Stromkosten im Blick behalten

Wie berechnet sich der Stromverbrauch eines Haushalts?

Stromsparen ist das Gebot der Stunde. Doch nur wer seinen eigenen Stromverbrauch kennt und ihn in Relation zu anderen Haushalten derselben Größe setzen kann, weiß, ob es schon zum Energiesparfuchs reicht – oder ob es noch Einsparpotenzial gibt. Wir erklären, wie Sie Ihren Stromverbrauch mit einer einfachen Formel berechnen können, wie hoch der durchschnittliche Stromverbrauch ist und mit welchen Maßnahmen Sie schnell Strom und Kosten sparen.

Um einschätzen zu können, ob Sie in Sachen Energiesparen schon ein Profi sind, lohnt sich ein Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch in anderen Haushalten derselben Größe. Doch wie wird der durchschnittliche Stromverbrauch eines Haushalts eigentlich berechnet? Was beeinflusst den Stromverbrauch? Und wie können Sie ihn senken?

Drei Faktoren bestimmen den Verbrauch

Vor allem drei Faktoren bestimmen, wie viel Strom Ihr Haushalt verbraucht:

  • die Wohnfläche des Haushalts
  • die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen
  • die Anzahl der genutzten elektrischen Geräte

Je größer Ihre Wohnung oder Ihr Haus ist, desto mehr Strom fließt in Flurbeleuchtung, Klimaanlage oder elektrische Jalousien. Wohnungen verbrauchen grundsätzlich ein Drittel weniger als Häuser – schließlich fällt dann etwa die Beleuchtung von Garagen oder Terrassen weg.
 

1445
kWh Strom
verbrauchen die Deutschen nach Angaben des BDEW im Schnitt pro Kopf im Jahr.

Je mehr Menschen in einem Haus oder in einer Wohnung zusammenleben, desto mehr Strom verbraucht der Haushalt insgesamt. Allerdings sinkt der Verbrauch pro Kopf in größeren Haushalten. Schließlich benötigt der Haushalt in der Regel immer nur einen Kühlschrank oder einen Herd – egal, ob diese Geräte von einem Single oder einer vierköpfigen Familie benutzt werden.

Insgesamt steigt der Stromverbrauch mit der Zahl der Elektrogeräte, die ständig oder regelmäßig in Gebrauch sind, etwa Kühlschränke, Bügeleisen oder Informations- und Kommunikationstechnik wie Fernseher, Computer und Internetrouter. Zusammengenommen verbrauchen sie in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt fast ein Drittel des gesamten Stroms. Ein wichtiger Faktor ist auch die Form der Warmwasseraufbereitung: Mit Strom betriebene Boiler oder Durchlauferhitzer sind echte Stromfresser. Aber auch hier lassen sich Verbrauch und Kosten reduzieren. Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber „Energiespartipps: Stromkosten sparen beim elektrischen Durchlauferhitzer“.

Welcher Stromverbrauch ist normal?

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verbraucht ein deutscher Singlehaushalt durchschnittlich rund 1900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, während ein Vierpersonenhaushalt jährlich auf rund 4000 kWh kommt. Im Schnitt verbrauchen die Deutschen pro Kopf 1445 kWh Strom im Jahr nach Angaben des BDEW.

Die Grafik zeigt, dass ein Haushalt insgesamt mehr Strom verbraucht, je mehr Menschen in einem Haus oder in einer Wohnung zusammenleben – und dass der Verbrauch pro Kopf in größeren Haushalten sinkt.

Einfache Formel in vier Schritten

Aber wie genau steht Ihr Haushalt dabei im Vergleich mit anderen da? Ihr Jahresverbrauch lässt sich mit einer einfachen Formel in vier Schritten berechnen:

 

  1. Wohnfläche in Quadratmetern mit 9 multiplizieren.
  2. Anzahl der Personen im Haushalt mit dem Faktor 200 multiplizieren. Wenn Sie Ihr Warmwasser stromintensiv mit Boilern oder Durchlauferhitzern aufbereiten, gilt sogar der Faktor 550.
  3. Anzahl der großen Elektrogeräte wie etwa Kühlschrank oder Klimaanlage mit 200 multiplizieren.
  4.  Alle drei Ergebnisse addiert ergeben ungefähr den jährlichen Stromverbrauch in kWh.
     
Wie hoch Ihr Stromverbrauch im Vergleich mit anderen Haushalten ist, lässt sich mit dieser einfachen Formel in vier Schritten berechnen.

Ein Beispiel:

60 Quadratmeter Wohnfläche x 9 = 540 kWh
2 Haushaltsmitglieder x 200 (bei elektrischer Warmwasseraufbereitung x 550) = 400 kWh
6 elektrische Geräte x 200 = 1200 kWh
= ergibt insgesamt circa 2140 kWh Stromverbrauch im Jahr

Eine weitere Möglichkeit, sich über den Stromverbrauch Ihres Haushalts zu informieren, bietet der Blick auf die jährliche Verbrauchsabrechnung Ihres Stromanbieters. Indem Sie den Mittelwert aus Ihren Jahresabrechnungen der vergangenen Jahre bilden, können Sie ebenfalls ein gutes Gefühl für Ihren durchschnittlichen Verbrauch entwickeln.
 

Ganz einfache Maßnahmen zum Stromsparen

Der Blick auf Ihre Stromrechnung, auf die dort angegebenen Verbrauchswerte oder das Rechenexempel signalisieren, dass Ihr Stromverbrauch im Vergleich zu anderen Haushalten derselben Größe zu hoch ist? Dann können Sie schon mit ganz einfachen Maßnahmen Strom sparen, beispielsweise wenn Sie im Winter nicht die Handtücher auf die Heizung zum Trocknen legen, beim Kochen die Restwärme des Ofens oder des Herds nutzen oder einen hydraulischen Abgleich Ihrer Heizung vornehmen lassen. Wie das geht und viele weitere Tipps zum Stromsparen haben wir in unserem Ratgeber „Mit diesen Maßnahmen sparen Sie Energie“ zusammengefasst.

Energiesparen leicht gemacht

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10. November 2022
Energiespartipps
Klimaschutz

Text: Florian Sievers. Fotos: Shutterstock.

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