Stromverbrauch reduzieren

7 Energiespartipps für das Badezimmer

Der Stromverbrauch in Privathaushalten hat ein enormes Potenzial für den globalen Klimaschutz. Würde jeder sein Stromsparpotenzial ausnutzen, könnten laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online jährlich über 15 Millionen Tonnen CO2 und rund zehn Milliarden Euro eingespart werden. In manchen Räumen fällt der Energieverbrauch besonders hoch aus. Dabei lassen sich auch hier ganz einfach Strom und Geld sparen. Unsere sieben Tipps zum Energiesparen im Badezimmer zeigen, wie es geht.

Strom für die Warmwasseraufbereitung beim Duschen oder Baden, für Licht und Elektrogeräte wie Rasierer, Föhn oder Zahnbürsten – im Badezimmer summiert sich der Energieverbrauch. Oft kommen auch noch Waschmaschine und Trockner hinzu. Wer sein Nutzungsverhalten kritisch hinterfragt und kleine Anpassungen vornimmt, kann bereits eine große Wirkung erzielen.

Sieben Möglichkeiten, im Bad Energie zu sparen

1. Warmwasserverbrauch reduzieren

Durchschnittlich entfällt rund ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts auf die Warmwasseraufbereitung fürs Duschen und Baden. Das liegt unter anderem daran, dass das Wasser noch immer in vielen Haushalten per Durchlauferhitzer erwärmt wird. Gerade die alten hydraulischen Geräte sind wahre Stromfresser und sollten, wenn möglich, gegen die effizienteren vollelektronischen Modelle getauscht werden. Mit Sparduschköpfen und Durchlaufbegrenzern lässt sich zusätzlich der Wasserverbrauch reduzieren und ebenfalls ordentlich sparen – bis zu 250 Euro jährlich in einem Zweipersonenhaushalt. Dreht man die Wassertemperatur beim Durchlauferhitzer ein wenig herunter, können weitere Kosten gespart werden. Wer dann auch noch die Duschzeit auf unter fünf Minuten reduziert und das Wasser während des Einseifens abstellt, schöpft das maximale Energiesparpotenzial beim Duschen aus.

2. LED-Energiesparlampen statt 08/15-Glühbirne

Höhere Lebensdauer und niedriger Stromverbrauch – nicht nur beim Energiesparen im Badezimmer ist der Wechsel zu LED-Energiesparlampen sinnvoll. Denn so lassen sich bis zu 90 Prozent des Lichtenergiebedarfs einsparen. Die Sorge, dass LED-Energiesparlampen nicht so hell leuchten wie beispielsweise Halogenlampen, ist mittlerweile völlig unbegründet. LEDs mit hoher Lichtintensität und warm-weißer Lichtqualität erleuchten das Bad effizienter und genauso schön. Ein Vorteil zu normalen Energiesparlampen ist zudem, dass LED-Energiesparlampen kein Quecksilber enthalten. Und obwohl sie in der Anschaffung etwas teurer sind, gleichen sich die Kosten durch den geringen Verbrauch schnell wieder aus.

3. Handtücher gehören nicht auf die Heizung

Moderne Badheizkörper sind flach und ideal, um Handtücher daran aufzuhängen. Was viele sich dabei nicht klarmachen, ist, dass die Handtücher fast die komplette Wärme schlucken, die die Heizung abgibt. Es wird also nicht der Raum, sondern der dicke Baumwollstoff beheizt. Das erhöht nicht nur den Energieverbrauch, sondern kann sich auch negativ aufs Raumklima auswirken. Die Luftfeuchtigkeit steigt an, und es kann sich leichter Schimmel bilden. Deshalb sollten Handtücher nicht auf der Heizung getrocknet werden, sondern nur auf entsprechenden Handtuchhaltern.

4. Optimales Heizen und Lüften

Obwohl das Badezimmer oft der kleinste Raum in der Wohnung ist, lässt sich hier vor allem beim Heizen Strom und Geld sparen. Denn durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die beim Duschen oder Baden entsteht, muss hier besonders regelmäßig gelüftet werden. Viele lassen das Fenster einfach gekippt geöffnet, statt mehrmals am Tag für wenige Minuten stoßzulüften. Kipplüften ist aber wenig effektiv, wenn es darum geht, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Der Raum kühlt zudem aus, was Schimmel begünstigt – und die Heizkosten nach oben treibt. Beim Stoßlüften wird die Luft im gesamten Raum dagegen innerhalb von fünf bis zehn Minuten ausgetauscht, und es geht weniger Wärme verloren, da die Wände weniger auskühlen. Die optimale Temperatur im Badezimmer liegt übrigens bei 23 Grad. Heizungen mit Thermostat regulieren sich automatisch und sparen somit Heizenergie.

5. Die richtige Taktik beim Föhnen

Kleines Gerät, überraschend großer Stromverbrauch – der Föhn kommt fast jeden Tag zum Einsatz, und obwohl man ihm seine meist 2.000 Watt Leistung nicht ansieht, macht sie sich doch auf der Stromrechnung bemerkbar. Ein 2000-Watt-Föhn, der täglich für fünf Minuten auf höchster Stufe im Einsatz ist, verbraucht jährlich mehr als 60 Kilowattstunden Strom – und verursacht damit Kosten zwischen 15 und 20 Euro im Jahr. Wer die Haare an der Luft trocknen oder zumindest antrocknen lässt oder zumindest zeitweise auf einer niedrigeren Leistungsstufe föhnt, kann also Geld und Energie im Badezimmer sparen und seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern.

6. Zahnbürsten richtig laden und Akkus nutzen

Auch andere Kleinstelektrogeräte im Bad treiben unseren Energiebedarf unnötig in die Höhe. Die besten Beispiele sind die elektrische Zahnbürste und der Elektrorasierer. Statt wie vorgesehen den Akku zu laden und danach den Stecker zu ziehen, bleiben die Geräte bei vielen im Dauerlademodus. Das führt auf der einen Seite dazu, dass der Akku schneller kaputtgeht – auf der anderen Seite wird durch den Stand-by-Modus konstant Strom verbraucht. Wer seinen Energieverbrauch reduzieren und möglichst lange etwas von seinem Gerät haben möchte, sollte sich also an die vom Hersteller empfohlenen Akkuladezeiten halten.

7. Strom sparen bei Waschmaschine und Trockner

Natürlich gibt es auch viele Möglichkeiten, bei Trockner und Waschmaschine Strom zu sparen. Grundsätzlich sollte beim Kauf immer auf eine gute Energieeffizienzklasse geachtet werden. Geräte mit einer Effizienzklasse unter B gehören zu den Stromfressern und sollten nicht gekauft werden. Wichtig sind auch das richtige Beladen der Geräte und die Nutzung von Eco-Programmen, die die Wäsche bei niedrigen Temperaturen waschen. Das spart Strom und entfernt trotzdem den alltäglichen Schmutz und schlechte Gerüche. Weitere Informationen gibt es in unserem Ratgeber „Nachhaltig waschen: So geht’s“.

Autor: Annika Schmitz. Fotos: Shutterstock.

25. August 2021
Energiespartipps
Klimaschutz
Heizen

Verwandte Artikel

Diese Themen könnten Sie auch interessieren.

Energiesparprogramme von Wasch- oder Spülmaschinen schonen die Umwelt – trotz längerer Laufzeiten. Wir erklären, warum das so ist.

Energiespartipps
Klimaschutz

Heizkosten und Energie zu sparen ist nicht nur gut fürs Konto, sondern auch für die persönliche Klimabilanz. Denn nachhaltiges Wohnen ist ein wichtiger Teil des Klimaschutzes.

Energiespartipps
Klimaschutz
Grüne Wärme

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie arbeiten Millionen Berufstätige im Homeoffice. Das lässt den privaten Stromverbrauch steigen. Acht Tipps, mit denen sich Energie sparen lässt.

Energiespartipps
Klimaschutz
Ökostrom

Newsletter abonnieren

Sie möchten regelmäßig über innovative Technologien und spannende Fakten rund um die Themen Energie und Klimaschutz informiert werden? Dann abonnieren Sie den Newsletter unseres Energiemagazins #positiveenergie!

Jetzt anmelden

Sie haben Fragen, Lob oder Kritik?

Schreiben Sie uns!
E-Mail an die Redaktion