Frau vor Ventilator
Gut durch den Sommer

7 Tipps, um Hitze im Haus zu vermeiden

Wenn draußen die Temperaturen steigen, wird es drinnen schnell sehr heiß – vor allem in schlecht gedämmten Häusern. Doch mit ein paar gezielten Maßnahmen lässt sich der Hitzestau verhindern. Wir zeigen, wie Sie Ihr Zuhause fit für den Sommer machen.

Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Sommerhitze deutlich besser ertragen, auch ohne Klimaanlage. Wer jetzt vorsorgt, bleibt bei der nächsten Hitzewelle garantiert cooler. Unsere sieben Tipps helfen Ihnen dabei und werden meist sogar im Zuge der energetischen Sanierung Ihrer Immobilie finanziell gefördert.

1. Richtig dämmen: Das A und O gegen Hitze

Eine gute Wärmedämmung schützt nicht nur im Winter vor Kälte, sondern hält im Sommer auch die Hitze draußen. Besonders wirksam sind gedämmte Dächer, Außenwände und oberste Geschossdecken. Wichtig ist der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) der Dämmmaterialien und einzelnen Bauelemente des Hauses. Er gibt an, wie hoch der Wärmestrom durch ein Bauteil abhängig vom Temperaturgefälle zwischen warmer und kalter Seite ist. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber „Was ist der U-Wert?“.

2. Fenster clever wählen

Moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung können die Sonneneinstrahlung deutlich reduzieren. Für den Schutz vor Überhitzung im Sommer ist der sogenannte g-Wert – der Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung – entscheidend. Er gibt an, wie viel Sonnenenergie von außen durch das Fenster ins Innere gelangt. Typische Fenster haben einen g-Wert zwischen 0,6 und 0,7 - was bedeutet, dass 60 bis 70 Prozent der Sonnenstrahlung den Innenraum erreichen. Je niedriger der g-Wert, desto besser ist der Schutz vor sommerlicher Hitze. Extra-Tipp: Hitzeschutzfolien, außenliegende Rollläden, Jalousien oder Markisen sind eine einfache Nachrüstlösung und helfen dabei, dass die Sonnenstrahlen gar nicht erst in den Wohnraum gelangen.

Sicht aus der Vogelperspektive auf ein Gebäude mit Dachbegrünung
Auf Flachdächern trägt eine passende Bepflanzung zur Kühlung des Gebäudes bei.

3. Fassaden- und Dachbegrünung

Begrünte Flächen wirken wie eine natürliche Klimaanlage: Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung des gespeicherten Regenwassers und verbessern das Mikroklima rund ums Haus. Dach- und Fassadenbegrünung spielen sogar bei der Städteplanung eine wichtige Rolle, denn je mehr Grünflächen eine Stadt hat, desto weniger Hitzeinseln bilden sich. Mehr dazu in unserem Artikel „Blau-grüne Ideen und Konzepte zur Kühlung der Städte“.

4. Wärmepumpe im Kühlmodus nutzen

Viele moderne Wärmepumpen bieten neben der Heizfunktion auch einen Kühlmodus. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Kühlen mit Wärmepumpen“. Das Wichtigste vorweg: Mit einer Wärmepumpe kann das Haus angenehm temperiert bleiben – ganz ohne klassische Klimaanlage und mit minimalem Stromverbrauch. Der kann übrigens durch die Kombination von PV-Anlage und Wärmepumpe besonders kostengünstig und klimafreundlich produziert werden.

Bis zu 70 Prozent Förderung sichern

Aktuell wird die Wärmepumpe mit bis zu 70 Prozent gefördert, dadurch können Sie sparen und gleichzeitig von klimafreundlicher Wärme und Kühlung profitieren.

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5. Smart Home nimmt Arbeit ab

Ein Smart Home kann auf vielfältige Weise dazu beitragen, ein Gebäude im Sommer angenehm kühl zu halten – ganz automatisch und energieeffizient. Mithilfe vernetzter Technik werden Sonneneinstrahlung, Temperatur und Lüftungsverhalten intelligent gesteuert. So können zum Beispiel Rollläden oder Jalousien bei starker Sonneneinstrahlung automatisch heruntergefahren werden, noch bevor sich die Räume aufheizen. Sensoren messen die Außentemperatur, die Sonneneinstrahlung und sogar die Innenraumtemperatur und sorgen dafür, dass nur bei Bedarf gelüftet oder beschattet wird.

Auch Fenster und Dachfenster lassen sich automatisiert öffnen und schließen: etwa in den kühlen Morgenstunden zum Durchlüften und zur nächtlichen Abkühlung. Danach schließen sie sich automatisch wieder. In Kombination mit smarten Thermostaten und Lüftungsanlagen kann sogar gezielt kühle Luft zirkuliert oder warme Luft abgeführt werden. So bleibt das Raumklima angenehm, ganz ohne energieintensive Klimaanlagen. Ein weiterer Pluspunkt: Smart-Home-Systeme lassen sich individuell anpassen – zum Beispiel an Urlaubszeiten, Tagesabläufe oder Wetterprognosen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Artikel „Was Smart Homes können“.

6. Innenbeschattung und helle Farben

Innenliegende Vorhänge oder Plissees aus reflektierendem Material sowie helle Wandfarben reduzieren die Wärmeeinstrahlung zusätzlich. Dunkle Möbel, Vorhänge und Farben an den Wänden speichern die Wärme hingegen über längere Zeit. Darum bleibt es im Gebäude auch warm, selbst wenn es nachts abkühlt.

7. Strom sparen und zusätzliche Wärmequellen reduzieren

Vermeiden Sie unnötige Wärmequellen wie laufende Elektrogeräte oder Herdplatten. Ein bewusster Umgang mit Strom hilft nicht nur beim Energiesparen, sondern auch beim Hitzeschutz, denn die Geräte produzieren zusätzliche Wärme.

15. Mai 2025
Erneuerbare Energien
Smart City
Klimaschutz

Text: Annika Schmitz Bilder: Shutterstock, Getty Images.

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