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Drei Autos im Laufe der Zeit.
Seit wann gibt es Elektroautos?

Die Geschichte der Elektromobilität

Wenn wir an Elektromobilität denken, halten wir es meist für ein Thema unserer modernen Zeit. Dabei handelt es sich eigentlich gar nicht um eine moderne Erfindung. Die Technologie gibt es nämlich bereits seit knapp 200 Jahren. Wir geben einen Überblick über die von vielen spannenden Innovationen geprägte Geschichte der Elektromobilität.

Experimentalphysiker Michael Faraday bereits 1821 den Grundstein für die Entwicklung des Elektromotors: Er konnte damals erstmals Bewegung durch Elektromagnetismus nachweisen. Der schottische Tüftler Robert Anderson entwickelte knapp zehn Jahre später auf dieser Grundlage einen elektrischen Karren. Bis zum ersten Elektrofahrzeug dauerte es aber noch ein paar Jahre. Genauer gesagt bis 1835. In diesem Jahr erhielt der US-Amerikaner Thomas Davenport das Patent auf seinen Elektromotor und entwickelte das erste elektrische Schienenfahrzeug. Ein echter Meilenstein in der Geschichte der Elektromobilität und Grund genug für die amerikanische Regierung, diese Forschung finanziell zu unterstützen. Davon profitierte unter anderem Charles Grafton Page, der 1951 seine E-Lokomotive zu einer Probefahrt schickte und mit 31 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellte. Die ersten E-Fahrzeuge waren also Schienenfahrzeuge.

Seit wann gibt es Elektroautos?

Das erste Elektroauto fuhr 1881 auf der Straße, und als sein Erfinder gilt der Franzose Gustave Trouvé. Streng genommen handelte es sich dabei allerdings um ein Dreirad und nicht um ein Automobil, das per Definition vier Räder haben muss. Die spannenden Fakten: Das Trouvé Tricycle wurde mit den neuen modernen Blei-Akkus betrieben, erreichte eine Geschwindigkeit von 12 km/h und hatte eine Reichweite von 14 bis 16 Kilometern. Um nicht auf diese relativ kurze Strecke begrenzt zu sein, konnte es auch ohne Strom mit einem Pedalantrieb weitergefahren werden. Vorgestellt wurde dieses innovative elektrische Fahrzeug im ganz großen Stil auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris.

Das Bild zeigt das erste Elektroauto von 1881.

Die Erfinder der ersten richtigen Elektroautos orientierten sich in Sachen Design an dem damals verbreitetsten Fahrzeug, der Pferdekutsche. Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Elektromobilität setzte 1888 der Flocken Elektrowagen aus der Coburger Maschinenfabrik A. Flocken. Das Modell war mit einem neuen Elektromotor mit einer Leistung von 0,7 Kilowatt ausgestattet, der die Kraft über Lederriemen auf die Hinterachse übertrug.

Die Illustration zeigt einen ersten Elektro-Rennwagen von 1899.

Zwei Jahre später stellte der Amerikaner William Morrison sein E-Auto mit immerhin 2,5 PS und 24 Batterien vor und erreichte damit eine Geschwindigkeit von 12 km/h. Seine Landsleute waren überzeugt, dass in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen großes Potenzial steckt, und gingen von einer großen Nachfrage und einem immer weiter wachsenden Interesse aus. Und tatsächlich: Bald schon wurden Wettbewerbe wie der Chicago Times- Herald Contest ins Leben gerufen – die ersten E-Autorennen der Welt. Erstaunlich: Der Elektro-Rennwagen „La Jamais Contente“ brachte es dabei 1899 auf eine sensationelle Geschwindigkeit von 100 km/h.

Blütezeit der Elektromobilität

Die Entwicklung der Elektromobilität nahm um die Jahrhundertwende weiter Fahrt auf: Immer mehr Unternehmen wurden gegründet und spezialisierten sich auf die Entwicklung von E-Autos. 1900 zeigte Ferdinand Porsche auf der Weltausstellung in Paris sein Elektroauto mit zwei jeweils 2,5 PS starken Elektromotoren als Radnabenmotor und setzte neue Maßstäbe. Noch im selben Jahr machte Porsche den nächsten wegweisenden Schritt und kombinierte die elektrischen Radnabenmotoren mit einem Verbrennungsmotor zum sogenannten Mixte-Wagen. Das erste Hybridfahrzeug der Welt war geboren. Das Prinzip dahinter scheint so simpel wie genial: Der Daimler Verbrennungsmotor erzeugte in Verbindung mit einem Generator Strom und versorgte so über Batterien die Elektromotoren.

Bis 1912 boomte der E-Auto-Markt vor allem in den USA. Hier wurden rund 34.000 Elektrofahrzeuge mit Reichweiten von 100 Kilometern und mehr registriert. Sie machten damit 38 Prozent der Fahrzeuge auf amerikanischen Straßen aus. Damals hatten gerade einmal 22 Prozent der Autos einen Benzinmotor. Der größte Konkurrent der Stromer waren die Dampffahrzeuge, die mit immerhin 40 Prozent den Großteil des Straßenverkehrs stellten. In Deutschland galt Berlin als Hochburg der Elektrofahrzeugproduktion, weltweit gab es allerdings zu dieser Zeit über 565 verschiedene Marken. Den Rang als produktivster Hersteller sicherte sich zu dieser Zeit Ford mit sage und schreibe 78.000 Modellen.

Ablösung der E-Autos durch Benziner

Der Aufschwung dieser neuen Technologie hielt jedoch nicht lange an. Der Amerikaner Charles F. Kettering läutete um 1911 mit der Entwicklung des elektrischen Anlassers eine Kehrtwende in Sachen Mobilität ein. Mussten die Verbrenner zuvor mit schwergängigen Kurbeln gestartet werden, machte der Anlasser diesen Vorgang nun überflüssig. Zudem waren Benziner durch die niedrigen Erdölpreise günstiger und hatten eine größere Reichweite. Das ist heute anders: E-Autos sind oftmals günstiger als Verbrenner, nicht nur wegen der steigenden Benzinpreise.

Die Benziner lösen die E-Autos ab.

Bis 1990 fristeten E-Autos ein Nischendasein und waren fast völlig vom Markt verschwunden. Einzelne Versuche, die Technologie wieder aufleben zu lassen, waren wenig erfolgreich. In den 1970er-Jahren wurde beispielsweise in Amsterdam das erste Car-sharing-Projekt der Welt ins Leben gerufen. Dabei kamen ausschließlich Elektroautos zum Einsatz. Es wurde jedoch 1988 wieder eingestellt.

Die Illustration zeigt ein moderneres E-Auto von 2006.

E-Mobilität feiert ihr Comeback

Das wachsende Umweltbewusstsein führte in den 1990er-Jahren zu einer Renaissance der E-Autos. Die Regierungskommission California Air Resources Board (CARB) formulierte ein Gesetz, das die Automobilindustrie zu neuen Innovationen bewegen und den Weg für emissionsfreie Fahrzeuge ebnen sollte. Durch schnelle Lockerungen stagnierte der Ausbau der E-Mobilität allerdings schon bald. Einige Modelle blieben jedoch in Erinnerung – wie der RAV4 EV von Toyota, der EV1 von General Motors oder der Hypermini von Nissan. Sie gelten als Vorboten einer neuen E-Auto-Generation, die 2006 die Geschichte der E-Autos um ein erfolgreiches Kapitel erweitern sollte: Tesla Motors setzte mit dem Roadster neue Maßstäbe. Es war das erste serienmäßig gefertigte Elektroauto der Welt, das mit 350 Kilometern Reichweite auch für lange Strecken auf der Autobahn geeignet war.

Die Zukunft der Elektromobilität

2013 feierte Deutschland das 125-jährige Jubiläum der Elektromobilität mit zahlreichen Ausstellungen und neuen Modellen wie dem BMW i3 und dem VW e-Up. 2014 zogen VW mit dem e-Golf und Mercedes mit der B-Klasse nach. China erwies sich 2016 als einer der großen Antreiber der Elektromobilität. Mit mehr als einer halben Million verkaufter Fahrzeuge stiegen die Zahlen im Vergleich zu 2015 um mehr als die Hälfte an. Pläne für die Stärkung von Elektromobilität lassen sich aber in nahezu allen Ländern beobachten. Laut Beschluss vom 23. September 2016 fordert der Bundesrat parteiübergreifend, dass ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden sollen. Damit wird die Europäische Union dazu angehalten, spätestens ab 2030 in Europa ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge zuzulassen. Anders sei das Hauptziel des Pariser Klimavertrags, bis zum Jahr 2050 einen CO2-neutralen Planeten zu haben, nicht umzusetzen.

Auch 2022 hält die Regierung an diesem Vorhaben fest. Andere Länder gehen sogar noch weiter und planen ein früheres Zulassungsverbot. Das spanische Parlament hat beispielsweise 2021 ein Energiewende-Gesetz verabschiedet, wonach bereits bis 2023 in allen spanischen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern Zonen eingerichtet werden sollen, in denen der Verkehr mit besonders klimaschädlichen Fahrzeugen beschränkt ist. Ab 2040 sollen in dem Land keine Verbrennungsmotor-Fahrzeuge mehr verkauft werden, und ab 2050 sollen dann solche Fahrzeuge gar nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. Damit steht fest: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch und die Geschichte der Elektromobilität noch lange nicht zu Ende erzählt.

enercity treibt die E-Mobilität voran

Dazu arbeiten wir stetig am Ausbau des öffentlichen und privaten Ladenetzes für Elektrofahrzeuge. Über 3000 Ladepunkte haben wir bereits aufgebaut – Tendenz steigend. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Teil der Mobilitätswende zu werden.

Lassen Sie sich beraten!
3. Mai 2022
Elektromobilität
Klimaschutz

Text: Annika Schmitz; Illustrationen: C3

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