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    Serie: Klimaschutz im Alltag

    Nachhaltiges Streamen

    Das Streamen von Filmen, Videos und Musik ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Alltags. Sowohl beruflich als auch privat werden täglich große Datenmengen übertragen. Das wirkt sich auch auf unser Klima aus. Der hohe Stromverbrauch belastet die Umwelt. Dabei lässt sich der Energieverbrauch ganz einfach regulieren. In Teil 3 unserer Serie zum Klimaschutz im Alltag beschäftigen wir uns mit dem Thema nachhaltig streamen.
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    Unter den mobilen Datenverbindungen schneidet das 3G-Netz beim Streamen am schlechtesten ab. In Full HD werden mit ihm 90 Gramm CO₂ pro Stunde emittiert.

    Die Deutschen schreiben rund eine Milliarde E-Mails pro Tag. Dabei fallen etwa 1000 Tonnen CO₂ an, ein Gramm pro E-Mail. Das ist schon ein ordentlicher Batzen, aber kein Vergleich zu den Emissionen, die durch das Übertragen von Audio- und Videodaten entstehen. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts zeigt: Innerhalb einer Stunde mobilem Videostreaming in Full HD mit UMTS (3G) werden 90 Gramm CO₂ emittiert. Im Vergleich dazu: Ein moderner Pkw darf für eine Neuzulassung laut EU-Verordnung den CO₂-Zielwert von 95 Gramm pro Kilometer nicht überschreiten.

    Noch gibt es keine solche Regelung für nachhaltiges Streamen. Die Studie des Umweltbundesamts macht aber deutlich, dass es durchaus große Unterschiede im Energieverbrauch und damit auch klimarelevante Unterschiede in der Art der Übertragungstechnologie gibt. Beim mobilen Streamen mit 5G entsteht beispielsweise eine wesentlich geringere CO₂-Belastung, nämlich nur fünf Gramm pro Stunde. Deshalb lohnt der Ausbau einer guten digitalen Infrastruktur.

    Streamingdienste über Glasfaser nutzen

    Nicht nur unterwegs, auch zu Hause lässt sich nachhaltig streamen – mit einem Glasfaseranschluss. Selbst große Datenmengen werden per Glasfaser mit Highspeed und sehr geringen Emissionen übertragen. Die Belastung liegt dann bei lediglich zwei Gramm CO₂ pro Stunde Videostreaming in Full HD. Verbraucher, die ihr Internet über Kupferkabel (VDSL) beziehen, fügen ihrer Klimabilanz dagegen noch das Doppelte, also vier Gramm CO₂ pro Stunde, hinzu. Wichtig: Zu den genannten Werten muss noch der Stromverbrauch der Endgeräte gerechnet werden. Den berücksichtigt die Studie nicht. Beim Kauf eines Computers, Handys, Tablets oder Fernsehers gilt deshalb: immer auf das Energieeffizienzlabel achten.

    HD statt Ultra HD

    Entscheidend für eine niedrige Klimabilanz ist zudem die Auflösung, in der Videos gestreamt werden. Eine Stunde Streaming in Ultra HD verbraucht sieben Gigabyte und zehnmal so viel Datenvolumen wie das Abspielen von Videos im derzeit noch gängigen Format Full HD. Anders gesagt: Wer Filme und Serien in normaler Full-HD-Qualität, also mit einer Bildauflösung von 1920x1080 Bildpunkten, streamt, spart gegenüber der Ultra-HD-Qualität mit 3840x2160 Bildpunkten und mehr ordentlich Daten und auch CO₂. Und das ohne merkliche Qualitätsminderung, denn für den heimischen Filmgenuss auf der Couch ist Full HD absolut ausreichend.

    Tipp: Noch mehr Emissionen und Datenvolumen spart man durch das Deaktivieren der automatischen Abspielfunktion auf mobilen Geräten.

    Text: Annika Schmitz. Illustration: Adrian Bauer.

    5. Juli 2021
    Glasfaser
    Klimaschutz
    Smart City

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