
Wie hoch sind die Netzentgelte 2026, und wer zahlt sie?
Was sind Netzentgelte?
Netzentgelte – auch Netznutzungsentgelte genannt – sind Gebühren, die Netzbetreiber dafür erhalten, dass sie ihre Netze für die Durchleitung von Strom zur Verfügung stellen. Mit diesen Gebühren finanzieren die Netzbetreiber die Wartung, den Betrieb und den Ausbau der Stromnetze sowie die Sicherstellung einer stabilen und zuverlässigen Energieversorgung. In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die überregionale Stromnetze betreiben, und knapp 900 Verteilnetzbetreiber, die regionale und lokale Stromnetze betreiben. Seit Januar 2023 gelten für die überregionalen Netzbetreiber bundeseinheitliche Preise: Bis zum 31. Dezember 2023 verlangten die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) einheitlich 3,12 Cent pro Kilowattstunde. In den Folgejahren stiegen die Entgelte deutlich – 2025 lagen sie bei 6,65 Cent/kWh. Im Jahr 2026 fällt das Übertragungsnetzentgelt nun niedriger aus als zuvor: Ein Bundeszuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima‑ und Transformationsfonds (KTF) senkt es auf rund 2,86 Cent/kWh.

Die Verteilnetzbetreiber erheben ein individuelles Netzentgelt – allerdings innerhalb von strengen regulatorischen Grenzen. Daher variiert die Höhe der Entlastung je nach Region und Anbieter und die Entlastungen fallen in manchen Gebieten mintunter niedriger aus als in anderen. Zudem prüft die Bundesregierung über das Jahr 2026 hinaus weitere zielgerichtete Entlastungen.
Entrichtet werden die Entgelte aber von den sogenannten Netzkunden: Das sind die Energieversorgungsunternehmen, die den Strom an die Endkund:innen liefern, beispielsweise enercity. Sie geben diese Kosten als Teil des Strompreises weiter. Letztlich werden die Netzentgelte von den Verbraucher:innen getragen. Neben den Netzentgelten fallen zudem gesetzlich festgelegte Umlagen an, die ebenfalls über die Netzbetreiber abgerechnet werden.
- Umlage KWKG: Mit den Einnahmen aus der KWKG-Umlage werden die entsprechenden Kosten aus der Förderung zur Erhaltung, der Modernisierung und dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung gedeckt.
- Offshore-Netzumlage: Mit den Einnahmen aus der Offshore-Netzumlage werden die entsprechenden Kosten für Entschädigungen bei Störungen oder bei Verzögerung der Anbindung von Offshore-Anlagen sowie die Kosten der Errichtung und des Betriebs der Offshore-Anbindungsleitungen gedeckt.
- Aufschlag für besondere Netznutzung: Hiermit werden zum einen die Reduzierung von Netzentgelten für individuelle Netznutzer:innen finanziert. Zum anderen erhalten Verteilnetzbetreiber, die in einem besonders hohen Maß von der Integration von Erneuerbare-Energien-Anlagen betroffen sind, einen finanziellen Ausgleich für die hierfür entstandenen Mehrkosten aus dieser Umlage.
Durch eine nachhaltige und vorausschauende Beschaffungsstrategie kann enercity Ihnen Preissicherheit bieten und ist Ihr Partner für eine beständige Preisgestaltung.
Wer entscheidet über die Höhe der Netzentgelte beim Strom?
Da Netzbetreiber eine Monopolstellung innehaben, dürfen sie nicht frei darüber entscheiden, wie viel sie von ihren Kund:innen verlangen. Stattdessen geben die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden die Rahmenbedingungen für die Ermittlung der Höhe der Netzentgelte vor. Dabei berücksichtigen diese neben den Kosten für Betrieb und Unterhalt auch die Investitionen in den Ausbau der Netze sowie einen Gewinn für die Netzbetreiber. Jedes Jahr wird danach eine Erlösobergrenze festgelegt – also die maximale Summe, die die Netzbetreiber durch die Netzentgelte erwirtschaften dürfen.
Woher kommen die regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten?
Die Netzbetreiber verteilen die Gesamtsumme der Erlösobergrenze „verursachungsgerecht“. Das heißt: In Regionen, in denen höhere Kosten anfallen, zahlen die Verbraucher:innen höhere Netzentgelte als in anderen. Zu den Ursachen für solche Kosten zählen unter anderem:
- In Regionen mit wenigen industriellen Abnehmer:innen oder geringer Bevölkerungsdichte müssen sich wenige Verbraucher:innen die Netzentgelte teilen.
- Wird viel regenerative Energie vor Ort erzeugt, wird auch weniger Strom aus dem umliegenden Stromnetz bezogen; dann verteilen sich die Betriebskosten auf weniger Kilowattstunden.
- Ältere Netze erfordern höhere Wartungs- und Reparaturkosten, zudem sind die Leistungsverluste bei der Stromübertragung hier höher als in modernen Netzen.
- Zeitweise müssen die Netzbetreiber die Einspeisung von Energie in einzelnen Abschnitten abregeln: wenn etwa in Norddeutschland viel Windenergie produziert wird, die Leitungen aber zu schwach sind, um diesen nach Süddeutschland zu transportieren, wo er nachgefragt wird. Gleichzeitig muss dann im Süden die Kraftwerksleistung hochgefahren werden. Ein solcher „Redispatch“ verursacht hohe Kosten.
So verändern sich die Netzentgelte ab 2026
Im Jahr 2026 sinken die Netzentgelte für Haushaltskund:innen im Durchschnitt um 12,9 bis 17,6 Prozent. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt damit im Mittel etwa 1,88 Cent pro Kilowattstunde weniger. Das entspricht einer Entlastung von etwa 75 Euro im Jahr. Wie stark der Effekt tatsächlich ausfällt, hängt jedoch vom Wohnort und vom zuständigen Netzbetreiber ab. Auch für Gewerbebetriebe sinken die Netzentgelte je nach Verbrauch um etwa 16,1 bis 26,4 Prozent.
Am stärksten fallen die Rückgänge in Regionen aus, in denen in den vergangenen Jahren viele Wind- und Solaranlagen ans Netz gegangen sind. Dort lagen die Netzentgelte bislang häufig über dem Durchschnitt, weil die Kosten für Netzausbau und Betrieb vor allem regional anfielen. So entwickelten sich teils erhebliche Unterschiede: Während Haushalte in manchen Gebieten Netzentgelte von rund 15 Cent pro Kilowattstunde zahlten, lagen sie andernorts bei unter fünf Cent. Da der erzeugte Strom jedoch bundesweit genutzt wird, greift seit 2025 eine neue Regelung zur gerechteren Verteilung dieser Mehrkosten, die auch im Jahr 2026 durch den Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro fortgeführt wird.
Unabhängig davon bleibt der Investitionsbedarf in die Stromnetze hoch: Der Ausbau erneuerbarer Energien braucht leistungsfähigere Netze, neue Leitungen und digitale Technik. Die Kosten dafür verschwinden nicht, sie werden aktuell nur gedämpft. Ob die Netzentgelte auch nach 2026 stabil bleiben, hängt davon ab, wie Regulierung und Finanzierung künftig aussehen.
Veränderung der Netzentgelte 2026 nach Bundesland
Die Tabelle zeigt, wie sich die Netzentgelte 2026 im Vergleich zum Vorjahr in den einzelnen Bundesländern verändern:

Quelle: Strom-Report

Wie finden Sie heraus, wie viel Netzentgelt Sie bezahlen?
Bei Privat- und kleinen Gewerbekund:innen wird das Netzentgelt aus einer Kombination von verbrauchsabhängigem „Arbeitspreis“ und pauschal festgelegtem „Grundpreis“ errechnet, so wie auch der Strompreis insgesamt. Mehr Details zu Arbeitspreis und Grundpreis finden Sie im Artikel „So setzt sich der Strompreis zusammen“. Wie hoch dieser Anteil bei Ihnen ausfällt, wird in Ihrer Stromrechnung gesondert aufgeführt. 2025 machten die Netzentgelte bundesweit im Durchschnitt rund 28 bis 32 Prozent des Strompreises aus – 2026 dürfte ihr Anteil wieder etwas sinken.
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