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Junger Mann prüft Gasrechnung mit Taschenrechner in seiner Küche
Gaspreisänderungen

Umlagen und Steuersenkung wirken auf Gaspreis ein

Die Bundesregierung hat kurzfristig neue Umlagen auf die Gaspreise beschlossen, die zum 1. Oktober 2022 in Kraft treten werden. Zeitgleich soll die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 7 Prozent für Gas gesenkt werden.

Im Rahmen der veränderten globalen Energiebeschaffung für Gas und den damit verbundenen deutlich höheren Beschaffungskosten für die Energieversorger hat die Bundesregierung zwei Umlagen in diesem Jahr beschlossen. Hintergrund ist, dass die Energiehändler große Mengen an Gas außerhalb von Russland beschaffen müssen, und das zu deutlich höheren Preisen als ursprünglich geplant. Damit diese Unternehmen weiterhin am Markt bestehen können und es nicht zu einer noch höheren Einschränkung von Gas kommt, sollen diese durch die Umlagen gestützt werden

Welche Umlagen auf Gas gibt es?

 

Zum 1. Oktober 2022 wird es zwei Umlagen geben, die auf den Gaspreis erhoben werden. Dazu zählen die Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde, die Gasspeicherumlage in Höhe von 0,059 Cent pro Kilowattstunde und zusätzlich wird die Bilanzierungsumlage von null Cent pro Kilowattstunde auf 0,57 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Insgesamt werden die Umlagen somit 3,048 Cent pro Kilowattstunde betragen. Die neuen Umlagen können vom Gesetzgeber alle drei beziehungsweise sechs Monate angepasst werden.

 

Derzeit ist vom Gesetzgeber noch nicht eindeutig geregelt, ob die Umlagen auch bei Verträgen mit Festpreisgarantie angewendet werden sollen.

Auf 7
Prozent
plant die Bundesregierung den Mehrwertsteuersatz für Gas ab dem 1. Oktober 2022 zu senken.

Welcher Mehrwertsteuersatz gilt für Gas?

Im Zuge der neuen Gasumlagen plant die Bundesregierung, den Mehrwertsteuersatz für Gas von derzeit 19 Prozent auf 7 Prozent zu senken. Für die Gaskunden hat das den Vorteil, dass die gestiegenen Energiepreise ein Stück weit aufgefangen werden und der Gaspreis nicht zusätzlich weiter steigt. Voraussichtlich wird die Mehrwertsteuersenkung ebenfalls zum 1. Oktober 2022 in Kraft treten. Übrigens: Der geringere Mehrwertsteuersatz gilt nicht nur auf die Umlage, sondern auf alle Preisbestandteile im Gas. Dadurch ergibt sich eine Entlastung bei den Gaspreisen.

Wie setzen die Energiedienstleister die Gasumlagen und die Steuerminderung um?

Die Energiedienstleister werden die Gasumlagen und die geplante Mehrwertsteuersenkung schnellstmöglich umsetzen – frühestens zum 1. Oktober 2022. Allerdings steckt dahinter ein großer organisatorischer Aufwand, da alle Kunden vorab informiert werden müssen. Auch soll zum selben Zeitpunkt die verminderte Mehrwertsteuer berücksichtigt werden, sofern sie bis dahin von der Bundesregierung verabschiedet wurde.

 

Die Gas- und die Gasspeicherumlage sowie die Mehrwertsteuersenkung sollen bis Ende März 2024 gelten. Die Bilanzierungsumlage ist zunächst bis Ende September 2023 vorgesehen.

31. August 2022
Heizen
Grüne Wärme

Text: Anne Ruhrmann. Foto: Getty Images.

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