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    Serie: Klimaschutz im Alltag

    Nachhaltige Kleidung schützt Mensch und Natur

    Die Nachfrage nach neuer Kleidung nahm in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig zu – eine Ausnahme bildete das vergangene Jahr, in dem pandemiebedingt viele Läden schließen mussten. Doch der Konsum großer Mengen an Kleidung wirkt sich negativ auf die Umwelt aus, da bei der Herstellung von Textilien umweltschädliches CO₂ entsteht. Um auch in Sachen Mode im Einklang mit der Natur zu stehen, setzen immer mehr Hersteller und Verbraucher daher auf nachhaltige Kleidung.

    Kaum zu glauben: Wir bewahren in Deutschland rund fünf Milliarden Kleidungsstücke in unseren Schränken auf. Das sind etwa 95 Teile pro Kopf, von denen wir 20 Prozent so gut wie nie tragen. Das ist schlecht für die Umwelt, denn durch den Kauf von Kleidung verursacht jeder von uns laut Umweltbundesamt durchschnittlich 300 Kilogramm CO₂-Emissionen pro Jahr. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland trotz der zeitweiligen Ladenschließungen etwa 54 Milliarden Euro für Bekleidung ausgegeben. In den vier Jahren zuvor lag der Umsatz sogar bei über 60 Milliarden Euro. Dabei stammen etwa 90 Prozent unserer Kleidung aus dem Ausland, vorwiegend aus China, der Türkei und Bangladesch.

    Nachhaltige Bekleidung zum Wohl von Mensch und Umwelt

    Berge an Kleidung, möglichst geringe Preise, dann schnell wieder weg mit den alten Klamotten, wenn die neue Modesaison ansteht. Mit dieser Haltung konsumieren viele in Deutschland alljährlich Unmengen von T-Shirts, Hemden, Hosen und Co. Doch es geht auch anders: Wer weniger Kleidung kauft und auf ökologische und nachhaltige Mode achtet, schont seinen Geldbeutel und langfristig auch die Natur.

    Erfreulicherweise legen etliche Bekleidungshändler inzwischen Wert auf eine nachhaltige Beschaffung ihrer Textilien – auch weil es immer mehr Kunden wichtig ist, auf ihren CO₂-Fußabdruck zu achten. Dabei spielen neben den zur Herstellung der Kleidungsstücke verwendeten Materialien und der Art der Herstellung auch menschenwürdige Arbeitsbedingungen eine Rolle.

    Für den Verbraucher ist es allerdings gar nicht so einfach, die Beschaffungswege nachhaltiger Mode und die Herstellung umweltfreundlicher Kleidung nachzuverfolgen. Deshalb hat sich die Verbraucherzentrale einige Siegel einmal genauer angeschaut, die nachhaltig produzierte Kleidung ausweisen. Ihr Fazit: IVN BEST, GOTS, Fairtrade Cotton, Fair Wear Foundation, Cotton made in Africa und der Grüne Knopf tun sich als besonders sozialökologisch bei der Herstellung von umweltfreundlicher und fair gehandelter Kleidung hervor.

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    Rund fünf Milliarden Kleidungsstücke lagern in deutschen Schränken. Das sind etwa 95 Teile pro Kopf – von denen wir 20 Prozent so gut wie nie tragen.

    Baumwolle oder Kunstfaser?

    Welches Material nachhaltiger ist, lässt sich so leicht nicht sagen. Ein Baumwoll-Shirt verursacht zwar weniger CO₂-Emissionen als ein Shirt aus Kunstfaser; jedoch wird bei der Herstellung von Baumwolle deutlich mehr Wasser benötigt, da die Pflanzen ausgiebig bewässert werden müssen.

    Doch egal, aus welcher Faser ein Kleidungsstück besteht: Für ein nachhaltiges Leben sollten wir unsere Kleidung länger tragen und gut erhaltene Teile an soziale Einrichtungen verschenken oder secondhand verkaufen. Sich mit weniger Dingen zu umgeben liegt voll im Trend und soll ganz nebenbei ja auch sehr befreiend sein. Einfach mal ausmisten und weniger nachkaufen – so lautet daher die Devise für ein nachhaltiges Konsumverhalten.

    Übrigens: Mit der MONApp von The Mother Nature lässt sich schnell der eigene CO₂-Fußabdruck ermitteln. Dazu gibt es jede Menge Tipps, wie er sich verringern lässt.

    Kennen Sie schon die anderen Teile unserer Serie "Klimaschutz im Alltag"?

    Text: Anne Ruhrmann. Illustration: Adrian Bauer.

    28. Juni 2021
    Klimaschutz

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