Wasser sparen im Garten

Fünf Tipps, wie Sie Regenwasser richtig nutzen

Wasser ist kostbar, darum sollten wir bewusst damit umgehen und vor allem Trinkwasser sparsam verwenden. Letzteres kommt in Deutschland direkt aus der Leitung und wird zum Kochen, Waschen, Duschen und oft auch zum Bewässern des Gartens genutzt. Dabei gibt es gerade für das Bewässern der Pflanzen eine günstigere und nachhaltigere Alternative: Regenwasser. Und das ist auch noch viel gesünder für die Gartenpflanzen. Wir erklären, wie man Regenwasser richtig nutzt, wie es lange frisch bleibt, wie oft und vor allem wann eigentlich gegossen werden sollte und welcher Fehler am häufigsten beim Gießen gemacht wird.

Regenwasser ist gut für die Umwelt und die Pflanzen

Durch den Klimawandel werden auch in Deutschland die Sommer immer heißer und trockener. In solchen Hitzeperioden sinkt der Grundwasserspiegel, und es wird besonders wichtig, sparsam mit Trinkwasser umzugehen und etwa den eigenen Garten mit gesammeltem Regenwasser zu gießen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sondern auch auf das eigene Portemonnaie. Durchschnittlich kostet ein Liter Leitungswasser in Deutschland 0,2 Cent. Pro Quadratmeter Gartenfläche werden ca. 20 Liter in einer Woche verbraucht. Das sind bei einer Größe von beispielsweise 100 Quadratmetern 2000 Liter pro Woche. Über den Sommer kommen so schnell 40.000 Liter zusammen, die mit 80 Euro auf der Wasserrechnung zu Buche schlagen. Für Regenwasser fallen hingegen keine Kosten an. Zudem vertragen Pflanzen das Regenwasser auch besser. Je nach Region enthält das Leitungswasser viel Kalk, man spricht dann von hartem Wasser. Der Härtegrad von Regenwasser liegt bei nahezu 0 dH (deutsche Härte): Das weiche Wasser lässt die Gartenpflanzen besser gedeihen. Zudem muss das Wasser nicht aufwendig aufbereitet werden – und das entlastet die Umwelt noch etwas mehr. Extratipp: In unserem Ratgeber erklären wir, wie Sie den Härtegrad Ihres Leitungswassers bestimmen können.

Wie lässt sich möglichst viel Regenwasser sammeln?

Am einfachsten lässt sich Regenwasser in einer Regentonne sammeln. Sie wird unter einem Dachrinnenablauf oder einem Fallrohr platziert. Um das Überlaufen bei starkem oder längerem Regen zu vermeiden, gibt es sogenannte Regensammler oder Regendiebe. Ist die Regentonne voll, leiten diese das überschüssige Regenwasser automatisch durch das Fallrohr in die Kanalisation. Zudem filtern sie Blätter, Pollen und größere Verunreinigungen wie Vogelkot heraus, die ansonsten aus der Dachrinne in die Regentonne gespült werden und die Haltbarkeit des Regenwassers verringern würden.

Umweltfreundlich und kostensparend: Wer die Gewächse in seinem Garten mit Regenwasser gießt, tut der Natur und seinem Portemonnaie etwas Gutes. Auch die Pflanzen freut's, denn sie vertragen weiches Regenwasser viel besser, als hartes Trinkwasser.

Für größere Gärten lohnt sich die Anschaffung eines Erdtanks mit größerem Fassungsvermögen. Er schützt das Wasser außerdem vor Wärme, was es länger frisch hält, da sich Keime unter diesen Bedingungen nur schlecht vermehren können. Die Tanks haben ein Fassungsvermögen von etwa 4000 Litern und können damit das Vierfache einer großen Regentonne speichern

Wie lange lässt sich Regenwasser lagern?

Laut Experten wie Reinhard Holländer, ehemaliger Direktor des Instituts für Hygiene am Klinikum Bremen und anerkannter Fachmann für Wasserqualität, ist Regenwasser fast unbegrenzt haltbar – vorausgesetzt, das Wasser wird dunkel und kühl gelagert und von Verschmutzungen durch Blätter, Pollen oder andere organische Materialien frei gehalten. Regenwasser kann also beispielsweise in den regenreichen Frühjahrsmonaten gesammelt und während sommerlicher Trockenperioden verbraucht werden.

Bei entsprechender Ausstattung mit einem unterirdischen Wassertank oder einer modernen Regentonne, die das Wasser kühl und keimfrei hält, muss so gar kein oder kaum mehr Frischwasser zum Gießen verwendet werden. Die einfachste Möglichkeit, um Wasser zu sparen. Klassische Regentonnen, zum Beispiel aus Holz, eignen sich hingegen weniger gut zum Lagern von Wasser, da sie ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Das in ihnen gesammelte Regenwasser sollte innerhalb weniger Wochen verbraucht und die Tonne regelmäßig gereinigt werden.

Zu welchen Tageszeiten sollte gegossen werden?

Mit den richtigen Gießintervallen und Gießzeiten lässt sich nicht nur Wasser sparen, auch die Pflanzen im Garten profitieren davon. Wird nämlich bei starker Sonneneinstrahlung, beispielsweise am Mittag, gegossen, verdunstet das meiste Wasser, bevor es versickern kann. Dazu kommt, dass die Pflanzen durch Wassertropfen, die auf die Blätter und Blüten gelangen, Schaden nehmen können: Durch die intensive Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden tritt der sogenannte Lupeneffekt ein, der die Sonnenstrahlen verstärkt und die Blätter und Blüten verbrennt. Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist in den frühen Morgenstunden. Dann ist es in der Regel am kühlsten und der Verdunstungseffekt am geringsten. In den Abendstunden, wenn die Sonne untergeht, sind die Erde und die Luft noch zu warm, um effektiv gießen und Wasser sparen zu können.

Der häufigste Fehler beim Gießen

Meist werden zum Gießen der Gartenschlauch oder die Gießkanne verwendet und damit großzügig die Beete bewässert. Ein Fehler, der zum einen viel Wasser verbraucht und zum anderen den Pflanzen schadet. Denn das Wasser landet dabei nicht vollständig in der Erde, wo es gebraucht wird, sondern zu einem Großteil auf den Blättern und Blüten der Pflanzen. Dort verdunstet es schnell, und es muss infolgedessen viel häufiger gegossen werden. Darum sollte immer direkt auf dem Boden gegossen werden. Am besten mit einem Perlschlauch: Die feinen Löcher im Schlauch leiten das Wasser direkt auf die Erde, wo es schnell versickert. Das schont die Pflanzen und spart Wasser.

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7. September 2022
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Trinkwasser

Text: Annika Schmitz. Fotos : Getty images

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