
02. März 2026enercity PresseGrüne Wärme
enercity schaltet ersten Block des Kohlekraftwerks ab und spart 500.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
· Hannover ist bundesweiter Vorreiter beim Kohleausstieg - bedeutender Schritt für die Wärmewende
· Jede zweite Kilowattstunde Fernwärme ist in der Landeshauptstadt zukünftig grün
· Block II wird spätestens nach der Heizperiode 2027/28 durch klimaneutrale Anlagen ersetzt und in die Reserve gehen

Die Wärmewende in Hannover erreicht einen historischen Meilenstein: Am Wochenende hat enercity den 75 Meter hohen Block I des Kohlekraftwerks Stöcken endgültig außer Betrieb genommen. Mit der Abschaltung spart die Landeshauptstadt jährlich eine halbe Million Tonnen CO₂ ein – so viel, wie eine Stadt mit etwa 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Jahr verursacht. Das entspricht beispielsweise dem Jahresverbrauch von Stade, Weimar oder Goslar.
Damit ist die Hälfte des Kohleausstiegs in Hannover bereits geschafft. Zukünftig stammt jede zweite Kilowattstunde Fernwärme aus klimaneutralen Quellen. Und: In Hannover gelingt dieser Schritt ohne den Neubau eines fossilen Gaskraftwerks. Stattdessen setzt enercity konsequent auf einen breiten Mix regionaler, erneuerbarer Energiequellen.
Mit großer Entschlossenheit verfolgt das Energieunternehmen einen ambitionierten Zeitplan. In gut zwei Jahren soll der Anteil grüner Energie an der Fernwärme von enercity bis zu 75 Prozent betragen. Ab Mitte der 2030er Jahre wird das verbliebene Gaskraftwerk Wasserstoff-ready sein und damit der finale Schritt zur vollständigen Klimaneutralität der Erzeugung ermöglicht. Die bisher von Block I des Kohlekraftwerks erzeugte Wärme wird durch fünf dezentrale Anlagen ersetzt, die insbesondere auf nicht mehr recyclefähiges Altholz, Klärschlamm, Abwärme und Biomethan setzen. Insgesamt hat das Energieunternehmen seit 2020 so rund 246 Megawatt thermische Leistung aus erneuerbaren Energien neu realisiert. Weitere Projekte mit mehr als 300 Megawatt sind bereits im Bau oder in Planung.
Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer erklärt:
„Mit der Abschaltung des ersten Kohleblocks zeigt Hannover, wie die Wärmewende und Klimaschutz konkret funktionieren. Was mich besonders freut: Der Kohleausstieg erfolgt schneller als gesetzlich gefordert. Hannover ist damit Vorbild beim Klimaschutz und der Nutzung Erneuerbarer Energien. Entscheidend ist jetzt, dass Bund und Länder den Kommunen stabile Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit beim Klimaschutz geben, damit weitere Städte diesem Weg folgen können.“
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay betont:
„Wir schaffen den Kohleausstieg ohne den Umweg über neue fossile Großkraftwerke. Das stärkt die Region, erhöht unsere Unabhängigkeit und macht Hannover zu einem Vorbild für andere Großstädte. Der Wärmesektor ist einer der größten Hebel für wirksamen Klimaschutz – und wir nutzen ihn konsequent.“
enercity-CEO Aurélie Alemany ordnet den Schritt ein:
„Mit der Stilllegung von Block I wird aus Planung Realität. enercity zeigt, dass ein vorzeitiger Kohleausstieg und die Wärmewende keine Vision sind. Genau deshalb sind klare politische Leitlinien notwendig – wie ein ETS2, der transparent macht, was CO2 wirklich kostet und die Investitionen honoriert, die wir heute für die klimaneutrale Wärme von morgen tätigen. Nur mit dieser Klarheit können Unternehmen wie enercity das Tempo halten, das Deutschland für seine Klimaziele braucht.“
Bereits 2017 hatte enercity den Ausstieg aus der Kohle beschlossen. Seit Jahren investiert enercity in dezentrale, erneuerbare Wärmeerzeugung. Das Ziel dabei bleibt klar: Nach der Heizperiode 2027/28 wird auch Block II des Kohlekraftwerks durch klimafreundliche Energieträger ersetzt – rund zehn Jahre früher als der von der Bundesregierung beschlossene Zielkorridor 2038.
enercity-Vorstand Marc Hansmann bedankt sich für das Engagement aller Beteiligten:
“Die Stilllegung des ersten Blocks des Kohlekraftwerks Stöcken ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimaneutralen Wärmeversorgung Hannovers. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kolleg:innen, die es unter großem Aufwand ermöglicht haben, den Betrieb des Kohlekraftwerks aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die klimaneutralen Ersatzanlagen in Betrieb zu nehmen. Zudem möchten wir auch der Stadt Hannover und Hannover Erneuerbar unseren Dank aussprechen. Unser Kohleausstieg ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Wärmewende durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Energieversorger und lokalen Initiativen gelingen kann.“
Investitionen schaffen Sicherheit und regionale Wertschöpfung
Für den Ersatz von Block I wurden bislang knapp 400 Millionen Euro investiert. Insgesamt plant enercity bis 2040 mit Investitionen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro in das Gesamtportfolio hochmoderner Wärmeerzeugungsanlagen und den Fernwärme-Netzausbau, um auch Block II – und damit das gesamte Kohlekraftwerk – durch klimafreundliche Wärmeversorgung zu ersetzen. Die Realisierung stärkt das regionale Handwerk, die Bauwirtschaft und die kommunale Wertschöpfung.
Der technologische Ansatz ist bewusst breit aufgestellt: Neben Biomasse- und Klärschlammverwertung spielen weitere Abwärmenutzungen und modernste Großwärmepumpen eine zentrale Rolle. Mit diesem diversifizierten Energiemix erhöht enercity die Versorgungssicherheit und reduziert zugleich die Import- und Preisabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Fernwärme ist tragende Säule der kommunalen Wärmeplanung
Hannover gehört auch bei der strategischen Planung bundesweit zur Spitzengruppe. Als erste Großkommune Niedersachsens hat die Landeshauptstadt ihre kommunale Wärmeplanung frühzeitig vorgelegt und 2025 beschlossen. Sie bildet die Grundlage für die vollständige Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Im Zielszenario werden in Hannover zwei Drittel aller Gebäude aus Wärmenetzen beheizt, ein Drittel (meist Ein- bis Zweifamilienhäuser) mit einer individuellen Lösung wie einer Wärmepumpe.




