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    Junge Frau wärmt ihre Hände an der Heizung
    Speicherkapazitäten

    Hier lagern Deutschlands Erdgasreserven

    Deutschland verfügt in 46 Untertage-Erdgasspeichern über das größte Speichervolumen für Gas in der Europäischen Union. Die Vorräte – ergänzt um Flüssiggas von Tankschiffen sowie Biomethan aus Biogasanlagen – sollen die Versorgung für den kommenden Winter sicherstellen.

    Schon im Frühjahr 2022 hat der Bundestag klare Ziele vorgegeben, damit Deutschland für den Winter gerüstet ist: Das neue Gasspeichergesetz verpflichtet die Betreiber von Gasspeicheranlagen dazu, ihre Speicher schrittweise zu füllen. Bis zum 1. Oktober sollen diese zu 85 Prozent gefüllt sein; bis zum 1. November schließlich zu 95 Prozent. Aber wie viele Gasreserven hat Deutschland eigentlich, wo lagern sie – und wie lange reichen diese?

    Deutschlands Gasspeicher sind zu rund 90 Prozent gefüllt

    Die gute Nachricht: Das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel, die deutschen Gasspeicher bis zum 1. Oktober auf einen Füllstand von 85 Prozent zu bringen, ist bereits Anfang September vorzeitig erreicht worden. Aktuellen Daten zufolge sind die Speicher schon heute zu rund 90 Prozent gefüllt. Bis zum 1. November sollen sie einen Füllstand von 95 Prozent erreichen. 

    Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es in Deutschland insgesamt 46 Untertage-Erdgasspeicher, die an 32 Standorten über das ganze Land verteilt sind. Zusammen können sie rund 24 Milliarden Kubikmeter Gas aufnehmen – ungefähr ein Viertel der im Jahr 2021 hierzulande verbrauchten Erdgasmenge. Das reicht aus, um das Land für zwei bis drei durchschnittlich kalte Wintermonate zu versorgen. Insgesamt verfügt Deutschland über das größte Speichervolumen in der Europäischen Union.

    Die Grafik zeigt die Standorte der deutschen Untertage Erdgasspeicher

    Im Gasspeicher von enercity in Empelde können in fünf unterirdischen Kavernen bis zu 525 Millionen Kubikmeter Erdgas eingelagert werden. Das ist ein Drittel des Jahresverbrauchs der Kundinnen und Kunden im eigenen Netzgebiet. Der Speicher ist derzeit voll und bietet damit einen Puffer für mehrere Monate.

    Flüssigerdgas trägt zur Versorgung bei

    Eine weitere Absicherung für die kalten Tage ist nach den Plänen der Bundesregierung die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) über Tankschiffe. Dafür müssen zunächst feste Anlegestellen errichtet werden, bis dahin sollen schwimmende Terminals aushelfen. Vier solcher Anlagen hat die Bundesregierung bereits gechartert – in Brunsbüttel, Wilhelmshaven, Stade und Lubmin. Die ersten sollen schon im Winter ihren Betrieb aufnehmen.

    Wie der BDEW mitteilte, bräuchte es rund 500 LNG-Tankerladungen, um das in Deutschland verbrauchte russische Gas zu ersetzen. Allerdings sind weltweit überhaupt nur rund 500 LNG-Tanker im Einsatz. Immerhin: Die LNG-Infrastruktur ließe sich langfristig auch für die Versorgung mit Wasserstoff nutzen. Der soll den Plänen der Bundesregierung zufolge mittel- bis langfristig dazu beitragen, Erdgas zu ersetzen.

    Etwas schneller könnte Biogas in eine mögliche Versorgungslücke springen. Deutschlandweit gibt es rund 10.000 Biogasanlagen, von denen 230 an das Gasnetz angeschlossen sind, um dort aufbereitetes Biomethan einzuspeisen. Im Jahr 2021 ließ sich dabei nach Angaben des BDEW so immerhin ein Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland abdecken. Bis 2030 ließe sich dieser Wert Experten zufolge verzehnfachen.

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    19. September 2022
    Erneuerbare Energien
    Heizen
    Grüne Wärme

    Text: Florian Sievers. Foto: Shutterstock.

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