Ein Mädchen fängt Wasser, welches mitten im Wald aus einem kleinen Rohr fließt, mit ihren Händen auf.
Grundwasserschutz

Bundeskabinett verabschiedet Nationale Wasserstrategie

In der Landwirtschaft, zur Energieerzeugung oder schlicht als Durststiller – Wasser ist ein lebenswichtiges Gut für Mensch und Umwelt. Das Problem: Während mancherorts zu viel vom Himmel fällt, fehlt es anderswo an Wasser. Angesichts der bereits spürbaren Folgen der Klimakrise hat das Bundeskabinett deshalb Mitte März 2023 eine Nationale Wasserstrategie verabschiedet.

„Wir müssen alles dafür tun, um unser Wasser zu schützen – für uns und nachfolgende Generationen“, sagt Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Die im März 2023 veröffentlichte Nationale Wasserstrategie der Bundesregierung  nimmt deshalb alle relevanten Sektoren in den Blick: von Landwirtschaft und Naturschutz über Verkehr und Verwaltung bis hin zu Stadtentwicklung und Industrie. „Sauberes Wasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagt Lemke.

Der verabschiedete Entwurf gliedert sich in insgesamt zehn strategische Themen und betrachtet die Herausforderungen der Wasserwirtschaft in Deutschland bis 2050. Ergänzt wird die Nationale Wasserstrategie um ein umfassendes Aktionsprogramm. Das enthält rund 80 Maßnahmen für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser, darunter unter anderem Förderungen sowie rechtliche Regelungen, aber auch Maßnahmen, die auf Wissensaufbau und Dialog abzielen. Diese sollen bereits bis 2030 schrittweise umgesetzt werden. 

Leitungswasser
Wasser ist ein wertvolles Gut. Deshalb sollten wir den Wasserhahn in Küche und Bad nie unnötig laufen lassen.

Wasservorsorge ist Daseinsvorsorge

Im Mittelpunkt steht dabei der Schutz der Wasserreserven. Bislang gibt es in Deutschland zwar keinen flächendeckenden Wassermangel, jedoch deutliche regionale Defizite. Um diese auszugleichen und allen Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft eine sichere, bezahlbare und leistungsfähige Versorgung mit Wasser zu garantieren, liegt ein besonderer Fokus darauf, Wasserknappheit vorzubeugen und Nutzungskonflikte zu verhindern.

So ist unter anderem die Stärkung der Prognosefähigkeit ein wichtiger Bestandteil des von der Bundesregierung entwickelten Konzeptes. Mithilfe einer Erweiterung der Datenbasis soll es gelingen, noch besser vorherzusagen, wo Wasser verfügbar ist und an welchen Stellen es gebraucht wird. Dafür unterstützt die Bundesregierung die Forschung in diesem Bereich und fördert die Entwicklung von Prognosetools.

Hannover von oben: Zu sehen sind der Maschsee, viele Bäume, die Heinz von Heiden Arena und der Schützenplatz.

Die fünf zentralen Ziele der Nationalen Wasserstrategie

  • Den Wasserhaushalt schützen, wiederherstellen und dauerhaft sichern
  • Sicherstellung der Verfügbarkeit von hochwertigem und bezahlbarem Trinkwasser
  • Anpassung der Wasserinfrastrukturen an die Folgen der Klimakrise
  • Sicherung der natürlichen Wasserreserven
  • Stärkung des Bewusstseins für die Ressource Wasser
     

Niedersachsen verabschiedet „Masterplan Wasser“

Auch in Niedersachsen hat Wasser Priorität. Angesichts des in vielen Teilen des Bundeslandes niedrigen Grundwasserstandes und der Dürreperioden, die bereits jetzt einen Wassermangel verursachen, hat das Land einen eigenen „Masterplan Wasser“ entwickelt. Mit diesem will der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer die Wasserversorgung landesweit langfristig stellen. Dabei geht es vor allen Dingen um eine vorsorgende Weiterentwicklung der Wasserversorgung im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen.

Jederzeit ausreichend Wasser für Mensch und Natur zur Verfügung zu haben – das ist das Ziel des Masterplans. Konkret geht es darum, die Grundwasserneubildung stärker zu fördern. Zudem sollen sich Städte zu sogenannten Schwammstädten entwickeln, die Regenwasser für die Nutzung besser speichern können. Teil des Konzeptes sind neben der Vorsorge für akuten Wassermangel außerdem der Hochwasserschutz sowie der Schutz des Grundwassers gegen Schadstoffbelastungen.

Ein Mann trinkt Wasser aus einem Glas.
Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollten gesunde Erwachsene pro Tag zu sich nehmen. Als idealer Durstlöscher gilt Wasser.

Auch enercity engagiert sich für den Grundwasserschutz

Übrigens: Auch enercity engagiert sich seit vielen Jahren für den Grundwasserschutz. Der enercity-Wald im Wassergewinnungsgebiet Fuhrberger Feld wird schon seit drei Jahrzehnten zum „Grundwasserschutzwald“ ausgebaut. Im Interview „Wir sind die Dombaumeister des Waldes“  erklärt enercity-Förster Olaf Zander, wie enercity den Wald den Herausforderungen des Klimawandels anpasst. Mehr über die nachhaltige Trinkwassergewinnung von enercity im Fuhrberger Feld erfahren Sie im Artikel „Wasserwerk Wald“.

Wer im Sommer auf einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser achtet, schont wertvolle Ressourcen und trägt zum Umweltschutz bei. Im Artikel „Wie spart man im Sommer am besten Wasser?“  geben wir sieben Tipps zum Wassersparen im Garten und im Haushalt, die helfen, der Wasserknappheit in heißen, trockenen Monaten entgegenzuwirken.

Gemeinsam verantwortlich handeln

Grundwasserschutz geht alle an – auch über die Schutzgebietsverordnungen hinaus. Denn Grundwasserschutz ist Qualitäts- und Quantitätssicherung für die Zukunft. Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie enercity seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Land- und Forstwirten, Beratungsträgern und verschiedenen Institutionen beim Grundwasserschutz erfolgreich zusammenarbeitet?

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30. Mai 2023
Klimaschutz
Trinkwasser
Hannover

Text: Wiebke Knoche. Fotos: Getty Images

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