Heizkosten sparen

So lassen sich Fenster und Türen richtig abdichten

Die Heizung ist für einen Großteil der Energiekosten von Privathaushalten verantwortlich. Wenn durch undichte Fenster und Türen Wärme entweicht, lohnt es sich daher, Hand anzulegen und die Dichtungen von Türen und Fenstern zu erneuern. In besonders schwierigen Fällen ist es ratsam, professionelle Handwerker mit der Aufgabe zu betrauen. Mit unseren Tipps zum Heizkostensparen können Sie weniger komplexe Dichtungsarbeiten aber auch selbst durchführen und damit Ihre finanzielle Belastung und gleichzeitig die CO2-Emissionen verringern.

In Deutschland sind laut einer Studie des Verbands Fenster und Fassade (VFF) 235 Millionen Fenstereinheiten in Wohngebäuden energetisch sanierungsbedürftig. Warme Heizluft, die durch undichte Fensterrahmen nach draußen gelangt, verschlechtert nicht nur die persönliche CO2-Bilanz, sondern kann auch teuer werden. Das trifft vor allem Verbraucher, die mit Gas heizen. Denn zusätzlich zu den steigenden Gaspreisen hat die Bundesregierung Umlagen beschlossen. Wir erklären, wie Sie Ihren Verbrauch und Ihre Heizkosten langfristig senken können – ohne alte Fenster direkt austauschen zu müssen.

Was bringt das Abdichten von Türen und Fenstern?

Laut Energieberater Rolf-Peter Weule können Dichtungsstreifen bei einem Haus mit vielen undichten Fenstern die Heizkosten um bis zu 20 Prozent senken: Liegt die Breite der undichten Spalten an Fenstern und Türen bei drei Millimetern, können rund 150 Euro Heizkosten eingespart werden. Weitaus mehr wird es, wenn die Spaltenbreite noch größer ist.

Undichte Fenster ganz einfach erkennen

Es gibt zwei einfache Möglichkeiten, undichte Stellen an Fenstern und Türen gezielt zu entlarven. Zum einen kann man eine brennende Kerze an verschiedenen Stellen vor den Übergang von Fenster und Rahmen bzw. Türblatt und Türzarge halten. Beginnt die Flamme zu flackern, haben Sie eine undichte Stelle erfolgreich identifiziert. Alternativ können Sie ein Blatt Papier zwischen Rahmen und Fensterflügel bzw. Türblatt klemmen und das Fenster oder die Tür schließen. Lässt sich das Blatt problemlos herausziehen, gibt es größere Spalten und Ritzen. Spätestens dann wird es Zeit, Fenster und Türen abzudichten.

Welche Dichtungsbänder zum Abdichten von Türen und Fenstern?

Entsteht die Zugluft durch kleine Fugen oder Ritzen, können selbstklebende Dichtungsbänder aus Gummi oder Schaumstoff dabei helfen, diese zu verschließen und den Wärmeverlust im Raum zu mindern. „In Zeiten von Fachkräftemangel und Lieferschwierigkeiten ist diese Maßnahme sehr sinnvoll und gut in Eigenleistung machbar. So trägt jeder dazu bei, den Wärmeverbrauch für den kommenden und weitere Winter zu reduzieren“, erklärt Ulrich Kemmler, Energieberater der Agentur für Klimaschutz. Die Bänder können problemlos nach Bedarf zugeschnitten werden und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Der große Vorteil von Dichtungsbändern ist ihr Preis: Im Vergleich zu Gummidichtungen sind sie deutlich günstiger. Dafür ist die Lebensdauer von Gummidichtungen wesentlich höher. Je nach Hersteller halten diese bis zu acht Jahre und eignen sich zum Verschließen von größeren Spalten bis zu fünf Millimetern. Neben ihrer langen Haltbarkeit sind sie zudem besonders wetterfest und weisen eine hohe UV- und Ozonbeständigkeit auf. Dichtungsbänder nutzen sich hingegen schneller ab und sind nur eine mittelfristige Lösung von etwa zwei bis vier Jahren.

Bei Holz- und Alufenstern kann man problemlos selbstklebende Dichtungsbänder verwenden.

So dichten Sie Ihre Fenster richtig ab

Mit selbstklebenden Dichtungen braucht es für das Abdichten von Fenstern und Türen kein großes handwerkliches Geschick. Man sollte sich aber beim Montieren an folgende Punkte halten:

  1. Entfernen Sie im ersten Schritt alle vorhandenen Dichtungen aus den Fensterfugen. Ein Teppichmesser kann dabei helfen, die Rückstände gründlich zu beseitigen. Achtung: Es dürfen keine zusätzlichen Dichtungen auf bereits vorgefertigten Gummidichtungen befestigt werden.
  2. Reinigen Sie die Fensterrahmen und Fugen vor dem Abdichten mit Wasser und Spülmittel. Der Arbeitsbereich muss sauber und trocken sein, damit die selbstklebende Dichtung später gut hält.
  3. Bringen Sie nun die Dichtung Ihrer Wahl in den Fensterfugen an. Achten Sie darauf, dass die Enden der Dichtungen eng an den Ecken der Fenster abschließen, damit keine Lücken entstehen, durch die kalte Luft eindringen kann.
  4. Testen Sie im Anschluss mit dem erwähnten Papier- oder Kerzentipp, ob alles dicht ist oder eventuell noch mal nachjustiert werden sollte.

Zwischen Boden und Türblatt muss es immer einen gewissen Abstand geben, damit die Tür beim Öffnen nicht schleift. Um den Wärmeverlust trotzdem so gering wie möglich zu halten, können Bürstendichtungen unten am Türblatt angebracht werden. „Diese eignen sich auch für unebene Böden mit Höhenunterschieden von bis zu 1,5 Zentimeter“, so Rolf-Peter Weule. Die Anbringung ist simpel: Selbstklebende Dichtungen lassen sich direkt unter das Türblatt schieben und dichten von außen und innen ab. Eine andere Variante sind Bürstendichtungen, die von einer Seite gegen das Türblatt geschraubt werden. Sie haben eine höhere Lebensdauer und sitzen stabiler an der Tür. Die Bürsten sind flexibel und weich, sodass der Boden nicht zerkratzt wird.

Eine weitere Alternative gegen Zugluft sind Zugluftstopper. Dabei handelt es sich um längliche Kissen aus Stoff oder Kunststoffrollen, die unten am Türblatt befestigt oder davorgelegt werden können. Im Vergleich zu Dichtungen ist der Wärmeverlust durch undichte Türen und Fenster allerdings höher.

Vorsicht bei Kamin und Co.: Frischluftzufuhr erhalten

Das Abdichten von Türen und Fenstern ist eine sinnvolle Maßnahme, wenn es zieht und dadurch ein erhöhter Wärmeverlust droht. Aber ein gewisses Maß an Luftaustausch in Wohnräumen ist durchaus normal und auch erwünscht. Dies gilt insbesondere für Räume, in denen Feuerstellen wie Kamine oder andere Öfen betrieben werden. Denn sofern diese Geräte nicht mit einer externen Luftzufuhr ausgestattet sind, entziehen sie ihrer Umgebung während des Betriebs Frischluft für den Brennvorgang. Wenn dann nicht genügend frische Luft in den Raum nachströmen kann, kann der Sauerstoffgehalt im Raum zu stark sinken. Anlaufstellen bei Beratungsbedarf in dieser Frage sind zum Beispiel die lokalen Schornsteinfegerbetriebe. 

23. September 2022
Energiespartipps
Klimaschutz
Heizen

Text: Julia Lempart. Fotos: Shutterstock.

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