercity helfen Unternehmen dabei, eine technische Anlage sowie Betriebsmodi zu finden, die ganz auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten sind. Die Ladestationen sollten nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern leicht ausbaufähig sein – denn E-Mobilität wird voraussichtlich auch künftig noch kräftig zulegen.

    Text: Florian Sievers. Fotos: Shutterstock (2), Getty Images (3).

    14. November 2021
    Elektromobilität
    Klimaschutz
    Ökostrom

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