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    Übersicht aktuelle Förderprogramme

    Wo gibt es Zuschüsse für die energetische Sanierung?

    Eine energetische Sanierung von Haus oder Wohnung schont das Klima und zugleich den Geldbeutel. Denn sie senkt den Energieverbrauch und damit die Energiekosten. Der Staat wendet Jahr für Jahr Milliarden auf, um Sanierungen finanziell zu unterstützen. Wir geben einen aktuellen Überblick über bestehende Förderprogramme.

    Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, der weiß: Undichte Fenster, veraltete Heizkessel oder eine schlechte Wärmedämmung können teuer sein – ganz besonders jetzt, bei steigenden Energiepreisen. Schließlich verbrauchen schlecht isolierte Gebäude oder ineffiziente Heizungsanlagen unnötig viel Energie und belasten damit die Umwelt. Mit einer energetischen Sanierung lassen sich Verbrauchswerte, Energiekosten und auch CO2-Emissionen langfristig senken. Doch auch der Umbau kostet zunächst viel Geld. Darum unterstützt der Staat sanierungswillige Immobilieneigentümer in Deutschland mit zahlreichen Förderprogrammen.

    Der Grund: Gebäude sind für rund ein Drittel aller CO2-Emissionen hierzulande verantwortlich. „Gebäudesanierungen sind darum ein wichtiger Ansatzpunkt für den Klimaschutz“, sagt Kirsten Upsing, Projektleiterin beim enercity-Fonds proKlima, der Bauprojekte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien finanziell unterstützt.

    Einen Zuschuss für die energetische Sanierung gibt es beim Bund, in vielen Bundesländern – und im Großraum Hannover sogar auf regionaler Ebene. Begrenzt lassen sich die unterschiedlichen Fördermaßnahmen miteinander kombinieren. Eigentümer können so bis zu 60 Prozent der Sanierungskosten abdecken. Wer also rechtzeitig die richtigen Anträge stellt, spart viel Geld.

    Bundesförderung von KfW und BAFA

    Allein der Bund hat seine Förderung von energetischen Sanierungen in den vergangenen drei Jahren fast verzehnfacht. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fasst dabei die Anforderungen und verfügbaren Fördermaßnahmen des Bundes zusammen. Die Mittel sind als direkte Zuschüsse oder Förderkredite mit Tilgungszuschuss verfügbar. Auch die steuerliche Abschreibung ist als indirektes Zuschussmodell möglich.

    Je nach geplanter Maßnahme haben Interessenten dabei unterschiedliche Ansprechpartner. Zuständig für umfassende Sanierungspakete sowie für kreditfinanzierte Einzelmaßnahmen ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Deren Förderungen können Immobilienbesitzer über deren jeweilige Hausbank beantragen. Die KfW vergibt dann zinsgünstige Kredite bis zu 150.000 Euro oder Zuschüsse bis 75.000 Euro.

    Bis zu 45
    Prozent
    der Kosten für den Austausch einer Ölheizung gegen eine nachhaltige Heizungsanlage gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

    Ausschließlich Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie etwa eine höherwertige Wärmedämmung oder eine neue Heizung gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wer etwa eine Ölheizung gegen eine nachhaltige Anlage tauscht, bekommt so bis zu 45 Prozent der Kosten zurück. Obligatorisch vor jeder Förderung mit Bundesmitteln ist eine Fachberatung durch einen Energieeffizienz-Experten.

    Regionale Förderung von proKlima

    Die Region Hannover unterstützt im Rahmen ihrer Dach-Solar-Richtlinie Eigentümer, die eine hochwertige Dachdämmung zusammen mit einer Solaranlage installieren lassen, mit maximal 50.000 Euro. Das 2020 gestartete Förderprogramm zur energetischen Sanierung läuft noch bis Ende 2022.

    Breiter aufgestellt ist die Unterstützung des Klimaschutzfonds proKlima, der hauptsächlich durch die Landeshauptstadt Hannover und enercity finanziert wird. Beteiligt sind auch fünf umliegende Kommunen. So lässt sich aus dem Fördertopf „Energiewende“ zunächst eine Expertenberatung finanzieren – das ist ratsam vor jedem Projekt. Das Programm unterstützt außerdem unter anderem die nachhaltige Dämmung von Gebäudehüllen und die Installation einer Solarwärmeanlage beziehungsweise einer Wärmepumpe. Daneben fördert proKlima moderne Solaranlagen mit 100 Euro pro kWp – sowie im Bonusprogramm DachVollToll noch einmal mit derselben Summe, wenn das gesamte Hausdach für die Solaranlage genutzt wird.

    Für die proKlima-Förderungen können Sanierungswillige jeweils bis Ende Oktober einen Antrag für das laufende Jahr einreichen. „Mit unseren Fördermaßnahmen sorgen wir für mehr und vor allem für mehr hochwertige Gebäudesanierungen – damit bringen wir die Region beim Klimaschutz voran“, fasst Kirsten Upsing von proKlima zusammen.

    Für alle Förderprogramme gilt Expertin Upsing zufolge, dass die Nachfrage aktuell deutlich gestiegen ist. „Darum sollten sich alle, die eine Sanierung planen, möglichst frühzeitig um einen ersten Beratungstermin kümmern“, rät sie.

    Hinweis der Redaktion

    Aufgrund der hohen Nachfrage ist das proKlima-Förderbudget für das laufende Jahr bereits ausgeschöpft. Mit insgesamt 3,5 Millionen Euro hat proKlima die Menschen im Fördergebiet 2022 bei der Umstellung auf Energiewendetechnologien unterstützt. Ab dem 1. Januar 2023 stehen wieder neue Fördermittel zur Verfügung.

    Welche Förderung, welches Programm?

    Für die Finanzierung Ihres Sanierungsprojekts können Sie meist unterschiedliche Förderungen kombinieren. Der Förderwegweiser Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hilft dabei, die passenden Bundesprogramme zu finden.

    Einen Überblick über regionale Zuschüsse im Großraum Hannover gibt der Förder-Kompass der Klimaschutzagentur der Region Hannover. Je nach Art, Standort, Sanierungszustand und Baujahr der Immobilie sowie den geplanten Sanierungsmaßnahmen zeigt Ihnen ein interaktives PDF-Dokument, welche Fördertöpfe infrage kommen – inklusive Kontaktdaten der jeweiligen Institutionen.

    Mehr Informationen erhalten Sie außerdem bei der Online-Gruppenberatung der Klimaschutzregion Hannover sowie bei den Beratungen und Serviceangeboten von proKlima.

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    16. August 2022
    Klimaschutz
    Hannover
    Grüne Wärme

    Text: Florian Sievers. Foto: Getty Images. Zuletzt überarbeitet am 22. September 2022.

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