
13. Mai 2026enercity Presseenercity PresseErneuerbare Energien
Ausbau Erneuerbare und Naturschutz gehen Hand in Hand: enercity setzt umfassende Maßnahmen in den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch um
- Entwicklung wertvoller Lebensräume für Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzen
- KI-gestützte Sicherheitsvorkehrung zum Schutz des Weißstorchs
- Fledermausschutz durch intelligente Abschaltzeiten
- Projekt fördert stabile Amphibien- und Insektenpopulationen

enercity Erneuerbare realisiert im Rahmen des Windenergieprojekts Sannauer Hellmer ein breites Bündel an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für den Naturschutz. In den norddeutschen Gemeinden Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) und Lemwerder (Landkreis Wesermarsch) entstehen jeweils fünf Windenergieanlagen. Das Projekt umfasst somit zehn Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-138 EP3 E3 sowie die dazugehörige Infrastruktur. Die neuen Anlagen haben eine Gesamthöhe von rund 200 Metern und eine installierte Nennleistung von jeweils 4,26 Megawatt. Der erwartete Gesamtertrag des Windparks liegt bei etwa 123.000 Megawattstunden pro Jahr – genug, um den Strombedarf von 30.800 Vier-Personen-Haushalten (angenommener Verbrauch: 4.000 Kilowattstunden pro Jahr) zu decken und jährlich bis zu 47.000 Tonnen CO₂ einzusparen.
„Das Projekt zeigt einmal mehr, wie der Ausbau erneuerbarer Energien und Naturschutz Hand in Hand gehen. Ziel ist, die Artenvielfalt in der Region zu fördern und langfristig hochwertige Lebensräume zu sichern. Sowohl die Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen als auch die Pflege während der gesamten Betriebslaufzeit werden aus Projektmitteln sichergestellt“, erklärt Daniel Müller, Geschäftsführer der enercity Erneuerbare, einer 100-Prozent-Tochter des Energieunternehmens enercity aus Hannover. Besonders in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebieten bieten die umfangreichen Maßnahmen großes Potenzial, die Biodiversität zu steigern und Lebensräume ökologisch aufzuwerten.
“Wir freuen uns sehr, dass wir alle anfallenden Kompensationsmaßnahmen im regionalen Umfeld realisieren können. Unser Dank gilt den Flächeneigentümer:innen. Klar ist: Wenn wertvolle Ackerflächen aus der Produktion genommen oder extensiviert werden, muss sich das für den Besitzer rechnen. Reine ökologische Anreize reichen nicht aus. Wir brauchen flexible Lösungen, die Naturschutz und Landwirtschaft ökologisch und ökonomisch sinnvoll vereinen. Nur wenn wir die Eigentümer:innen als Partner:innen auf Augenhöhe gewinnen, schaffen wir Akzeptanz und erreichen die für die Klimaziele notwendige Geschwindigkeit beim Ausbau der Erneuerbaren erreichen“, sagt Müller.
Aufwertung von Grünland und Förderung der Artenvielfalt
Ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen ist die Entwicklung extensiv genutzter Grünlandflächen, durch die intensiv bewirtschaftete Flächen in naturnähere Wiesenlandschaften überführt werden. Dadurch wird ein Lebensraum geschaffen, der durch reduzierte Mahd, geringere Nährstoffeinträge und ein vielfältigeres Pflanzenangebot gekennzeichnet ist. „So entstehen ideale Bedingungen für Bodenbrüter, die hier geeignete Brutstrukturen und ein verbessertes Nahrungsangebot vorfinden“, erklärt Carsten Schurwanz, der das Projekt bei enercity Erneuerbare leitet. Auch zahlreiche Insektenarten profitieren von der größeren Pflanzenvielfalt – sie dienen wiederum vielen Vogelarten als Nahrungsquelle „Die Biodiversität wird somit im gesamten Projektgebiet sichtbar gestärkt“, sagt der studierte Biologe Schurwanz.
Ökologische und KI-gestützte Schutzmaßnahmen für den Weißstorch
Für den Weißstorch, der in der Region stark vertreten ist, entstehen Nahrungsflächen mit feuchtem Grünland, flachen Wasserstellen und extensiv gepflegten Wiesensenken. Neue Amphibiengewässer im Umfeld der Horste verbessern zusätzlich die Nahrungssituation abseits der Windenergieanlagen. Diese naturnahen Maßnahmen ergänzt enercity Erneuerbare durch ein KI-gestütztes Sicherheitssystem an den Windenergieanlagen. Das Kamerasystem erkennt landwirtschaftliche Aktivitäten wie die Mahd oder Bodenbearbeitung, die Störche und andere Vogelarten wegen der erleichterten Nahrungssuche anziehen. Erkennt das System relevante Vorgänge, informiert es automatisch die Leitwarte und löst die Abschaltung der Anlagen aus.
Angepasste Betriebsführung bei witterungsbedingter Fledermausaktivität
Da in der Region eine hohe Aktivität verschiedener Fledermausarten belegt ist setzt enercity ein wirkungsvolles Schutzkonzept um. Die Anlagen werden bei bestimmten Witterungsbedingungen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang temporär abgeschaltet.
Wasserstrukturen und Grabensysteme schaffen Raum für Amphibien und Insekten
Auch für Amphibien werden gezielt Maßnahmen entwickelt. Da viele Gräben im Untersuchungsgebiet zeitweise trockenfallen, werden neue Kleingewässer, flache Senken und dauerhafter Wasserstrukturen angelegt. Sie bieten Laichhabitate für die Tiere. Auch das Grabensystem wird ökologisch aufgewertet: Durch gezielte Pflege dieser Gräben, die Erhaltung ihrer Wasserführung, die Förderung von Röhrichtbeständen und die Schaffung flacher Uferzonen werden vielfältige Mikrohabitate geschaffen, die unter anderem für Libellen, Wasserinsekten und Pflanzenarten von großer Bedeutung sind.
Ökologische Baubegleitung und Minimierung von Eingriffen
Zudem realisiert enercity Erneuerbare entlang von Wegen und Strukturen neue Hecken, Feldgehölze und typische Arten der Marschenlandschaft. Sie schaffen zusätzlichen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Während der Bauphase begleitet eine ökologische Fachaufsicht alle Arbeiten. Temporär beanspruchte Flächen werden nach Abschluss der Arbeiten wiederhergestellt.
Insgesamt entsteht durch die Maßnahmen ein ökologisch vielfältiges und funktional abgestimmtes Gesamtgefüge, das weit über den reinen Ausgleich hinausgeht.




