Kind legt einen Teddybären in die Waschmaschine.
    Klimaschutz

    Nachhaltig waschen: So geht’s!

    Durch den richtigen Umgang mit Waschmaschine und Waschmittel lassen sich beim Wäschewaschen jede Menge Energie, Wasser und Chemikalien sparen. Das schont die Umwelt – und die Haushaltskasse.

    Wer der Natur etwas Gutes tun und seinen ökologischen Fußabdruck minimieren möchte, sollte damit in der Waschküche beginnen: Wäsche nachhaltig zu waschen lohnt sich, da das Einsparpotenzial in Sachen Wasser- und Stromverbrauch sowie umweltschädlicher Chemikalien beim Wäschewaschen besonders hoch ist. Wie hoch das Einsparpotenzial ist, beweist ein Blick auf die Statistiken: Laut des „Forum Waschen“ des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) werden in deutschen Haushalten beim Wäschewaschen jährlich insgesamt circa 600.000 Tonnen Waschmittel, etwa 450 Millionen Kubikmeter Wasser und rund 5,6 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Wandert die Wäsche anschließend in den Trockner, steigt der Energieverbrauch nochmals um 30 Prozent.

    Die eigene Wäsche nachhaltig zu waschen lohnt sich aber auch in finanzieller Hinsicht: Experten zufolge kostet die Maschinenwäsche von fünf bis sechs Kilo Wäsche – je nach Waschmaschinenmodell und dessen Energieeffizienzklasse – zwischen 0,75 und 1,20 Euro. Da eine vierköpfige Familie im Schnitt pro Woche fünf Maschinen wäscht, schlägt das Wäschewaschen pro Monat also mit rund 20 Euro zu Buche. Kosten, die sich durch nachhaltigeres Waschen reduzieren lassen. Sieben Tipps für ein grüneres Waschprogramm:

    1. Bei niedrigen Temperaturen waschen

    Waschen Sie Ihre Kleidung bei 30, maximal 40 Grad. Sorgen, dass die Wäsche dann nicht sauber wird, müssen Sie sich nicht machen: Marktübliche Waschmittel sind heute so zusammengesetzt, dass höhere Temperaturen in der Regel überflüssig sind. Wie das Umweltbundesamt berechnet hat, können bei der Nutzung eines 40-Grad-Waschprogramms im Vergleich zu einem 60-Grad-Programm bis zu 40 Prozent der Energie eingespart werden. Ein 90-Grad-Waschgang – die sogenannte Kochwäsche – ist nur dann notwendig, wenn ein Mitglied des eigenen Haushalts an einer ansteckenden Krankheit erkrankt war und anschließend etwa die Bettwäsche der erkrankten Person gewaschen werden soll. Wichtig: Damit die beim standardgemäßen Niedrigtemperaturwaschen entstandenen Keime in der Maschine beseitigt werden, sollte allerdings mindestens einmal im Monat eine 60-Grad-Wäsche mit pulverförmigem Vollwaschmittel laufen.

    2. Das richtige Waschprogramm auswählen

    Die meisten Waschmaschinen bieten heutzutage eine Vielzahl unterschiedlicher Waschprogramme an, darunter fast immer auch einen Eco-Waschgang, der in der Regel für alle unempfindlichen Textilien geeignet ist. Das spart je nach Waschmaschinenmodell zwischen 20 und 60 Prozent Energie. Der Grund: Beim Eco-Programm wird mit niedrigen Temperaturen und weniger Wasser gewaschen als in einem normalen Waschgang. Verzichten sollten Sie zudem auf den Vorwaschgang: Das Vorwäsche-Programm war früher beliebt, weil in der Vergangenheit nur auf diese Weise hartnäckige Verschmutzungen sicher aus den Fasern der Kleidung zu lösen waren. Bei heutigen Waschmitteln ist eine Vorwäsche aber absolut entbehrlich.

    Hand stellt ein Waschprogramm einer Waschmaschine ein.
    Mit dem Eco-Waschgang lassen sich bis zu 60 Prozent Energie sparen.

    3. Umweltfreundliche Waschmittel verwenden

    Wer die eigene Wäsche mit industriell hergestellten Waschmitteln wäscht, nimmt immer eine gewisse Umweltbelastung in Kauf. Wirklich umweltfreundliche Waschmittel gibt es nicht – auch nicht in der Bio- oder Ökoversion. Die grünen Labels sind aber zumindest um einiges umweltfreundlicher als herkömmliche Waschmittel, denn sie kommen in der Regel ohne Phosphate, Mikroplastik oder gentechnisch veränderte Enzyme aus. Gut zu wissen ist auch, dass die allermeisten konventionellen Flüssigwaschmittel und Kapseln mehr Tenside und Konservierungsstoffe enthalten als Pulverwaschmittel. Deshalb kann man schon mit der richtigen Wahl der Konsistenz seines Waschmittels die Auswirkungen des Wäschewaschens auf die Umwelt verringern.

    Mindestens genauso wichtig ist es, die Dosierung des Waschmittels dem Verschmutzungsgrad der Wäsche anzupassen. Für normale Haushaltswäsche reicht die auf der Waschmittelpackung angegebene Dosierung für „leicht“ bzw. „normal“ verschmutzte Wäsche. Überdosierung bringt kein besseres Waschergebnis, sondern nur eine höhere Umweltbelastung.

    4. Auf Weichspüler verzichten

    Besonders schlecht für die Umwelt sind Weichspüler. Zwar müssen die in ihnen enthaltenen Tenside seit 2006 laut Umweltbundesamt vollständig biologisch abbaubar sein. Weichspüler enthalten allerdings noch viele weitere, die Umwelt belastende Stoffe. Darunter sogenannte kationische Tenside, die Textilien weich und geschmeidig machen, allerdings ähnlich wie Desinfektions- oder Konservierungsmittel eine starke biozide, also schädlingsbekämpfende Wirkung haben. Schlecht für die Umwelt sind auch die in ihnen enthaltenen Duft- und Farbstoffe, weshalb das Umweltbundesamt an Verbraucher appelliert, auf die Verwendung zu verzichten. Tipp: Baumwolltextilien wie Handtücher, T-Shirts und Unterwäsche werden auch ohne Weichspüler schön weich, wenn man einen Esslöffel Salz oder 30 bis 60 Milliliter weißen Haushaltsessig in das Weichspülerfach der Maschine gibt.

    Eine Person legt Wäsche in einen Waschbeutel.
    Waschbeutel verhindern, dass Mikrofasern von Funktionstextilien, die sich beim Waschen lösen, über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangen.

    5. Für Textilien aus Synthetik einen Waschbeutel verwenden

    Funktionstextilien wie beispielsweise Sportbekleidung aus Polyester oder Elastan sollten in speziellen Waschbeuteln gewaschen werden. So kann verhindert werden, dass kleinste Faserteile, sogenannte Mikrofasern, die sich beim Waschen lösen, über das Abwasser in Flüsse und Meere gelangen und somit die Umwelt belasten. Waschbeutel gibt es etwa von Guppyfriend (ca. 29,75 Euro).

    6. Auf die Energieeffizienz der Waschmaschine achten

    Ob Toplader oder Frontlader, eine Maschine mit oder ohne Energiesparprogramm, mit Platz für fünf, acht oder neun Kilogramm – das Waschmaschinen-Angebot ist groß. Das wichtigste Auswahlkriterium sollte jedoch das Energieeffizienzlabel sein, das seit 1998 für alle in der Europäischen Union gehandelten Neugeräte Pflicht ist. Denn Altgeräte verbrauchen wesentlich mehr Strom als neue Modelle. Besonders sparsam im Energieverbrauch sind Geräte der Energieeffizienzklasse A+ bis A+++.

    7. Wäsche an der Luft trocknen lassen

    Nachhaltig Wäsche zu waschen heißt auch, beim Trocknen der gereinigten Kleidung auf den Trockner zu verzichten, denn kaum ein Haushaltsgerät frisst so viel Strom wie dieser. Am umweltfreundlichsten ist es, seine Wäsche draußen an der frischen Luft zu trocknen oder sie in Trockenräumen im Keller oder auf dem Dachboden aufzuhängen. Auch so lässt sich übrigens jede Menge Geld sparen: Je nachdem, ob es sich um einen Abluft-, Kondens- oder Wärmepumpentrockner handelt, kostet das Wäschetrocknen im Trockner pro Ladung zwischen 0,50 und 1,10 Euro.

    Wäsche trocknet draußen auf einer Wäscheleine.
    Wer die eigene Wäsche an der frischen Luft trocknet, schont die Umwelt.

    Text: Redaktion #positiveenergie. Fotos: Shutterstock (2), Getty Images, Guppyfriend.

    15. Januar 2021

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